Bulgarien richtet den ESC 2027 aus: Sofia und Burgas kämpfen um die Gastgeberrolle
Sofia, 26 Juli 2026
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Kurzfassung
Nach dem ESC-Sieg von Dara in Wien bewerben sich zwei bulgarische Städte um die Austragung des Eurovision Song Contest 2027: die Hauptstadt Sofia und die Schwarzmeerstadt Burgas. BNT-Chefin Milena Milotinowa erwartet die Entscheidung des zuständigen Ausschusses bis Ende Juli.
Sofia, 26 Juli 2026
Nach dem historischen Sieg der bulgarischen Sängerin Dara beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien bewerben sich die Hauptstadt Sofia und die Schwarzmeerstadt Burgas um die Austragung des 71. Eurovision Song Contest im Jahr 2027.
Mit dem Sieg von Dara und ihrem Song "Bangaranga" in Wien im Mai 2026 hat Bulgarien erstmals den Eurovision Song Contest gewonnen. Die 27-jährige bulgarische Sängerin wurde etwa zwei Monate nach ihrem Triumph bei einer Willkommensfeier in Sofia gefeiert. Der ESC-Erfolg löste unmittelbar einen Wettstreit der bulgarischen Städte um die Austragung des nächsten Wettbewerbs aus, der nach den Regularien der European Broadcasting Union (EBU) im Siegland des Vorjahres stattfindet.
Insgesamt vier bulgarische Städte hatten sich ursprünglich als Gastgeber beworben: die Hauptstadt Sofia, die Hafenstadt Warna am Schwarzen Meer, die zweitgrößte Stadt des Landes Plowdiw, die 2019 europäische Kulturhauptstadt war, sowie Burgas am Schwarzen Meer. Nach der ersten Auswahlrunde blieben nur noch Sofia und Burgas im Rennen.
Vier Bewerber, zwei Finalisten
Der öffentlich-rechtliche Sender BNT (Bulgarian National Television) organisiert den Wettbewerb gemeinsam mit der EBU. Die BNT-Chefin Milena Milotinowa erklärte, der zuständige Ausschuss müsse seine Arbeit bis Ende Juli beendet haben. "Bis Ende Juli müsse der zuständige Ausschuss seine Arbeit beendet haben", sagte Milotinowa laut den vorliegenden Informationen.
Die Hauptstadt Sofia bringt als größte Stadt des Landes eine Reihe infrastruktureller Vorteile mit. Mit rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern liegt die Metropole am Fuße des bis zu 2.290 Meter hohen Witoscha-Gebirges. Die Arena 8888 Sofia ist die größte Mehrzweckhalle Bulgariens und bietet Platz für etwa 12.000 bis 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauer; bei Konzerten kann sie auf bis zu 15.000 Gäste erweitert werden.
Sofias Oberbürgermeister Wassil Tersiew warb mit den kulturellen Qualitäten seiner Stadt. "Sofia ist eine Stadt mit tausendjähriger Geschichte, moderner Infrastruktur und einmaliger Kombination von Kulturerbe, dynamischem Stadtleben und Natur", schwärmte Tersiew. Im historischen Stadtzentrum finden sich Ausgrabungsstätten aus römischer Zeit sowie orthodoxe und katholische Kirchen, eine Synagoge und eine Moschee in unmittelbarer Nachbarschaft, ein Areal, das als "kleines Jerusalem" bezeichnet wird.
Sofia: Größte Halle und kulturelle Vielfalt
Die Mitbewerberstadt Burgas ist mit rund 200.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Bulgariens und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Südostens des Landes. Auch Burgas liegt am Schwarzen Meer und ist über den Flughafen Burgas, den nach dem Flughafen Sofia am zweithäufigsten frequentierten Airport des Landes, international erreichbar. In der Nähe befindet sich der international bekannte Badeort Sunny Beach (Slanchev Bryag).
Bürgermeister Dimitar Nikolow sieht Burgas trotz der geringeren Größe gut aufgestellt. "Burgas mag die bevölkerungsmäßig kleinste Stadt unter den ESC-Bewerbern sein, doch nimmt es sich dieser Möglichkeit mit großem Ehrgeiz an", sagt Nikolow. Er zeigte sich überzeugt von Burgas' Kapazität, für den Eurovision Song Contest eine außergewöhnliche Kulisse direkt an der Schwarzmeerküste zu bieten.
Burgas: Ehrgeiz und Schwarzmeer-Kulisse
Die 2023 eröffnete Arena Burgas kann bei Konzerten ebenfalls auf bis zu 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erweitert werden. Damit erfüllt auch Burgas die zentrale Anforderung an die Veranstaltungshalle, die nach Angaben der Bewerberstädte acht Wochen um den Termin im Mai 2027 herum komplett zur Verfügung stehen muss.
Zu den technischen Voraussetzungen, die beide Städte erfüllen müssen, gehören eine Bühne mit einer Fläche von mindestens zehn mal fünfzehn Metern sowie rund 2.000 Quadratmeter Backstage. Außerdem seien Büroräume für mehr als 250 Personen nötig, dazu Hotelkapazitäten und internationale Flugverbindungen.
Technische Anforderungen an die Gastgeberstadt
Bulgarien nimmt erst seit 2005 am Eurovision Song Contest teil und gehört zu den ärmsten Ländern der Europäischen Union. In den vergangenen drei Jahren war das Land aus finanziellen Gründen gar nicht beim Wettbewerb vertreten. Umso bemerkenswerter erscheint der Sieg von Dara, deren Song "Bangaranga" elektronische Beats mit Balkan-Pop-Einflüssen verbindet.
Dara stammt aus Warna, das in der ersten Bewerbungsrunde noch im Rennen war, dann aber wie Plowdiw ausschied. Mit dem Finale zwischen Sofia und Burgas stehen sich nun die größte Stadt des Landes und eine der kleineren Bewerberstädte gegenüber.
Die Bewerbung wird vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Bulgariens beobachtet. Sollte sich Burgas gegen die bevölkerungsreichere Hauptstadt durchsetzen, wäre dies ein Signal, dass auch kleinere Städte mit Küstenlage und touristischer Infrastruktur Großveranstaltungen stemmen können.
Die Arena 8888 Sofia verfügt als größte Mehrzweckhalle des Balkanlandes über die größte reguläre Kapazität unter den Austragungsorten und gilt als Favoritin vieler Beobachter. Allerdings muss die Konzerterweiterung erst in Burgas organisiert werden, während Sofia die höhere Kapazität bereits in der Standardkonfiguration bietet.
Bulgariens ESC-Geschichte und wirtschaftlicher Kontext
Die endgültige Entscheidung wird mit Spannung erwartet, da sie nicht nur sportlich-kulturelle, sondern auch wirtschaftliche und touristische Bedeutung für die jeweilige Region haben wird. Beide Städte haben in den vergangenen Wochen ihre Bewerbungsunterlagen präsentiert und werben mit ihren jeweiligen Stärken um die Zuschreibung des Großereignisses.
Mit dem 71. Eurovision Song Contest 2027 würde Bulgarien erstmals einen ESC ausrichten. Die Veranstaltung wäre nach Wien 2026, Basel 2025, Malmö 2024, Liverpool 2023 und Turin 2022 die jüngste Station des Wettbewerbs in einer europäischen Großstadt.
Unabhängig vom Ausgang der Gastgeberentscheidung steht fest, dass die Organisation des ESC für Bulgarien eine logistische und finanzielle Herausforderung darstellt, die über die bisherigen Erfahrungen des Landes mit dem Wettbewerb deutlich hinausgeht.
Entscheidung bis Ende Juli erwartet
Die Entscheidung des zuständigen Ausschusses wird bis Ende Juli erwartet. Damit verbleiben den Organisatoren rund zehn Monate Vorbereitungszeit bis zum Wettbewerb im Mai 2027.
Beide Städte haben ihre Bewerbungen öffentlich präsentiert und argumentieren mit kultureller Vielfalt, touristischer Anziehungskraft und infrastruktureller Leistungsfähigkeit. Sofia verweist auf die Größe des Landes und die etablierte Eventinfrastruktur, Burgas auf die Lage am Schwarzen Meer und die neu errichtete Arena.
Fragen & Antworten
Wer ist Dara und warum richtet Bulgarien den ESC 2027 aus?
Dara ist eine 27-jährige bulgarische Sängerin, die mit dem Song "Bangaranga" den Eurovision Song Contest 2026 in Wien gewann. Nach diesem ersten ESC-Sieg Bulgariens richtet das Land als Siegerland traditionsgemäß den nächsten Wettbewerb aus.
Welche Städte bewerben sich noch um die Ausrichtung des ESC 2027?
Nach der ersten Auswahlrunde sind nur noch die Hauptstadt Sofia und die Schwarzmeerstadt Burgas im Rennen. Zuvor hatten sich auch Warna und Plowdiw beworben, schieden jedoch aus.
Wann fällt die Entscheidung über den ESC-Gastgeber 2027?
Laut BNT-Chefin Milena Milotinowa muss der zuständige Ausschuss seine Arbeit bis Ende Juli beendet haben, sodass die Entscheidung in diesem Zeitraum erwartet wird.
ESC 2027 in Bulgarien: Sofia gegen Burgas als Gastgeber | nachrichten360