DFB-Team verliert gegen Ecuador: Rüdiger und Raum starten, Schlotterbeck fehlt verletzt
East Rutherford, 25. Juni 2026
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Kurzfassung
Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat ihr letztes Gruppenspiel bei der WM in den USA gegen Ecuador mit 1:2 (1:1) verloren und damit den ersten Platz in Gruppe E abgegeben. Bundestrainer Julian Nagelsmann musste wegen der Verletzung von Nico Schlotterbeck und muskulärer Probleme bei Nathaniel Brown die Innenverteidigung mit Antonio Rüdiger und die linke Außenbahn mit David Raum umbesetzen.
Die deutsche Nationalmannschaft hat am Donnerstagabend ihr abschließendes Gruppenspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA gegen Ecuador mit 1:2 (1:1) verloren und steht am Montag in Boston vor dem Achtelfinale.
Umbau in der Defensive
Vor 80.663 Zuschauern im Endspielstadion von East Rutherford nahe New York kassierte das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann die erste Niederlage nach zuvor elf Siegen in Folge. Die deutsche Mannschaft hatte bereits vor dem Anpfiff den Gruppensieg sicher und trat daher mit zwei Wechseln in der Startelf an. Für den verletzten Nico Schlotterbeck verteidigte Antonio Rüdiger von Real Madrid in der Innenverteidigung, auf der linken Außenbahn ersetzte David Raum den an Adduktorenproblemen leidenden Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt.
Zugleich saß Angreifer Deniz Undav vom VfB Stuttgart erneut nur auf der Bank. Der 29-Jährige, der in den ersten beiden Spielen als Einwechselspieler dreimal getroffen hatte, sollte nach Nagelsmanns Planung erst im Laufe der Partie eingewechselt werden und seine Torgefahr als Joker unter Beweis stellen. Nagelsmann hatte die Personalentscheidungen rund 20 Stunden vor dem Anpfiff auf einer Pressekonferenz in Winston-Salem verkündet, an der auch Undav teilnahm.
Ecuador unter Druck, Deutschland ohne Not
Ecuador brauchte den Sieg, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren, und trat entsprechend selbstbewusst auf. Die Südamerikaner waren mit einer Serie von 19 ungeschlagenen Spielen in das Turnier gestartet, hatten jedoch zuvor torlos gegen Curaçao gespielt und gegen die Elfenbeinküste verloren. Trainer Sebastian Beccacece sprach vor dem Spiel davon, dass das Schicksal des Teams in den eigenen Händen liege. "Unser Schicksal liegt immer noch in unseren Händen – oder besser gesagt in unseren Füßen", sagte der ecuadorianische Coach.
Die deutsche Mannschaft geriet früh in Rückstand. Leroy Sané erzielte nach 1:49 Minuten zwar das zweitschnellste Tor in der deutschen WM-Geschichte, doch Ecuador schlug durch Nilson Angulo in der 9. Minute zurück. Gonzalo Plata sorgte in der 77. Minute für den 2:1-Endstand. Schiedsrichterin Tori Penso, die Amerikanerin leitete ihre zweite Partie bei diesem Turnier, hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst einen Strafstoß für Deutschland gegeben, die Entscheidung jedoch kurz darauf zurückgenommen, weil Sané im Vorfeld ein Foul begangen hatte. Aleksandar Pavlovic überstand ein hohes Einsteigen gegen Pedro Vite im Vorfeld des deutschen Tores ohne Konsequenz; der Videoschiedsrichter griff nicht ein.
Schlotterbecks Ausfall und ein Zeichen
Verteidiger Jonathan Tah bildete mit Rüdiger die Innenverteidigung, nachdem Schlotterbeck im Spiel gegen die Elfenbeinküste einen Innenbandriss im linken Sprunggelenk erlitten hatte. "Nico Schlotterbeck hat sich gegen die Elfenbeinküste einen Innenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen", hieß es aus dem deutschen Lager. "Der Innenverteidiger kann nicht mehr an der WM teilnehmen." Schlotterbeck verfolgte die Partie dennoch auf Krücken im Stadion und wurde von den Fans mit Applaus bedacht. Nagelsmann würdigte die Geste später im ARD-Interview als "Ein super Zeichen" und fügte mit Blick auf die Enttäuschung des Spielers hinzu: "Er hätte auch sagen können: Ich fliege in den Urlaub."
Rüdiger und Raum standen damit erstmals bei einer Weltmeisterschaft in der Startelf. Nagelsmann lobte ausdrücklich die Einstellung des Real-Madrid-Profis, der zuvor nicht zum Einsatz gekommen war. "Das Top-Verhalten von Toni, als er nicht gespielt hat, wird jetzt belohnt. Toni ist körperlich auf einem Top-Niveau", sagte der Bundestrainer. Brown absolvierte am Tag vor dem Spiel nur ein Individualprogramm in Winston-Salem und wird nach Einschätzung der medizinischen Abteilung rechtzeitig für das Achtelfinale fit sein.
Deniz Undav gab sich bei der Pressekonferenz am Vorabend gelassen. "Wenn ich unzufrieden wäre, wäre ich nicht hier", sagte der Stürmer, der in den ersten beiden Spielen nur 56 beziehungsweise 58 Minuten auf dem Platz stand und dabei drei Tore erzielte sowie zwei weitere vorbereitete. "Ich bin zweimal von der Bank gekommen – und wir haben die Spiele gewonnen." Auch eine Frage zu Lionel Messi, der die WM-Torjägerliste mit fünf Treffern anführt und einen Tag vor dem Spiel 39 Jahre alt wurde, beantwortete der Stürmer mit einem Schmunzeln: "Ich genieße seine Spiele. Er läuft zwar nur noch sieben oder acht Kilometer im Spiel. Aber was er mit dem Ball macht, ist überragend."
Undav bleibt die Bankoption
Nagelsmann erklärte seine Rolle für Undav im ARD-Interview: "Wer ist der Spieler im Kader, der der Finisher ist? Wir haben nicht allzu viele Spieler im Kader mit der Quote von Deniz. Dieser klassische Finisher im Kader ist nur er." Undav wurde in der 60. Minute eingewechselt, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden. Insgesamt hat Nagelsmann damit 17 seiner 23 Feldspieler im Turnierverlauf eingesetzt.
Trotz der Niederlage hatte die deutsche Mannschaft bereits vor diesem Spiel den ersten Platz in Gruppe E gesichert – durch den 2:1-Sieg in der Nachspielzeit gegen die Elfenbeinküste, bei dem Undav mit einem Doppelpack entscheidend eingewechselt worden war. Ein Umstand, den das deutsche Lager ausdrücklich nutzen wollte, um Spieler zu schonen und das Personal für die K.-o.-Runde in Form zu bringen. "Wir müssen schon auch im Rhythmus bleiben für unsere nächsten Aufgaben", sagte Nagelsmann mit Blick auf das Achtelfinale. "Wir wollen uns auf die K.o.-Phase vorbereiten." Auch Mittelfeldspieler Nadiem Amiri betonte: "Wir müssen im Rhythmus bleiben, jeder Sieg ist gut für uns."
Bei Temperaturen um 30 Grad Celsius ließen die Deutschen jedoch vor allem defensiv die gewohnte Stabilität vermissen. Schon gegen Curaçao und insbesondere gegen die Elfenbeinküste hatte die Mannschaft Schwächen in der Rückwärtsbewegung und im Zweikampfverhalten gezeigt. Diese Mängel offenbarten sich auch gegen Ecuador, dessen Angriff über weite Strecken enttäuschend aufgetreten war, in den entscheidenden Momenten jedoch zweimal eiskalt zuschlug. Angelo Stiller war zur Halbzeit für den bereits verwarnten Pavlovic in die Partie gekommen.
Elfenbeinküste erreicht das Achtelfinale
Parallel hatte die Elfenbeinküste in Philadelphia 2:0 (1:0) gegen Curaçao gewonnen und sich erstmals in der Verbandsgeschichte für die K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft qualifiziert. Vor 68.324 Zuschauern trafen Nicolas Pépé in der 7. und 64. Minute. Deniz' Klubkamerad Yan Diomande von RB Leipzig bereitete das erste Tor vor. Das ivorische Team um Trainer Emerse Fae trifft im Achtelfinale voraussichtlich auf Norwegen oder Frankreich. Curaçao, das kleinste WM-Teilnehmerland der Geschichte und vom 78-jährigen Niederländer Dick Advocaat betreut, schied als Gruppenvierter aus.
Der deutsche Trainer reagierte nach dem Schlusspfiff nüchtern auf die Niederlage. "Im Laufe des Spiels werden wir wieder versuchen, gute Entscheidungen zu treffen", sagte Nagelsmann zu möglichen personellen Konsequenzen für die kommenden Aufgaben. Mit Blick auf die kommenden Aufgaben kündigte er weitere Wechsel an, sollte dies die Situation erfordern: "Wir werden die Wechsel vornehmen, die wir müssen." Deniz Undav hatte zuvor schon angekündigt, sich weiter in den Dienst der Mannschaft zu stellen: "Ich bin zweimal von der Bank gekommen – und wir haben die Spiele gewonnen."
Ausblick auf das Achtelfinale in Boston
Die deutsche Mannschaft fliegt nun nach Boston, wo am Montag um 22:30 Uhr deutscher Zeit das Achtelfinale in Foxborough stattfindet. Die Partie wird vom ZDF und MagentaTV übertragen. Das Endspiel der Weltmeisterschaft ist für den 19. Juli in New York terminiert. Vier Tage bleiben dem DFB-Team, um die defensiven Wunden zu heilen und den Rhythmus für die K.-o.-Phase wiederzufinden.
Mit dem Achtelfinaleinzug wartet auf die Mannschaft von Nagelsmann eine deutlich höhere Belastung als in der Gruppenphase. Ausgerechnet dann fällt mit Schlotterbeck ein Leistungsträger in der Innenverteidigung für den Rest des Turniers aus. Rüdiger und Tah bilden nun das neue Abwehrzentrum. Auf der linken Außenbahn ist Raum nach seinem ersten WM-Einsatz ebenfalls gefordert, während auf den Außenpositionen personelle Alternativen fehlen.
Fragen & Antworten
Warum hat Bundestrainer Nagelsmann die Startelf gegen Ecuador auf zwei Positionen verändert?
Nagelsmann reagierte auf den Ausfall von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck, der im Spiel gegen die Elfenbeinküste einen Innenbandriss im linken Sprunggelenk erlitten hatte. Für ihn begann Antonio Rüdiger, den Platz des an Adduktorenproblemen leidenden Nathaniel Brown nahm David Raum ein.
Welche Bedeutung hat die 1:2-Niederlage für Deutschland im Turnierverlauf?
Die Mannschaft hatte bereits vor dem Spiel durch den 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste den Gruppensieg in Gruppe E sicher und zieht am Montag in Foxborough/Boston ins Achtelfinale ein. Die Niederlage kostete allerdings den elften möglichen Sieg in Serie und verhinderte den ersten Gruppensieg vor dem letzten Gruppenspiel seit 1934.
Wer steht der deutschen Mannschaft im Achtelfinale gegenüber und wann findet das Spiel statt?
Der Achtelfinalgegner wird erst nach den parallelen Gruppenspielen ermittelt. Das Spiel findet am folgenden Montag um 22:30 Uhr deutscher Zeit in Foxborough bei Boston statt und wird live im ZDF und bei MagentaTV übertragen.
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