Das am Mittwoch mit dreiwöchiger Verzögerung veröffentlichte Protokoll der US-Notenbank Fed zeigt eine zunehmende Besorgnis der Währungshüter über die hartnäckig hohe Inflation und eine wachsende Bereitschaft, die Leitzinsen im Jahresverlauf anzuheben.

Auf der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 16. und 17. Juni hatten die Notenbanker den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, was so erwartet worden war. Wie aus den am Mittwoch publizierten Mitschriften hervorgeht, sehen immer mehr Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses jedoch Anlass für eine Straffung. Neun der 18 Teilnehmer planten demnach bis Dezember mindestens eine Zinserhöhung; im März war dies noch von keinem Teilnehmer vorgesehen. Nur ein einziger Teilnehmer rechnet nun noch mit sinkenden Zinsen, verglichen mit zwölf im März.