Klopp als Bundestrainer: DFB einigt sich auf Vertrag bis WM | nachrichten360
DFB-Spitze einigt sich mit Klopp auf Eckpunkte – Verhandlungen mit Red Bull stehen bevor
Frankfurt/New York, 11 Juli 2026
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Kurzfassung
Die DFB-Spitze hat sich mit Jürgen Klopp nach einem rund vierstündigen Treffen in New York auf wesentliche Eckpunkte eines möglichen Vertrags als Bundestrainer verständigt. Nun müssen noch Gespräche mit Klopps Arbeitgeber Red Bull über eine Vertragsauflösung geführt werden, bevor der designierte Nachfolger von Julian Nagelsmann offiziell vorgestellt werden kann.
Frankfurt/New York, 11 Juli 2026
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke haben sich in New York mit Jürgen Klopp auf wesentliche Eckpunkte eines Vertrags als Bundestrainer bis 2030 geeinigt, offene Detailfragen sollen in der kommenden Woche mit Red Bull geklärt werden.
FRANKFURT/NEW YORK. Die Spekulationen der vergangenen Tage haben sich in einer Hinsicht konkretisiert: Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich mit Wunschkandidat Jürgen Klopp nach einem rund vierstündigen persönlichen Gespräch in New York auf wesentliche Eckpunkte eines möglichen Vertrags verständigt. Das gab der Verband am Tag nach dem Treffen bekannt. Demnach soll der 59-Jährige einen Kontrakt erhalten, der einen WM-Zyklus bis 2030 umfasst und damit über die kommende Europameisterschaft 2028 hinausreicht. In den Verhandlungen um den Job des deutschen Teamchefs ist es laut Medienberichten zu einem ersten Treffen zwischen der DFB-Spitze und ihrem Wunschkandidaten Jürgen Klopp in New York gekommen.
„Bei dem konstruktiven Austausch wurde eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages erzielt“, teilte der DFB mit. Beide Seiten seien zuversichtlich, dass die Verhandlungen vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull erfolgreich abgeschlossen werden könnten. Die Gespräche werden in der kommenden Woche fortgesetzt. Damit ist klar: Ohne die Zustimmung des österreichischen Getränkekonzerns geht nichts.
Vier Stunden am Flughafen: So lief das Treffen
Ort des Treffens war nach Informationen der „Bild“-Zeitung das TWA-Hotel am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen. Die Unterredung am Flughafen soll mehr als vier Stunden gedauert haben. Den Auftakt machte ein Gespräch im Konferenzraum um 14.10 Uhr Ortszeit. Im Laufe der Verhandlungen traten Watzke und Klopp dem Bericht zufolge zweimal zu Zweiergesprächen vor die Tür. Neben DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke nahmen auf Klopps Seite dessen langjähriger Berater Marc Kosicke sowie die designierten Co-Trainer Peter Krawietz und Pepijn Lijnders teil. Gegen 18.43 Uhr verließ Klopp das Hotel, gab der Coach nach dem Ende des Meetings um 18.43 Uhr noch entspannt und gut gelaunt einige Autogramme in der Lobby, bevor er das Hotel verließ. Noch in der gleichen Nacht wollten Neuendorf und Watzke den Rückflug nach Frankfurt antreten.
Der designierte Bundestrainer arbeitet seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für Red Bull, sein Vertrag dort läuft bis 2029. „Stimmen die kolportierten Details, gibt Klopp seinen Job beim Getränkekonzern auf, bleibt aber Markenrepräsentant“, schrieb die „Bild“-Zeitung. Eine Ablösezahlung an Red Bull stehe demnach nicht im Raum. Stattdessen soll Klopp den Getränkekonzern weiter als Werbegesicht repräsentieren dürfen – eine Konstellation, die in der deutschen Fußballöffentlichkeit bereits für heftige Diskussionen sorgt.
Vertrag bis 2030, Gehalt knapp über Nagelsmann
Die Konditionen für den DFB sind offenbar weitgehend abgesteckt: Klopp soll demnach einen Vertrag bis nach der WM 2030 unterschreiben, ein Millionengehalt, das aber nur knapp höher als jenes von Vorgänger Nagelsmann sein soll. Laut Bild kam der laut Bild auf rund sieben Millionen Euro Gehalt im Jahr. Damit würde Klopp „minimal mehr“ als Vorgänger Julian Nagelsmann verdienen. „Bezahlung, Laufzeit und Wünsche für den Trainerstab sollen bereits geklärt sein“, heißt es in den Berichten. Die ersten Länderspiele der DFB-Elf stehen im September und Oktober an.
Strukturthemen, Zuständigkeiten und Klopps Werbeverträge mit Firmen, die mit Partnern des DFB konkurrieren, standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Im Raum steht die Frage, wie sich die Doppelfunktion als Markenbotschafter für Red Bull und Amt des Nationaltrainers miteinander vereinbaren lassen – eine Frage, die der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung scharf aufwarf. „Wenn es ihm so wichtig ist, Bundestrainer zu werden, dann muss er alles andere sein lassen. Deutscher Nationaltrainer ist ein Riesenamt in dieser Gesellschaft, immer noch und trotz der Dinge, die in den letzten Jahren nicht so gut gelaufen sind. Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen“, sagte Zwanziger. „Red Bull will Macht gewinnen in den Sport hinein“ durch eine Person, die neben dem Präsidenten die wichtigste Funktion im deutschen Fußball innehaben würde. Sollte sich dies bewahrheiten wäre es ein völliges No-Go.
Zwanziger kritisiert: „Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen“
DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der zuletzt die ehemalige WM-Generation zu mehr Engagement im Verband aufgerufen hatte, zeigte sich nach dem Telefonat zuversichtlich. In dem Gespräch habe sich „schnell herauskristallisiert, dass das am Ende auch funktionieren kann und wird“, sagte Völler. Auch DFB-Vize Watzke hatte im ZDF-Interview am 6. Juli den Zeitrahmen abgesteckt: „Wir wollen unseren Masterplan A versuchen durchzusetzen“ – und in längstens vier Wochen solle die Sache eingetütet sein. „Längstens. Das sollten wir hinkriegen.“
Auf der Gegenseite steht Oliver Mintzlaff, dessen Stellung als Red-Bull-Geschäftsführer die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite führt. Red Bull Managing Director Oliver Mintzlaff is expected to travel to America the following week. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff wird laut Medienberichten in den kommenden Tagen zu Verhandlungen in New York erwartet. Sein Einverständnis ist Voraussetzung, damit Klopps Vertrag beim Getränkekonzern, der noch bis 2029 datiert ist, aufgelöst werden kann. „Die noch notwendigen Verhandlungen mit Red Bull über eine Auflösung des bis 2029 datierten Vertrags von Klopp als Head of Global Soccer sollen kommende Woche folgen“, heißt es aus Verbandskreisen.
Mintzlaff reist an: Red Bull muss zustimmen
Sollte das Gesamtpaket stehen, müsste der Vertrag formal in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH & Co. KG abgesegnet werden. Bis dahin ist Klopp offiziell noch TV-Experte bei MagentaTV, wo er die laufende WM in den USA, Mexiko und Kanada als Experte begleitet. Der Sender berichtet aus dem Land des Erstrundenaus von Paraguay im Sechzehntelfinale. Seit dem deutschen WM-Aus ist schon so viel an Bedingungen und Forderungen durchgesickert, hatte die Süddeutsche Zeitung notiert und von einem „faustischen Pakt, einer Verabredung, deren Preis man erst erkennt, wenn es zu spät ist“ gesprochen.
In der Fußballöffentlichkeit fällt die Bewertung gemischt aus. Während Weltmeister Jürgen Kohler in Klopp „den perfekten Mann“ sieht – „Er bringt vieles mit, was Deutschland wieder braucht: Leidenschaft, Klarheit und Emotionen“ –, sehen andere die Verquickung mit Red Bull kritisch. Thomas Kessen von der Fan-Allianz „Unsere Kurve“ sprach von „ein weiterer Kniefall vor dem Kapital“. Bastian Schweinsteiger, 41, nannte den Flug der DFB-Spitze in die USA während des laufenden Turniers „ein bisschen hektisch“. „Deutschland war immer dann stark, wenn jeder wusste, wofür diese Mannschaft steht: Zusammenhalt, Mentalität, Leidenschaft und die Bereitschaft, alles für den Erfolg zu investieren“, hatte Kohler gefordert. Philipp Lahm, Weltmeister-Kapitän von 2014, hinterfragte, ob Klopp unabhängig von der Red-Bull-Frage „die Ideallösung“ sei.
Gemischte Reaktionen aus der Fußballöffentlichkeit
Klopp selbst hatte seine Bereitschaft zuletzt mehrfach bekräftigt. „Ich bin mehr als aufgetankt, ich bin bereit“, sagte der 59-Jährige. Der Stuttgarter, der den FSV Mainz 05 2004 in die Bundesliga führte, mit Borussia Dortmund 2011 und 2012 deutscher Meister sowie 2012 DFB-Pokalsieger wurde und mit dem FC Liverpool 2019 die Champions League, 2020 die englische Meisterschaft und 2022 den FA-Cup gewann, soll den Umbruch nach dem enttäuschenden Turnier von 2026 anführen. Sein Vorgänger Julian Nagelsmann, 38, hatte nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay im Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale seinen Rücktritt erklärt – der 59-jährige Jürgen Klopp soll nun die Wende einleiten, vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung aus Fuschl am See.
Am Rande der Personalie beschäftigt den DFB auch der sportliche Nachwuchs: Die U19 des DFB steht im EM-Finale gegen Spanien (Samstag, 20.00 Uhr) – die Tore zum 2:1-Halbfinalsieg über die Ukraine durch Otto Stange (Hamburger SV) und Francis Onyeka (SV Elversberg) nähren die Hoffnung auf eine perspektivische Verzahnung mit der A-Nationalmannschaft. Auch Sami Khedira, 39, schlug unterdessen einen neuen Weg ein: Der 2014er-Weltmeister wechselt als Teammanager in den Trainerstab von José Mourinho bei Real Madrid, der in der kommenden Saison zum zweiten Mal auf der Bank der Königlichen sitzen wird. Und VfB-Profi Angelo Stiller wurde währenddessen auf Mallorca beim Feiern im Megapark gesehen – „Auch ein Profi-Fußballer muss mal abschalten und sein Leben genießen. Schön, dass du da warst, Angelo. Bis zum nächsten Mal“, kommentierte der Club.
Ausblick: September-Länderspiele als erster Härtetest
Die nächsten Tage werden zeigen, ob der „Masterplan A“ tatsächlich aufgeht. Sollten sich DFB, Klopp und Red Bull einigen, könnte der Verband nach vier Jahren wieder einen namhaften Trainer mit internationalem Profil präsentieren – und die deutsche Nationalmannschaft erhielte einen Coach, der zuletzt in Liverpool Geschichte geschrieben hatte, ehe er im Sommer 2024 erklärte, seine Energie sei aufgebraucht. Heute sagt er das Gegenteil: „Ich bin mehr als aufgetankt, ich bin bereit.“
Fragen & Antworten
Wer ist Jürgen Klopp, und warum steht er als Bundestrainer im Gespräch?
Jürgen Klopp, 59 Jahre alt, ist ehemaliger Trainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool und arbeitet seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für Red Bull. Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann infolge des deutschen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay gilt Klopp als Wunschkandidat des DFB für den Posten des Bundestrainers.
Wie ist der Stand der Verhandlungen zwischen DFB und Klopp?
Die DFB-Spitze mit Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke hat sich mit Klopp in New York auf wesentliche Eckpunkte eines Vertrags bis zur WM 2030 verständigt. Offen sind noch Gespräche mit Klopps Arbeitgeber Red Bull über eine Vertragsauflösung, die laut DFB in der kommenden Woche fortgesetzt werden sollen.
Welche Rolle spielt Red Bull in den Verhandlungen?
Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer bei Red Bull angestellt, sein Vertrag läuft bis 2029. Ohne eine Einigung mit dem Getränkekonzern kann der DFB den Coach nicht verpflichten. Verhandlungen mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der in den kommenden Tagen in New York erwartet wird, sollen diese letzte Hürde aus dem Weg räumen.