Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich zum größten seit der Epidemie von 2018 bis 2020 entwickelt, während in Berlin ein erkrankter US-Bürger im Universitätsklinikum Charité behandelt wird.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet das zentralafrikanische Land inzwischen fast 750 Verdachtsfälle und rund 180 vermutete Todesfälle – Stand Freitagmittag. Erst 82 Infektionen und sieben Todesfälle sind offiziell bestätigt, doch die Zahl ungeklärter Todesfälle liegt bei 177. Das Gesundheitsministerium in Kinshasa sprach zuvor von 670 Verdachtsfällen und 160 mutmaßlichen Todesopfern.
Der Ausbruch konzentriert sich auf die östliche Unruheprovinz Ituri, wo nach neuen Kämpfen etwa 100.000 Menschen auf der Flucht sind. Bereits zwischen 2018 und 2020 waren dort Hunderte Gesundheitszentren angegriffen worden; damals starben fast 2.300 Menschen an Ebola, insgesamt gab es 3.500 Todesopfer im Osten des Landes. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Freitag: „Für den Kongo gelte nun die Risiko-Stufe ‚sehr hoch‘, für die Region die Stufe ‚hoch‘ und auf globaler Ebene die Stufe ‚niedrig‘.“

