DFB-Bundestrainerfrage: Klopp verkündet Einigung mit Red Bull – Vertragsunterzeichnung am Freitag erwartet
Frankfurt, 19. Juli 2026
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Kurzfassung
Jürgen Klopp hat vor dem WM-Finale live im Fernsehen eine Einigung mit Red Bull über seinen Abschied verkündet. Der DFB plant, den 59-Jährigen am kommenden Freitag in Frankfurt als neuen Bundestrainer vorzustellen.
Jürgen Klopp hat am Sonntag vor dem WM-Finale in East Rutherford live im deutschen Fernsehen eine Einigung mit seinem Arbeitgeber Red Bull über seinen vorzeitigen Abschied verkündet; der Deutsche Fußball-Bund plant, den 59-Jährigen am kommenden Freitag in Frankfurt als Nachfolger von Julian Nagelsmann als Bundestrainer vorzustellen.
Der Durchbruch vor dem WM-Finale
Die deutschen Fußballfans müssen nicht länger rätseln. Jürgen Klopp hat am Sonntag, dem 19. Juli 2026, kurz vor Anpfiff des WM-Finales zwischen Spanien und Argentinien im MetLife-Stadium von East Rutherford in einem aufgezeichneten TV-Gespräch mit dem Sender MagentaTV eine Einigung mit dem Getränkekonzern Red Bull über seinen vorzeitigen Abschied öffentlich gemacht. Damit ist der wichtigste personale Eckpfeiler für die Neubesetzung der Position des Bundestrainers gesetzt.
Klopp sagte in dem Interview wörtlich: „Ich habe eine Einigung und eine Regelung mit Red Bull gefunden, eine sehr, sehr großzügige Regelung, wenn man so will.“ Der bisherige Chef der weltweiten Fußballaktivitäten von Red Bull fügte hinzu, es seien zwar noch viele Gespräche zu führen, doch es stehe „eigentlich nichts mehr im Wege – nur, es ist noch nicht offiziell“. Mit dieser Formulierung schlug der 59-Jährige eine Brücke zwischen der medialen Vorfreude und der verbandspolitischen Realität.
Denn so weit ist der Deutsche Fußball-Bund noch nicht. Klopp betonte: „Es ist nichts final, aber die Gespräche liefen und alles geht in die richtige Richtung.“ Er beklagte zugleich, dass in den vergangenen Tagen zu viele Details durchgesickert seien und nicht alle Medienberichte der Wahrheit entsprochen hätten. Der DFB selbst wählte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) einen zurückhaltenden Ton: „Der DFB kommentiert den aktuellen Verhandlungsstand mit Jürgen Klopp nicht. Eine finale Entscheidung treffen die zuständigen Gremien.“
Hintergrund: Das WM-Debakel und Nagelsmanns Abgang
Nach übereinstimmenden Medienberichten, unter anderem von Bild und Sky, ist die Vertragsunterzeichnung für den kommenden Freitag vorgesehen. Im Idealfall und sofern die letzten vertraglichen Details geklärt werden, soll Klopp noch am selben Tag in Frankfurt als 13. Bundestrainer der deutschen Fußballgeschichte der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Vertrag soll bis zur WM 2030 laufen und damit einen kompletten WM-Zyklus abdecken.
Damit würde Klopp exakt zwei Jahre nach dem historischen Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft bei einer WM die sportliche Verantwortung für jene Auswahl übernehmen, die ihn einst als Spieler in Mainz geprägt hat. Er wäre der dreizehnte Cheftrainer in der Geschichte der DFB-Auswahl seit Bestehen des Bundes und der erste ehemalige Liverpool- und BVB-Meistertrainer auf diesem Posten seit langem.
Red Bulls Verzicht auf eine Ablöse
Hintergrund des Personalwechsels ist das enttäuschende Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft, die in den USA stattfand. Die Mannschaft von Julian Nagelsmann schied nach der Gruppenphase im Achtelfinale aus – nach Angaben der Berichterstattung gegen Paraguay –, was in der Folge einen personellen Umbruch beim DFB auslöste. Nagelsmann, dessen Vertrag ursprünglich noch zwei Jahre bis 2028 gelaufen wäre, musste seinen Posten räumen. Über die genauen Umstände, insbesondere die finanziellen Modalitäten, schweigen beide Seiten.
Bemerkenswert ist, dass der DFB nach Informationen aus den Berichten keine Ablösesumme an Red Bull zahlen muss. Der österreichische Getränkekonzern lässt Klopp demnach ohne Bedingungen aus seinem bis 2029 datierten Vertrag als „Head of Global Soccer“ ziehen. Möglich gemacht wurde dies durch ein persönliches Gespräch zwischen Klopp und dem Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. In dieser Unterredung einigten sich beide Seiten dem Vernehmen nach auf eine „großzügige Regelung“, wie Klopp sie nannte. Damit entfällt auch die zunächst kolportierte Variante, dass Klopp bei Red Bull als Berater oder Markenbotschacher an Bord bleiben könnte.
Das Spitzentreffen in New York
Vorausgegangen war ein Spitzentreffen am vorletzten Samstag in New York, an dem neben Klopp auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke teilnahmen. Bei diesem Treffen wurde nach Angaben aus den Berichten eine grundsätzliche Einigung über einen Vertrag für Klopp als Nagelsmann-Nachfolger erzielt, der bis zur WM 2030 laufen soll. Allerdings standen zum Zeitpunkt des Interviews noch offene Fragen hinsichtlich der Vertragsmodalitäten mit Red Bull sowie Sponsoring-Themen im Raum.
Dass der DFB eine Lösung mit Red Bull anstrebte, hatte auch finanzielle Gründe. Dem Verband lag viel daran, eine mögliche Millionen-Entschädigung an den Konzern zu vermeiden. Da Mintzlaff und Klopp sich persönlich einigten und Red Bull auf eine Ablöse verzichtet, bleibt der DFB – zumindest in dieser Hinsicht – vor größeren Belastungen verschont. Gleichzeitig muss die Verbandsspitze aber noch ein internes Procedere einhalten: Aufgrund der DFB-Vereinsstruktur muss die Berufung des Bundestrainers von einem gemeinsamen Gremium aus Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung abgesegnet werden.
Sollte die Präsentation am Freitag in Frankfurt wie geplant stattfinden, würde Klopp unmittelbar danach die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die kommenden Länderspiele übernehmen. Erste Pflichtspiele unter dem neuen Bundestrainer werden frühestens im Herbst erwartet. Bis dahin dürften die offenen Fragen geklärt sein – insbesondere jene, wie sich Klopps künftige Rolle zur Bundesliga-Mannschaft RB Leipzig verhält, die ebenfalls zum Red-Bull-Imperium gehört und bei der Klopp in seiner bisherigen Funktion als globaler Fußballchef die oberste sportliche Verantwortung trug.
Ausblick: Präsentation in Frankfurt
Mit der nun öffentlich gemachten Einigung tritt der seit Monaten schwelende Bundestrainer-Poker in seine entscheidende Phase. Zwar hatte der DFB betont, dass noch nichts offiziell sei, doch die Richtung ist eindeutig. Sollten die verbliebenen Gespräche wie geplant verlaufen, bekommt die deutsche Nationalmannschaft einen der prominentesten Trainer der europäischen Fußball-Geschichte – einen Coach, der Borussia Dortmund und den FC Liverpool zu Meisterehren und internationalen Titeln führte und mit Borussia Dortmund und Mainz 05 über jahrelange Erfahrung im deutschen Fußball verfügt.
Der designierte Bundestrainer selbst blickte am Sonntagabend trotz aller Vorfreude nüchtern auf das, was vor ihm liegt. Auf die Frage, wann mit einer offiziellen Entscheidung zu rechnen sei, sagte er: „Es sollte dann in den nächsten Tagen passieren, im Idealfall.“ Damit gibt Klopp das Tempo selbst vor – und zugleich der gesamten deutschen Fußball-Öffentlichkeit ein Datum, auf das sich die Blicke in dieser Woche richten werden.
Parallel zur Personalie läuft derzeit die sportliche Aufarbeitung des WM-Debakels. Während Klopps Bestätigung noch aussteht, beschäftigen den Verband weitere Fragen: die Zukunft einiger Spieler, die in den USA enttäuschten, sowie die strategische Ausrichtung für die kommenden Großturniere. Mit Klopp an der Seitenlinie verbindet sich die Hoffnung auf eine Rückkehr zu alter Stärke – doch diese Erwartung wird er erst über die kommenden Monate hinweg einlösen müssen.
Fragen & Antworten
Wer ist Jürgen Klopp und welche Stationen hat er als Trainer durchlaufen?
Jürgen Klopp ist 59 Jahre alt und war als Cheftrainer für Mainz 05, Borussia Dortmund und den FC Liverpool tätig. Beim BVB wurde er deutscher Meister und Pokalsieger, mit Liverpool gewann er unter anderem die Champions League und die englische Meisterschaft.
Warum musste Julian Nagelsmann als Bundestrainer gehen?
Julian Nagelsmann musste seinen Posten als Bundestrainer räumen, nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in den USA früh – im Achtelfinale – ausgeschieden war. Damit endete sein Vertrag zwei Jahre vor dem ursprünglichen Ende.
Welche Rolle spielt Red Bull bei der Verpflichtung von Klopp durch den DFB?
Red Bull ließ Klopp nach übereinstimmenden Medienberichten ohne Bedingungen aus seinem bis 2029 laufenden Vertrag als Head of Global Soccer ziehen. Dank einer persönlichen Einigung zwischen Klopp und Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff fällt keine Ablösesumme an, und eine Berater- oder Botschafterrolle bei Red Bull ist nach den Berichten nicht vorgesehen.
Klopp wird Bundestrainer: Einigung mit Red Bull | nachrichten360