DFB und Red Bull erzielen Einigung: Weg frei für Klopp als möglichen Bundestrainer
Frankfurt am Main, 14. Juli 2026
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Kurzfassung
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat sich mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auf eine Lösung im Fall Jürgen Klopp verständigt. Damit rückt eine Verpflichtung Klopps als künftiger Bundestrainer näher, formal beschließen müssen das aber Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat sich nach eigenen Angaben mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff auf eine Lösung zur Freigabe von Jürgen Klopp als künftigem Bundestrainer verständigt.
Das Treffen fand am Rande des WM-Finales statt, das am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in East Rutherford vor den Toren von New York ausgetragen wird. Wie der Deutsche Fußball-Bund anschließend mitteilte, sind beide Seiten zuversichtlich, dass die Verhandlungen – vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull – letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können. Konkret heißt es in der Mitteilung des Verbandes: „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen – vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull – letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“.
Voraussetzung bleibt allerdings eine endgültige vertragliche Regelung zwischen Klopp und Red Bull. Zu den finanziellen Bedingungen, unter denen der Getränkekonzern den bis 2029 datierten Vertrag als Head of Global Soccer auflösen würde, äußerte sich der DFB nicht. Zuletzt hatte es geheißen, dass es nicht um eine Abfindung in Millionenhöhe für Red Bull gehen solle, sondern eher um symbolhafte Aktivitäten mit Klopp als Repräsentant.
Der DFB machte zugleich deutlich, dass eine mögliche Verpflichtung formal noch nicht in trockenen Tüchern ist. „Ein möglicher Vertrag muss final in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG beschlossen werden“, hatte der Verband bereits nach dem Treffen von Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mit Klopp am vergangenen Samstag in New York klargemacht. Mit Mintzlaff dauerte die Klärung dem Vernehmen nach nur einen Sitzungstag.
Hintergrund: Klopps Vertrag bei Red Bull
Der designierte Bundestrainer wäre ein prominent besetzter Funktionär mit jahrzehntelanger Erfahrung. Klopp, der zuletzt im Vereinsfußball den FC Liverpool trainierte, hatte im Januar 2025 seine Rolle als Head of Global Soccer bei Red Bull angetreten. Sein dortiger Vertrag läuft bis Ende 2029. Über die Modalitäten einer vorzeitigen Trennung halten sich beide Seiten bedeckt.
DFB-Präsident Neuendorf sprach im Anschluss an das Gipfelgespräch von einem wichtigen Schritt, verwies aber auf die noch ausstehenden Gremiensitzungen. Auch Vizepräsident Watzke, der bereits am Samstag in New York mit Klopp zusammengetroffen war, äußerte sich zuversichtlich, ohne den Zeitplan zu konkretisieren.
Im deutschen Fußball herrscht nach dem enttäuschenden Abschneiden der Nationalmannschaft bei der laufenden Weltmeisterschaft großer Handlungsdruck. Die ersten vier Länderspiele in der kommenden Saison finden innerhalb von zehn Tagen zwischen dem 24. September und dem Anfang Oktober statt. Bis dahin müssen die Verantwortlichen Klarheit über die sportliche Führung schaffen.
Engpass: Spielfristen und WM-Fazit
Als Übergangslösung hatte zuletzt Bundestrainer Julian Nagelsmann die Mannschaft betreut. Mit ihm wurde nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in den USA über mögliche Nachfolger diskutiert. Klopp ist nach Einschätzung vieler Beobachter der Wunschkandidat, ein Wechsel war bislang jedoch am Vertrag mit Red Bull gescheitert.
Beim Konkurrenten FC Bayern München hatte man die Entwicklung ebenfalls genau beobachtet. In München war zuletzt immer wieder der Name eines früheren Trainers gefallen, sollten sich die DFB-Gremien anders entscheiden. Mit einer Lösung zwischen Neuendorf und Mintzlaff dürfte das Thema nun aber vorerst vom Tisch sein.
Stimmen aus der Bundesliga
Parallel zur Personalie steht der Verband vor einer Richtungsentscheidung in der Spielerausbildung. BVB-Sportchef Lars Ricken sieht nach der erneut verkorksten Weltmeisterschaft besonders die Bundesliga-Vereine in der Pflicht. „Der Nationaltrainer ist dafür verantwortlich, dass die Spieler, die er zur Verfügung hat, das maximale Ergebnis rausholen“, führte Ricken aus. „Für die Ausbildung der Spieler kann der DFB natürlich gewisse Leitplanken vorgeben. Aber letztendlich sind wir als Vereine dafür verantwortlich und in der Pflicht, die Spieler so auszubilden, dass sie auch bei einer Weltmeisterschaft den Unterschied machen.“
Rückenwind für die Personalie Klopp kommt auch aus der Bundesliga. Sein ehemaliger Klub Borussia Dortmund hatte bereits am Wochenende positiv auf die Annäherung reagiert. Ricken bezeichnete Klopp dort als „Rundum-Problemlöser-Paket“ – ein Bonmot, das in den sozialen Netzwerken schnell die Runde machte.
Der Fußballverband hatte die Neuigkeit am 14. Juli 2026 verbreitet; auch das öffentlich-rechtliche Programm Deutschlandfunk berichtete am selben Tag. Die Resonanz in Medien und Fanlagern fiel überwiegend verhalten positiv aus, wenngleich kritische Stimmen auf den ausstehenden Gremienentscheid hinwiesen.
Offene Formalien und Zeitplan
Sollten Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung in den kommenden Wochen zustimmen, wäre Klopp frühestens im Spätsommer offiziell als Bundestrainer vorgestellt. Bis zum ersten Länderspiel am 24. September bliebe dann reichlich Zeit für eine Einarbeitung. Unklar ist, in welcher Konstellation Klopp parallel seine Aufgaben bei Red Bull abgeben würde.
Red Bull selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Bedingungen einer Vertragsauflösung. Branchenkenner rechnen damit, dass das Thema ähnlich wie beim früheren Abgang des damaligen Sportchefs ruhig über die Bühne gehen soll. Auch über eine Ablösesumme oder ein gemeinsames Abschiedsprojekt wurde offiziell nichts bekannt.
Was bleibt zu klären
Offen ist zudem, welche Rolle Oliver Mintzlaff, der Geschäftsführer von RB Leipzig und im Konzern zuständige Manager für die Klopp-Verhandlungen, künftig spielt. Eine Stellungnahme von Mintzlaff zum Treffen in New York lag am späten Abend (Ortszeit) nicht vor. Beobachter werteten die rasche Einigung als Zeichen dafür, dass beide Seiten großes Interesse an einer geordneten Lösung haben.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass der DFB nach turbulenten Wochen zu einer Lösung in der wichtigsten Personalfrage kommt. Mit der Einigung in New York ist zumindest die größte Hürde auf dem Weg zu Klopp aus dem Weg geräumt – die formale Bestätigung durch die Gremien des Verbandes steht allerdings noch aus.
Fragen & Antworten
Wer ist Bernd Neuendorf?
Bernd Neuendorf ist Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und verhandelte in New York mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff über die Freigabe von Jürgen Klopp.
Warum hängt die Klopp-Verpflichtung am Vertrag mit Red Bull?
Jürgen Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer bei Red Bull angestellt, sein Vertrag läuft bis Ende 2029. Ohne eine Einigung mit dem Getränkekonzern kann der DFB ihn nicht verpflichten.
Welche Rolle spielt Julian Nagelsmann in der Personalie?
Der amtierende Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte die Mannschaft nach dem WM-Aus betreut; mit einer Einigung für Klopp wird über seine Zukunft neu zu entscheiden sein.
DFB-Einigung mit Mintzlaff: Klopp rückt näher an den DFB | nachrichten360