Der Eurovision Song Contest 2027 findet in Burgas am Schwarzen Meer statt, wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Donnerstag bekanntgab.
Damit setzt sich die viertgrößte Stadt Bulgariens gegen die Hauptstadt Sofia und andere Mitbewerber durch. Die Entscheidung traf die EBU nach einer Prüfung der eingereichten Bewerbungen. Im Zentrum standen dabei Infrastruktur, Unterbringungsmöglichkeiten und die strategische Ausrichtung der gastgebenden Stadt.
Begründung der EBU
Laut EBU wurde Burgas letztendlich aufgrund seines überzeugenden Gesamtpakets ausgewählt, das die für den Eurovision Song Contest erforderlichen Voraussetzungen bezüglich Veranstaltungsort und technischem Potenzial mit Unterkunftskapazitäten, Verkehrsanbindung und internationaler Vernetzung, einem starken Engagement der Gemeinde und einer klaren Vision für die Umwandlung der gesamten Stadt in einen Teil des Eurovision-Erlebnisses vereint.
Burgas liegt direkt am Schwarzen Meer und verfügt mit dem Meeresgarten über einen etwa fünf Kilometer langen Park, der sich entlang des Strandes erstreckt. Damit bietet die Stadt räumliche Voraussetzungen, um Teile der Veranstaltung in zentrale innerstädtische Bereiche und an die Uferpromenade zu verlagern. Die Stadt hat nach den vorliegenden Angaben etwa 200.000 Einwohner und ist damit deutlich kleiner als Sofia mit rund 1,3 Millionen Einwohnern.
Burgas als Spielstätte
Mit der Vergabe nach Burgas verlässt der Wettbewerb Wien, das den Contest 2026 ausgerichtet hatte. Der Schritt markiert zugleich eine Premiere: Erstmals in der Geschichte des Eurovision Song Contests wird eine bulgarische Hafenstadt Gastgeberin sein.
Die bulgarische Rundfunkanstalt BNT hatte die Bewerbung maßgeblich koordiniert und in den vergangenen Monaten mit den Behörden von Burgas zusammengearbeitet. Nach Angaben aus dem Auswahlverfahren flossen auch Aspekte wie Verkehrsanbindung und Unterbringungskapazitäten in die Bewertung ein.
Rolle von BNT und Stadt
Burgas setzt bei der Austragung auf das Konzept einer dezentralen Veranstaltung: Die Organisatoren wollen die gesamte Stadt in das Eurovision-Erlebnis einbeziehen, von der Promenade über den Meeresgarten bis zu Veranstaltungsorten im Stadtzentrum. Damit soll der Wettbewerb nicht allein in einer Halle stattfinden, sondern als stadtweites Festival erlebbar werden.
Die EBU hatte vor der Entscheidung mehrere Bewerbungen geprüft und Kriterien wie Hallenkapazität, technische Ausstattung, Hotelangebot sowie die Mobilität vor Ort bewertet. Ausschlaggebend war laut EBU die Verbindung aus infrastruktureller Eignung und der kommunalen Bereitschaft, den Wettbewerb in das städtische Leben zu integrieren.
Ausblick auf 2027
Offen ist bislang, in welcher konkreten Spielstätte die Shows stattfinden werden. Auch Details zum Motto, zum Ticketverkauf und zum Zeitpunkt der Halbfinale sowie des Grand Final stehen noch aus. Die EBU und BNT wollen hierzu zu einem späteren Zeitpunkt informieren.
Der Eurovision Song Contest ist einer der weltweit meistgesehenen Musikwettbewerbe. 2027 werden erneut rund 40 Delegationen aus Europa und darüber hinaus erwartet. Mit der Vergabe an Burgas erhält Bulgarien nach dem Sieg des bulgarischen Beitrags im Vorjahr die Möglichkeit, den Wettbewerb auszurichten – ein Novum für das Land am Schwarzen Meer.
