DFB vor Einigung mit Klopp: Vertrag bis 2030 und Gehalt knapp über sieben Millionen Euro
Frankfurt/Main, 09 Juli 2026
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Kurzfassung
Der Deutsche Fußball-Bund verhandelt in New York mit Jürgen Klopp über einen Vierjahresvertrag als Bundestrainer bis zur WM 2030. Das Jahressalär soll laut „Bild" minimal über den sieben Millionen Euro liegen, die Julian Nagelsmann zuletzt erhielt; Red Bull verzichtet auf eine Ablöse.
Frankfurt/Main, 09 Juli 2026
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke reisen am Wochenende nach New York, um den seit Tagen erwarteten Vertrag mit Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer bis zur WM 2030 zu finalisieren.
Ausgangslage: Nagelsmanns Rücktritt und die Suche
Nach dem blamablen Aus der deutschen Mannschaft bei der WM 2026 gegen Paraguay im Sechzehntelfinale (3:4 i.E.) hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Rücktritt erklärt. Der DFB erwähnte Klopp dann überraschend namentlich in der offiziellen Kommunikation zu Nagelsmanns Rücktritt und lotete parallel Gespräche mit dem 59-Jährigen aus, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Klopp ist derzeit bei der Weltmeisterschaft als Experte für MagentaTV im Einsatz und hat sein Quartier in der US-Metropole. Die Bosse des deutschen Fußballs wollen ihren Wunschtrainer, der für MagentaTV die WM bis zum Finale begleiten wird, persönlich treffen, um „gegenseitige Vorstellungen auszutauschen".
Das Gehalt: knapp 30 Millionen Euro über vier Jahre
Laut „Bild" sind die wesentlichen Punkte zwischen Verband und Klopp bereits besprochen. Auch das Gehalt, das „minimal" über jenen sieben Millionen Euro liegen soll, die der zurückgetretene Julian Nagelsmann jährlich kassierte. Der 59-Jährige soll laut "Bild" pro Jahr minimal mehr verdienen als sein Vorgänger Julian Nagelsmann, der auf bis zu sieben Millionen Euro kam. Über die gesamte vierjährige Laufzeit bis einschließlich der WM 2030 bringt der Kontrakt demnach knapp unter 30 Millionen Euro ein.
Reise nach New York und das Finale der Verhandlungen
Am Wochenende fliegen DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesliga-Boss Hans-Joachim Watzke nach New York, um den Deal mit Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp endgültig zu fixieren. Nach SID-Informationen werden Neuendorf und Watzke demnach am Wochenende wahrscheinlich von Frankfurt/Main aus nach Amerika aufbrechen. Zum Wochenanfang wird auch Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff in den USA erwartet, um finale Details zu besprechen. Richtung Endspiel soll auch Mintzlaff dazustoßen, beim Gipfel dreier Parteien könnten sich letzte Knoten lösen. Die Verträge sollen laut "Bild"-Bericht nach der Rückkehr aller Parteien unterzeichnet werden.
Keine Ablöse für Red Bull
Red Bull erhält trotz eines bis 2029 laufenden Vertrages keine Ablösesumme, da Klopp dem Unternehmen weiterhin als Werbebotschafter erhalten bleibt. „Klopps dortiger Vertrag bis 2029 lasse sich auch so auflösen, Klopp bleibe Werbebotschafter für das Unternehmen", berichtete die Bild-Zeitung am Donnerstag. Eine Ablöse für Klopp ist laut "Bild"-Bericht wohl vom Tisch. Klopp (59) sei als omnipräsente Werbefigur wertvoller für den Energydrink-Konzern als eine Ablöse, heißt es. Adidas und der zuständige Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff antworteten zunächst ebenfalls nicht auf Anfrage.
Werbekonflikte und DFB-Partner
Klopps Werbe-Deal mit adidas (der DFB wird mit Jahresbeginn 2027 zu Nike wechseln) ist Bild zufolge ebenfalls kein Problem, da dieser nach der WM ohnehin auslaufe und nicht verlängert werde. Klopps Adidas-Bande dürften sich nach dpa-Informationen immerhin bald auflösen. Mit den DFB-Partnern Volkswagen, Zalando und Nike kommt sich Klopp nicht in die Quere. Auch seine privaten Werbepartner wie die Deutsche Vermögensberatung sollen bestehen bleiben.
Seinen Bundestrainer-Plan breitete er schon am Tag nach dem blamablen WM-Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale (3:4 i.E.) live on air freimütig aus. „Natürlich geht es um Struktur. Aber um etwas zu verändern, muss man zuallererst wissen, was wirklich passiert", sagte Klopp. Bis hinunter zur U10 müsse der DFB „alles hinterfragen", hatte er in seinem Expertenjob gesagt. Nach drei verkorksten WM-Turnieren geht es für den DFB um schnelle Erfolge schon im Herbst. Der erste offizielle Auftritt des neuen Coaches folgt höchstwahrscheinlich beim Supercup am Samstag, 22. August, 20.30 Uhr, wenn Borussia Dortmund auf den FC Bayern trifft.
Sein alter BVB-Freund Watzke hatte Klopp in einem Interview bereits einen „Patriotismusabschlag" nahegelegt. Watzke sprach im ZDF schon von dem "leichten Patriotismus-Abschlag", den er von Klopp erwarte. Watzke als Präsident des Historien-Vereins Borussia Dortmund kennt Klopp aus gemeinsamen Dortmunder Jahren.
Assistenten und Umbruch beim DFB
Beim DFB soll Klopp künftig nicht allein auf dem Platz stehen. Pepijn Lijnders, Klopps langjähriger Weggefährte beim FC Liverpool, ist als zweiter Assistenztrainer vorgesehen; er war zuletzt Assistent von Pep Guardiola bei Manchester City. Zusätzlich soll Peter Krawietz, derzeitiger Leiter der Fußball-Philosophie bei Red Bull, einer der Assistenten werden. Die Personalie gilt als Teil eines umfassenden Umbruchs beim DFB, zu dem auch die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden DFB-Geschäftsführers Andreas Rettig gehört.
Mertesacker als Nachfolger von Rettig
Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Rettig gilt Per Mertesacker, der nach Abschluss seiner Karriere acht Jahre lang die Akademie des FC Arsenal geleitet hat. Der 41-Jährige, seit kurzem ZDF-Experte, hat bereits öffentlich Interesse an einer Position beim Verband bekundet. Lothar Matthäus und Bayern-Patron Uli Hoeneß haben sich zuletzt ebenfalls für Mertesacker starkgemacht. An seiner Seite käme Nachwuchsdirektor Hannes Wolf laut kicker eine noch prominentere Rolle zu. Ein Einstieg Anfang 2027 könnte daher gut passen.
Mertesacker plant allerdings zunächst Urlaub und eine Pause zum Reflektieren. „Die Rolle, die er hatte, braucht es bei Jürgen Klopp nicht", sagte ZDF-Experte René Adler mit Blick auf DFB-Sportdirektor Rudi Völler und dessen jüngstes Ich-Bleibe-Statement. Völler hatte in der heißen Phase der Trainersuche klargestellt, weiter im Amt bleiben zu wollen.
Vergleich mit Liverpool: Vier Jahre zum Titelkandidaten
Den FC Liverpool übernahm er 2015. Die Reds befanden sich da in einem ähnlich miserablen Zustand wie die DFB-Elf heute. Vier Jahre brauchte er, um den Traditionsclub wieder titeltauglich zu machen. Das wäre 2030. Das Jahr der nächsten WM. Der neue Bundestrainer könnte im September mit dem Nations-League-Spiel in Amsterdam gegen die Niederlande debütieren – im Gegensatz zu Julian Nagelsmann, der erstmal nur für ein EM-Projekt anheuerte, würde Klopp direkt für einen WM-Zyklus unterschreiben.
DFB hält sich bedeckt
Offiziell wollte sich der DFB zu den Entwicklungen nicht äußern. Der Verband wies eine SID-Anfrage zurück und wollte keine Zwischenstände bekanntgeben, solange kein unterschriebener Vertrag vorliegt. Die Spekulationen um die Red-Bull-Arena in Leipzig als möglichen zusätzlichen Länderspielort und den Machtapparat am Campus in Frankfurt halten derweil an.
Noch steht Klopp beim Getränkeriesen bis 2029 als Head of Global Soccer unter Vertrag – das kann in Leipzig wie am Firmensitz in Fuschl am See glücklich machen. Der DFB, der zum Jahresende ausscheidenden DFB-Geschäftsführers Andreas Rettig verliert, setzt mit Klopp auf einen prominenten Zugang, der für mediale Strahlkraft sorgen soll.
Gut gelaunt wurde der Konzern-Geschäftsführer im Hospitality-Bereich jüngst beim Formel-1-Rennen in Silverstone gesehen – dort ging es für den 50-Jährigen primär noch um Motorsport-Geschäfte. In den kommenden Tagen dürfte Mintzlaffs Fokus jedoch auf dem Endspurt der Klopp-Verhandlungen liegen.
Während Messi, Haaland und Kane um die WM-Krone kämpfen, läuft im Hintergrund die Trainersuche des DFB auf Hochtouren. Der Verband hofft, mit Klopp einen sportlichen Neustart einzuleiten und die seit drei Turnieren ausbleibenden Erfolge bei Weltmeisterschaften zu beenden.
Fragen & Antworten
Wie viel soll Jürgen Klopp beim DFB verdienen?
Laut „Bild" soll Klopp pro Jahr minimal mehr verdienen als sein Vorgänger Julian Nagelsmann, der auf bis zu sieben Millionen Euro kam; über die vierjährige Laufzeit bis einschließlich der WM 2030 bringt der Kontrakt demnach knapp unter 30 Millionen Euro ein.
Warum zahlt Red Bull keine Ablöse für Klopp?
Red Bull verzichtet nach „Bild"-Angaben auf eine Ablösesumme, obwohl Klopps Vertrag als Head of Global Soccer bis 2029 läuft; er bleibt dem Unternehmen jedoch als Werbebotschafter erhalten, was ihn laut dem Bericht für den Konzern wertvoller macht als eine Ablöse.
Wer soll Klopps Assistent beim DFB werden?
Als zweiter Assistenztrainer ist Pepijn Lijnders vorgesehen, Klopps langjähriger Weggefährte vom FC Liverpool und zuletzt Assistent von Pep Guardiola bei Manchester City; zusätzlich soll Peter Krawietz, aktuell Leiter der Fußball-Philosophie bei Red Bull, einer der Assistenten werden.
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