New York, 04 Juni 2026

Deutschland ist erstmals in seiner Geschichte bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert: Im ersten Wahlgang in der Generalversammlung in New York unterlagen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und die deutsche Bewerbung gegen Österreich und Portugal.

So fiel die Wahl aus

Die Abstimmung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York endete für die deutsche Diplomatie mit einem Ergebnis, das die Bundesregierung so nicht erwartet hatte. Portugal erhielt 134 Stimmen, Österreich 131, Deutschland nur 104 – zu wenig für einen der beiden Sitze der westlichen Ländergruppe. Der Bundesaußenminister sprach anschließend von einer "echten Enttäuschung" und einer "herben Niederlage". Mit dem Scheitern verliert Deutschland nicht nur den angestrebten Platz am Tisch der mächtigsten Institution des multilateralen Systems, sondern auch die Möglichkeit, in den kommenden zwei Jahren über Resolutionen zu Krieg und Frieden mitzuentscheiden.

Dabei hatte die Bundesregierung den Wahlkampf über Jahre hinweg vorbereitet. Deutsche Diplomaten im Auswärtigen Amt arbeiteten nach Angaben aus dem Haus seit mehr als fünf Jahren im Hintergrund daran, Stimmen unter den 191 wahlberechtigten Mitgliedstaaten zu mobilisieren. Außenminister Wadephul reiste eigens am Donnerstag nach New York und warb fast eine Woche lang persönlich um Unterstützung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hingegen war nicht nach New York gekommen: Er sei nach eigener Darstellung durch seine erste Regierungskrise, die Wahl von Richterinnen und Richtern am Bundesverfassungsgericht sowie den ersten Bundeshaushalt gebunden gewesen.