Berlin, 04 Juni 2026

Deutschland ist am 3. Juni 2026 bei der Wahl in den Uno-Sicherheitsrat in New York gescheitert und hat gegen Österreich und Portugal klar den Kürzeren gezogen.

Wie es zur Niederlage kam

Die Bundesrepublik verfehlte im Westeuropäischen und anderen Gruppenverband (WEOG) die für einen Sitz erforderliche Zweidrittelmehrheit von 127 Stimmen deutlich. Nach Angaben aus der Uno-Vollversammlung erhielt Deutschland 104 Stimmen, Österreich hingegen 131. Da die Regionalgruppe nur über zwei Sitze im Sicherheitsrat verfügt, entschied das Duell zwischen den beiden Bewerbern über den Einzug, und Portugal, das sich ebenfalls um einen der Sitze beworben hatte, kam ebenfalls zum Zug. Damit geht eine mehrjährige diplomatische Kampagne der Bundesregierung um einen ständigen Sitz im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen leer aus.

Deutschland hatte sich bereits zum siebten Mal um einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheitsrat beworben. Zuletzt gehörte die Bundesrepublik dem Gremium 2019 und 2020 an. Eine erneute Chance auf eine Kandidatur ergibt sich nach Angaben aus der Bundesregierung frühestens 2028 für die Amtszeit ab 2029. Die Niederlage wird nun in Berlin intensiv aufgearbeitet, zumal sie in eine Phase fällt, in der die Bundesrepublik zweitgrößter Beitragszahler des Uno-Systems ist und nach dem Zahlungsstopp der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump möglicherweise sogar zum größten Geldgeber aufgestiegen ist.

Reaktionen aus der Bundespolitik

Die Präsidentin der Uno-Vollversammlung, Annalena Baerbock, gab die Niederlage Deutschlands am Mittwoch in New York bekannt. Baerbock ist ehemalige Bundesaußenministerin und amtiert seit dem vergangenen Jahr an der Spitze der Vollversammlung. In der deutschen Öffentlichkeit sorgte ihr Auftritt für Aufmerksamkeit, weil die ehemalige Grünen-Politikerin damit den Misserfolg der eigenen, früher von ihr mitgestalteten Außenpolitik öffentlich machen musste.