Nach dem Ende der ungarischen Blockade haben alle 27 EU-Mitgliedstaaten der Eröffnung des ersten Verhandlungsclusters mit der Ukraine und Moldau zugestimmt, wie die zyprische Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte.

Damit kommt in den seit Jahren stockenden Beitrittsprozess der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken wieder Bewegung. Die formellen Verhandlungen zwischen der EU und den beiden Ländern hatten zwar bereits im Juni 2024 begonnen, doch die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts war anschließend von Ungarn mit einem Veto blockiert worden. Nach dem Regierungswechsel in Budapest wurde die Blockade nun aufgehoben, sodass die EU-Mitgliedstaaten sich auf eine gemeinsame Position für das erste Kapitel einigen und die nötigen Vorbereitungen abschließen konnten.

Hintergrund: Wie es zur Blockade kam

Der ungarische Ministerpräsident Magyar hatte die Zustimmung seines Landes an eine Einigung mit der Ukraine über den Schutz der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn in dem Nachbarland geknüpft. Diese Vereinbarung wurde nach Angaben von Magyar in der vergangenen Woche getroffen und ebnete den Weg für das Ende des ungarischen Widerstands. Sein Vorgänger Viktor Orbán, der das Amt jahrelang innehatte, war im April abgewählt worden.