Die Nato wird ihre alternde Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen durch bis zu 12 Maschinen des Typs Global 6000 oder Global 6500 ersetzen, nachdem die USA sich aus einem gemeinsamen Projekt zurückgezogen haben.

Hintergrund der Entscheidung

Die derzeitige Awacs-Flotte der Nato besteht aus 14 Boeing 707, die bereits seit rund 40 Jahren im Einsatz sind. Diese Flugzeuge waren an allen größeren Nato-Operationen beteiligt, darunter der Kampf gegen den Terrorismus und der Kosovo-Krieg. Die hohe Betriebsdauer und die technische Überalterung machen eine Erneuerung dringend notwendig.

Ursprünglich hatte die Nato erwogen, die US-amerikanischen Boeing E-7A Wedgetail als Nachfolger zu beschaffen. Doch nachdem die US-Regierung ihre Beteiligung an diesem Programm zurückgezogen hatte, entschied sich das Bündnis für eine alternative Lösung. Die Beschaffung wird nun von der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) organisiert.

Technische und finanzielle Aspekte

Die neuen Aufklärungsflugzeuge sollen vom Typ Global 6000 oder Global 6500 sein, einer modernen Variante der Geschäftsreiseflugzeuge von Bombardier. Die Anschaffungskosten werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Mit dieser Entscheidung setzt die Nato erstmals seit Jahrzehnten nicht auf US-amerikanische Technologie für ihre Aufklärungsflotte.

Bereits im September letzten Jahres hatte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Möglichkeit ins Spiel gebracht, das GlobalEye-System des schwedischen Herstellers Saab als Alternative zu nutzen. Dieses System gilt als technisch ausgereift und könnte eine nahtlose Integration in die Nato-Strukturen ermöglichen.