New York, 03 Juni 2026

Deutschland hat am Mittwoch in New York erstmals keine Mehrheit der UN-Vollversammlung für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten und ist gegen Portugal und Österreich unterlegen.

Bei der Wahl am Mittwoch in New York verfehlte Deutschland die erforderliche Zweidrittelmehrheit deutlich. Portugal erhielt 134 Stimmen, Österreich 131 Stimmen; auf Deutschland entfielen lediglich 104 Stimmen. Damit ziehen Portugal und Österreich für die Amtszeit 2027/2028 in den Sicherheitsrat ein, während Deutschland leer ausgeht. Nach Angaben von Diplomaten war es wohl das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass eine Kandidatur scheiterte.

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sitzen fünfzehn Staaten. Die fünf ständigen Mitglieder China, Frankreich, Russland, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten verfügen über ein Veto-Recht und sind durchweg Atommächte. Die übrigen zehn Mitglieder werden für zwei Jahre gewählt; die Stimmen werden nach regionalen Gruppen verteilt, um eine ausgewogenere Vertretung zu gewährleisten. Auf die Gruppe „Westeuropa und andere“ entfallen dabei zwei Sitze.

So funktioniert die Wahl

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vertrat Deutschland bei der Abstimmung in New York und war bereits am Freitag angereist, um für Unterstützung zu werben. Nach eigenen Angaben führte er Gespräche mit Vertretern aus achtzig Mitgliedstaaten. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Dienstag in Berlin, alles in seiner Kraft Stehende getan zu haben, um die Zustimmung der Vollversammlung zu erreichen: „Wir haben alles in unserer Kraft Stehende getan, auch der Bundesaußenminister, auch ich persönlich, viele Kabinettskollegen, um es möglich zu machen, dass wir die Zustimmung der Generalversammlung der Vereinten Nationen bekommen.“