DFB-Team startet mit Kantersieg in die WM: 7:1 gegen Curaçao
Houston, 14. Juni 2026
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Kurzfassung
Deutschland ist mit einem deutlichen 7:1 (3:1) gegen WM-Neuling Curaçao in die Weltmeisterschaft 2026 in Houston gestartet. Doppeltorjäger Kai Havertz, Felix Nmecha, Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala, Nathaniel Brown und Deniz Undav trafen für den vierfachen Weltmeister.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihr Auftaktspiel bei der WM 2026 in Houston, Texas, mit 7:1 (3:1) gegen WM-Neuling Curaçao gewonnen und damit den ersten Schritt in Gruppe E gemacht.
Vor 68.021 Zuschauern im überdachten und klimatisierten Stadion der Houston Texans, das bei rund 22 Grad Celsius unter geschlossenem Dach eine besondere Spielatmosphäre bot, begann die Partie für die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann optimal.
Felix Nmecha brachte die DFB-Elf bereits in der sechsten Minute in Führung – nach einer von Florian Wirtz eingeleiteten Passkombination. Es war das früheste WM-Tor der deutschen Geschichte seit Philipp Lahms Treffer beim Sommermärchen 2006.
Curaçao, das im FIFA-Ranking auf Platz 82 stand und sein erstes WM-Spiel überhaupt bestritt, schlug jedoch zurück: In der 21. Minute erzielte Livano Comenencia vom FC Zürich den Ausgleich, wobei eine unglückliche Abwehraktion von Kapitän Joshua Kimmich den Ball entscheidend abfälschte. Es war das erste WM-Tor in der Geschichte des Karibikstaates.
In der 28. Minute stellte Nico Schlotterbeck die deutsche Führung wieder her. Der 26-jährige Innenverteidiger traf per Kopf nach einer Ecke von Nathaniel Brown – es war sein erstes Länderspieltor im 28. Einsatz für Deutschland.
Blitzstart und schnelle Antwort
Kurz vor der Pause erhöhte Kai Havertz per Foulelfmeter auf 3:1. Der 27-jährige Arsenal-Profi verwandelte den Strafstoß in der fünften Minute der Nachspielzeit sicher und stellte damit zugleich seinen fünften verwandelten Elfmeter im sechsten Versuch für die Nationalmannschaft unter Beweis. Den Strafstoß hatte ein Foul von Riechedly Bazoer an Nmecha ausgelöst.
Mit dem Wiederanpfiff dauerte es nur 68 Sekunden, bis Jamal Musiala auf 4:1 stellte. Der Bayern-München-Star traf in der 47. Minute aus spitzem Winkel nach einem Steilpass von Joshua Kimmich ins Netz.
In der 63. Minute bot sich Leroy Sané eine klare Torchance, doch der Angreifer vergab freistehend. Nur fünf Minuten später war es dann Nathaniel Brown, der auf 5:1 erhöhte. Der 23-jährige Linksverteidiger von Eintracht Frankfurt, der laut Bild-Bericht kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern München für über 50 Millionen Euro steht, traf bei seinem WM-Debüt in der 68. Minute, assistiert von dem eingewechselten Deniz Undav.
Undav selbst legte in der 78. Minute nach und erhöhte auf 6:1. Der Stürmer von VfB Stuttgart war erst als Joker ins Spiel gekommen und erzielte seinen Treffer mit einer sehenswerten Aktion. Den Schlusspunkt setzte erneut Kai Havertz in der 88. Minute, der einen Lupfer von Deniz Undav verwertete und mit seinem zweiten Treffer den 7:1-Endstand herstellte.
Doppelschlag nach der Pause
Das Resultat bedeutete den höchsten deutschen WM-Sieg seit dem 8:0 gegen Saudi-Arabien im Jahr 2002 und gleichzeitig den zweithöchsten aller Zeiten – gleichauf mit dem legendären 7:1 gegen Brasilien im Halbfinale der WM 2014. Zudem baute die DFB-Elf ihre Siegesserie auf zehn Erfolge in Folge aus.
In der Startelf stand auch Torhüter Manuel Neuer, der nach zweijähriger Abwesenheit in die Nationalmannschaft zurückgekehrt war. Der 40-Jährige absolvierte sein 20. WM-Spiel und stellte damit einen neuen Rekord für die meisten WM-Einsätze eines Torhüters auf. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte Neuer kurz vor dem Turnier zurückbeordert und Oliver Baumann, den Stammkeeper der Qualifikation, auf die Bank gesetzt.
Historischer Abend für Neuer
Bereits vor dem Spiel hatte Nagelsmann die Partie als David-gegen-Goliath-Duell und DFB-Pokal-Situation bezeichnet. Auch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte eine klare Erwartungshaltung formuliert: «Wir wollen einfach erfolgreich ins Turnier starten und nicht über ein 5:0 schwadronieren.» Deniz Undav ergänzte selbstbewusst: «Wenn ich sagen würde, ich will ins Achtelfinale kommen, dann wäre ich falsch hier.»
Für die deutsche Mannschaft war es ein insgesamt gelungener Auftakt, wenn auch nicht ohne Wackler. Die Elf von Julian Nagelsmann, mit 38 Jahren der jüngste Trainer des Turniers, traf im Laufe des Spiels noch weitere Wechsel: Antonio Rüdiger und Leon Goretzka wurden spät eingewechselt, nachdem Aleksandar Pavlović in der zentralen Mittelfeldposition neben Nmecha begonnen hatte. Auch Leroy Sané hatte nach der verletzungsbedingten Herausnahme von Lennart Karl ursprünglich in die Startelf gerückt.
Bastian Schweinsteiger kommentierte das Spiel für die ARD und brachte die Stimmung nach dem Ausgleichstreffer auf den Punkt: «Jetzt ist das Schlimmste eingetroffen. Der Glaube bei Curacao ist da!» Doch die deutsche Mannschaft ließ keine Zweifel mehr aufkommen.
Reaktionen und Ausblick
Der Gegner war unterdessen kein unbeschriebenes Blatt: Jürgen Locadia, einstiger Bundesliga-Stürmer, spielte in der Sturmspitze der Karibikinsel. Curaçao wird vom 78-jährigen Dick Advocaat trainiert, der als ältester Coach des Turniers gilt und Nagelsmann damit einen Generationen-Gegensatz gegenüberstellt.
Die deutschen Fans dürfen sich nach dem deutlichen Auftakterfolg bereits auf die nächsten Aufgaben freuen: Am Samstag trifft die DFB-Elf in Toronto auf die Elfenbeinküste, ehe am 25. Juni das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador ansteht. Die Mannschaft fliegt zunächst zurück ins WM-Basiscamp nach Winston-Salem, North Carolina, wo am Dienstag die Vorbereitung auf das zweite Gruppenspiel beginnt.
Fünf deutsche Spieler feierten in Houston ihr WM-Debüt – darunter Nathaniel Brown, der sich mit einem Tor und einer Vorlage besonders einprägsam in Szene setzte. Kai Havertz war der einzige deutsche Akteur, der bereits vor diesem Turnier WM-Tore erzielt hatte, und ist nun mit vier Treffern in drei WM-Spielen der produktivste deutsche Torschütze der jüngeren Vergangenheit.
Curaçao schreibt Geschichte
Die Reaktionen nach dem Spiel fielen entsprechend positiv aus. Neuer selbst erklärte: «Mit positiven Gedanken» gehe er in seine fünfte Weltmeisterschaft. «Ich freue mich auf alles, was kommt. Ich bin voller Energie.» Nagelsmann lobte die Erfahrung des Torhüters in höchsten Tönen: «Manu hat eine Riesen-Turnier-Erfahrung. Die ist nicht nur im Spiel wichtig, sondern auch vor dem Spiel. Er hat alles erlebt, von ganz positiven Momenten bis hin zu sehr negativen auf der großen Bühne. Er ist ein Ruhe gebender Faktor für uns. Und er ist nach wie vor einer der besten Keeper der Welt.»
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Jonathan Tah leistete sich einen Fehler, der zum Ausgleich führte, und zeigte damit, dass die deutsche Defensive noch nicht vollständig abgestimmt ist. Dennoch überwog am Ende deutlich die Zuversicht, dass das Team um den vierfachen Weltmeister auf einem guten Weg ist, das Trauma der gescheiterten Gruppenspiele von 2018 und 2022 diesmal zu vermeiden. Bei dieser WM erreichen immerhin acht der zwölf Drittplatzierten den K.o.-Runde, was das Risiko eines erneuten Vorrunden-Aus deutlich verringert.
Für Curaçao geht das Abenteuer Weltmeisterschaft am Freitag in Kansas City gegen Ecuador weiter – ein historisches Turnier, in dem das kleine Karibikland mit dem ersten WM-Tor seiner Geschichte bereits für einen unvergesslichen Moment gesorgt hat.
Insgesamt zeigt der Auftakt: Die deutsche Mannschaft verfügt über eine breite Auswahl an Torschützen, eine funktionierende Mischung aus Erfahrung (Neuer) und jugendlichem Elan (Musiala, Brown) sowie einen Trainer, der die richtigen Worte vor und nach dem Spiel findet. Die Vorrunde dient nun dazu, diesen Schwung in die entscheidenden K.o.-Spiele mitzunehmen.
Fragen & Antworten
Wer hat die Tore für Deutschland gegen Curaçao geschossen?
Felix Nmecha (6.), Nico Schlotterbeck (28.), Kai Havertz (45.+5/Foulelfmeter und 88.), Jamal Musiala (47.), Nathaniel Brown (68.) und Deniz Undav (78.) trafen für die deutsche Mannschaft beim 7:1-Auftaktsieg in Houston.
Welchen Rekord stellte Manuel Neuer im Spiel auf?
Der 40-jährige Torhüter absolvierte sein 20. WM-Spiel und ist damit der Torhüter mit den meisten WM-Einsätzen überhaupt. Zudem kehrte er nach zweijähriger Pause in die Nationalmannschaft zurück.
Wie geht es für Deutschland im Turnier weiter?
Nach dem Auftaktsieg trifft die DFB-Elf am 20. Juni in Toronto auf die Elfenbeinküste und am 25. Juni auf Ecuador. Die Mannschaft reist zunächst ins WM-Basiscamp nach Winston-Salem, North Carolina.
Deutschland 7:1 Curaçao: WM-Auftakt in Houston 2026 | nachrichten360