Die chinesischen Onlinehändler Temu und Shein verursachen nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) jährliche Umsatzverluste von 2,5 Milliarden Euro für den deutschen Einzelhandel.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Laut einer repräsentativen Umfrage unter 4.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern im Februar 2026 hätten 51 Prozent der Nutzer von Temu und Shein ihre Einkäufe bei deutschen Händlern getätigt, wenn die chinesischen Plattformen nicht verfügbar gewesen wären. Weitere 19 Prozent wären sogar bereit gewesen, höhere Preise in Deutschland zu zahlen. Die Studie zeigt, dass der Erfolg der beiden Shoppingportale bereits zu einem Verlust von über 40.000 Arbeitsplätzen geführt hat, vorwiegend im Einzelhandel.

Neben den direkten Umsatzeinbußen entgehen Bund, Ländern und Kommunen durch die Verlagerung der Käufe auf ausländische Plattformen schätzungsweise 420 Millionen Euro an Steuereinnahmen pro Jahr. Der HDE warnt vor weiteren negativen Folgen für die lokale Wirtschaft, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Regulatorische Entwicklungen

Aktuell können Pakete mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro zollfrei in die EU eingeführt werden. Diese Regelung begünstigt nach Ansicht von Experten die chinesischen Händler, da sie dadurch preislich wettbewerbsfähiger sind als lokale Anbieter. Ab Juli 2026 soll jedoch eine neue Abgabe von drei Euro für jedes Paket mit einem Wert bis 150 Euro eingeführt werden.