200.000 Millionäre in Österreich: Capgemini World Wealth | nachrichten360
Capgemini-Report: Rund 200.000 Dollarmillionäre in Österreich, weltweiter Rekordanstieg des Vermögens
Wien, 04. Juni 2026
Liuthalas / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
In Österreich ist die Zahl der Dollarmillionäre im vergangenen Jahr nach Berechnungen von Capgemini um rund ein Fünftel auf etwa 200.000 gestiegen. Weltweit wuchs das Vermögen der Reichen um 8,7 Prozent auf den Rekordwert von 98,3 Billionen US-Dollar, getragen vor allem von Aktiengewinnen im Zuge des KI-Booms.
In Österreich ist die Zahl der Dollarmillionäre im Jahr 2025 nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Capgemini um rund ein Fünftel auf etwa 200.000 gestiegen, während das Vermögen der Reichen weltweit einen Rekordanstieg verzeichnete.
Wachstum in Österreich über dem europäischen Durchschnitt
Die Zahl der Menschen in Österreich, die über investierbares Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar verfügen, ist nach Angaben des World Wealth Report 2026 des Beratungsunternehmens Capgemini im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Capgemini zählte für 2025 rund 196.000 Dollarmillionäre in Österreich, was einem Anstieg von etwa 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In einer der jüngsten Auswertungen wird die Zahl zudem auf rund 200.000 beziffert, womit Österreich im europäischen Vergleich zu den wachstumsstärksten Märkten zählt.
Das Gesamtvermögen der reichen Privatpersonen in Österreich summierte sich nach Capgemini-Berechnungen auf 564 Milliarden US-Dollar, nachdem es im Vorjahr noch 461 Milliarden US-Dollar betragen hatte. Die Analysten führen diese Entwicklung unter anderem auf robuste Aktienmärkte und eine nachlassende Inflation zurück. Auch steigende Immobilienpreise, wie sie etwa für die Schweiz als Wachstumstreiber genannt werden, spielten in mehreren europäischen Märkten eine Rolle.
Globaler Rekord: 98,3 Billionen US-Dollar Vermögen
Weltweit erreichte das Vermögen der High Net Worth Individuals (HNWI) nach Schätzungen des Reports einen Stand von 98,3 Billionen US-Dollar, umgerechnet rund 84,4 Billionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stellt laut Capgemini den größten einjährigen Vermögenszuwachs dar, der jemals gemessen wurde. Die Zahl der Dollarmillionäre stieg demnach um fast zwei Millionen auf insgesamt 25,3 Millionen Menschen.
Capgemini sieht die kräftigen Aktienmärkte als zentralen Treiber dieser Entwicklung. Das Unternehmen erklärte in seinem Bericht, die Kurse hätten sich in fünf von sechs untersuchten geografischen Großregionen als "Hauptmotor für die Vermögensbildung reicher Privatpersonen" erwiesen. Besonders Technologiewerte profitierten demnach von der anhaltenden Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz. Hinzu kam eine nachlassende Inflation, die den realen Vermögenszuwachs zusätzlich stützte.
Aktienmärkte und KI als Treiber
Wörtlich heißt es im World Wealth Report 2026: "Die Aktienmärkte, getragen von Kursanstiegen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, waren der Hauptmotor für die Vermögensbildung reicher Privatpersonen in fünf der sechs untersuchten geografischen Großregionen." Die Region Asien-Pazifik verzeichnete demnach ein Vermögenswachstum der Reichen von 10,5 Prozent und einen Anstieg der Millionärszahl um 9,4 Prozent. Hohe Nachfrage nach Halbleitern und positive Börsenentwicklungen trieben die Zuwächse insbesondere in Japan und China.
Die Rangliste der Länder mit den meisten Dollarmillionären führt weiterhin die USA an. Die Vereinigten Staaten kamen Ende 2025 auf 8,7 Millionen Millionäre, ein Plus von 736.000 Personen gegenüber dem Vorjahr. Japan folgte mit einem Zuwachs von 436.000 Millionären auf dem zweiten Platz, Deutschland belegte Rang drei und China Rang vier. In China stieg die Zahl der Millionäre um 154.000. Indien und Australien verzeichneten ebenfalls Zuwächse bei ihren Millionärspopulationen.
USA, Japan, Deutschland und China führen das Ranking an
Auch Deutschland entwickelte sich deutlich: Die Zahl der HNWIs wuchs nach Capgemini-Angaben um rund 11 Prozent auf etwa 1,78 Millionen Menschen. Das Vermögen der reichen Deutschen stieg um 12,7 Prozent auf über 7,1 Billionen US-Dollar, umgerechnet rund 6,1 Billionen Euro. In Europa insgesamt erhöhte sich die Zahl der Millionäre um 6,5 Prozent, wobei Luxemburg mit einem Plus von 13,5 Prozent zu den am stärksten wachsenden Märkten zählte. Frankreich und Großbritannien verzeichneten demgegenüber mit Zuwächsen von 2,7 beziehungsweise 2,6 Prozent ein vergleichsweise moderates Wachstum.
In der Schweiz, die in dem Bericht ebenfalls detailliert ausgewiesen wird, zählte Capgemini nahezu 502.000 HNWIs, was einem Anstieg von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Vermögen der reichen Schweizer summierte sich auf mehr als 1.607 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4 Prozent. Als Treiber des Wachstums nennt der Bericht explizit steigende Immobilienpreise.
Nicht in allen Regionen der Welt fiel die Bilanz positiv aus. Im Nahen Osten ging die Zahl der Millionäre leicht zurück, was die Analysten auf fallende Ölpreise, geopolitische Spannungen und einen schwächeren Konjunkturausblick zurückführen. In Lateinamerika belasteten Handelsunsicherheiten die Vermögensentwicklung. Diese regionalen Gegenwindsorgen relativieren den globalen Rekordtrend, zeigen aber auch die Verwundbarkeit einzelner Märkte.
Ein genauerer Blick auf die oberste Vermögensebene zeigt eine weiter wachsende Konzentration. Die Zahl der Ultra-High-Net-Worth-Individuals, also der Personen mit investierbarem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar, stieg weltweit um 9,4 Prozent auf etwa 250.000 Menschen. Ihr Vermögen wuchs mit 9,7 Prozent sogar etwas schneller als das der breiteren Millionärsgruppe.
Konzentration an der Spitze nimmt zu
Laut Capgemini kontrolliert das reichste eine Prozent aller Millionäre 34,8 Prozent des Gesamtvermögens der HNWI-Gruppe. Diese Konzentration an der Spitze verstärkte sich den Daten zufolge im Berichtszeitraum. Die Analysten verweisen zugleich darauf, dass sich der Vermögenszuwachs überproportional in Regionen mit hohem Technologie- und Halbleiterbezug vollzog.
Ergänzend zu den Capgemini-Zahlen legte kürzlich auch die Boston Consulting Group (BCG) ihren Global Wealth Report vor. Nach BCG-Kategorisierung gibt es in Österreich rund 60.000 High Net Worth Individuals mit Vermögen zwischen einer und 100 Millionen US-Dollar. Zusammen mit etwa 500 Superreichen halten sie 61 Prozent aller finanziellen Vermögenswerte des Landes. Allein auf die 500 Superreichen entfallen demnach 39 Prozent der finanziellen Vermögenswerte Österreichs.
BCG-Daten und soziale Lage in Österreich
Diese Zahlen stehen in einem Spannungsverhältnis zur allgemeinen Einkommenssituation im Land. Nach Angaben von Statistics Austria sind rund 1,7 Millionen Menschen in Österreich armutsgefährdet. Die Vermögensberichte von Capgemini und BCG beleuchten damit zwei sehr unterschiedliche Seiten der Wohlstandsverteilung: einerseits einen Rekordanstieg der Vermögen an der Spitze, andererseits eine unverändert hohe Zahl von Menschen am unteren Ende der Einkommensskala.
Methodisch beruht der Capgemini World Wealth Report, der seit 1997 jährlich erscheint, auf mehreren Erhebungen, die im Januar 2026 durchgeführt wurden. Befragt wurden 6.510 vermögende Privatpersonen in 27 Märkten, 144 Führungskräfte aus dem Wealth Management sowie 1.317 Kundenberater. Berücksichtigt werden Aktien, Anleihen, alternative Anlagen wie Private Equity, Bargeld sowie Immobilien, die nicht als Hauptwohnsitz genutzt werden. Kunstsammlungen und Konsumgüter wie Autos und Schmuck sind ausdrücklich ausgenommen.
Trotz des Rekordanstiegs warnen Beobachter vor einer zu einseitigen Interpretation der Zahlen. Sollte der aktuelle KI-getriebene Aktienboom nachlassen oder die Inflation wieder anziehen, könnte sich das Wachstumstempo deutlich abschwächen. Zudem bleibe abzuwarten, wie sich geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und die Entwicklung an den Energiemärkten auf die Vermögensbilanz der reichen Privatpersonen im laufenden Jahr auswirken werden.
Fragen & Antworten
Wie viele Dollarmillionäre gibt es laut Capgemini derzeit in Österreich?
Capgemini beziffert die Zahl der Dollarmillionäre in Österreich für 2025 auf rund 196.000 Personen; in einer aktuellen Auswertung wird sie zudem mit etwa 200.000 angegeben, was einem Anstieg von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Welche Faktoren haben den Vermögenszuwachs der Reichen im vergangenen Jahr getrieben?
Capgemini führt das Wachstum vor allem auf robuste Aktienmärkte und eine nachlassende Inflation zurück; dem Bericht zufolge spielten dabei Kursgewinne im Zuge des Booms rund um Künstliche Intelligenz in fünf von sechs Großregionen die zentrale Rolle.
Wie ist die globale Vermögensverteilung an der Spitze?
Weltweit wuchs die Zahl der Personen mit investierbarem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar um 9,4 Prozent auf etwa 250.000, und laut Capgemini kontrolliert das reichste eine Prozent aller Millionäre 34,8 Prozent des Vermögens der HNWI-Gruppe.