Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts von mehr als 900 Ebola-Verdachtsfällen in der Demokratischen Republik Kongo vor einer katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt gewarnt und eine sofortige Waffenruhe gefordert.

Kämpfe als größtes Hindernis

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus schrieb auf der Nachrichtenplattform X: „Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen.“ Er appellierte an die Konfliktparteien, sich auf eine sofortige Waffenruhe zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden könne.

Tedros besuchte die Provinz Ituri, das Zentrum des aktuellen Ebola-Ausbruchs, und traf in der Provinzhauptstadt Bunia ein. Er bezeichnete die anhaltenden Kämpfe als größtes Hindernis bei der Eindämmung der Krankheit.

„Wir können nicht helfen, solange Helfer um ihre Sicherheit und ihr Leben fürchten müssen“, sagte Tedros. „Ein Waffenstillstand, selbst ein kurzer, würde Leben retten.“

Nach Angaben der WHO wurden im vergangenen Monat rund 100.000 Menschen durch Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen vertrieben. In überfüllten Flüchtlingslagern können Kontaktpersonen von Infizierten keinen Abstand zu anderen halten.