Brüssel, 16 Juli 2026
Die EU-Kommission hat den US-Technologiekonzern Google am Donnerstag angewiesen, konkurrierende KI-Chatbots auf Android-Smartphones zuzulassen und bestimmte Suchmaschinendaten mit Wettbewerbern zu teilen, um dessen Marktmacht zu brechen.
Brüssel verschärft seinen jahrelangen Konflikt mit dem Google-Mutterkonzern Alphabet. Am Donnerstag erließ die EU-Kommission zwei zentrale Anweisungen: Erstens müssen KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude oder der französische Anbieter Mistral künftig auf Android-Smartphones vorinstalliert werden dürfen. Wie die Kommission erklärte, sollen Nutzende „zwischen Gemini und Alternativen wie ChatGPT, Claude oder dem französischen Anbieter Mistral wählen können". Zweitens wird Google verpflichtet, Daten seiner Suchmaschine mit Konkurrenten zu teilen, „darüber hinaus Daten seiner Suchmaschine mit Wettbewerbern teilen".
Hintergrund: Gemini auf Android
Hintergrund des Vorgehens ist die dominante Stellung von Gemini auf Android. „Der Google-Chatbot Gemini ist auf Android-Smartphones vorinstalliert und der einzige, der auf ein 'Hey Google' über die Sprachsteuerung reagiert." Bislang sei es nur möglich, Chatbots als reguläre App auf dem Telefon zu installieren. Mit der neuen Anweisung reagiert Brüssel auf die zunehmende Bedeutung von KI-Assistenten als Einstiegspunkt in digitale Dienste. „Alle KI-Assistenten sollen per Sprachsteuerung Nachrichten verschicken oder ein Taxi buchen können".
