New York/Berlin, 04 Juni 2026

Deutschland ist bei der geheimen Wahl in der UN-Generalversammlung in New York mit seiner Kandidatur für einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert; die zwei verfügbaren Plätze der westlichen Ländergruppe gingen an Österreich und Portugal.

Ergebnis in New York

Die Abstimmung am Mittwoch in der UN-Generalversammlung in New York endete mit einem Resultat, das in Berlin als politische Zäsur wahrgenommen wird. Österreich erhielt laut übereinstimmenden Berichten 131 Stimmen, Portugal sogar noch drei Stimmen mehr; Deutschland ging leer aus. Für die Bundesregierung ist es die erste Niederlage dieser Art in der Geschichte der nicht-ständigen Mitgliedschaften, die Deutschland zuvor sechsmal innehatte – durchgehend in einem Rhythmus von etwa acht Jahren.

Bundesaußenminister Johann Wadephul bezeichnete das Ergebnis in einer ersten Reaktion als „eine echte Enttäuschung, und es ist eine herbe Niederlage“. Er habe sich „persönlich nichts vorzuwerfen“, sagte der CDU-Politiker, der in der Woche vor der Wahl persönlich nach New York gereist war, um für die deutsche Kandidatur zu werben. Nach Informationen aus Regierungskreisen soll Wadephul zunächst sogar persönliche Konsequenzen erwogen, diese Gedanken dann aber wieder verworfen haben. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, das Ziel sei nicht erreicht worden, Deutschland bleibe aber „eine verlässliche Stütze des multilateralen Systems“ und werde seine Aufgaben in den Vereinten Nationen „mit Entschlossenheit“ weiter tragen.