Anzahl der Dollar-Millionäre in Deutschland steigt auf rund 2,6 Millionen
Frankfurt, 30 Juni 2026
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Kurzfassung
Der UBS Global Wealth Report verzeichnet für Deutschland rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre und damit ein Prozent mehr als 2024. Gleichzeitig besitzen die reichsten 3,9 Prozent der Erwachsenen etwa 46 Prozent des gesamten Privatvermögens in Deutschland.
Frankfurt, 30 Juni 2026
In Deutschland gab es im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Schweizer Bank UBS rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre, ein Prozent mehr als 2024.
Weltweites Wachstum beschleunigt sich
Die Gesamtzahl der Dollar-Millionäre weltweit stieg nach Angaben von UBS um 1,5 Prozent oder fast eine Million Personen, wie die Schweizer Bank UBS berichtete. Allein 2025 sei das globale Privatvermögen um 10,8 Prozent gewachsen, hieß es. Zum Vergleich: In den Jahren 2023 und 2024 hatte der Anstieg „nur" bei 4,6 und 4,2 Prozent gelegen.
Getragen wurde die Entwicklung nach UBS-Angaben vor allem von starken Finanzmärkten sowie Sachwerten, zum Beispiel Immobilien und andere Besitzgüter. Die Vermögen oberhalb von fünf Millionen Dollar seien besonders stark gewachsen, hieß es.
„In Europa, dem Nahen Osten und Afrika war der Zuwachs überdurchschnittlich – mit 17,5 Prozent." Der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete ein Plus von 5,9 Prozent. Dazwischen lag Amerika. Fast die Hälfte des weltweiten Zuwachses an Millionären entfiel auf die USA.
Zahl der Millionäre in Deutschland
Mehr als die Hälfte des globalen Privatvermögens sei in den USA und China konzentriert, hieß es. Auf die USA folgten beim Zuwachs an neuen Dollar-Millionären China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. "Fast die Hälfte davon in den USA", schrieb die Nachrichtenagentur dpa-AFX.
Deutschland gehört neben China, Japan, Großbritannien und Frankreich zu den Ländern mit jeweils mehr als zwei Millionen Millionären. In Deutschland besaßen 3,9 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Million Dollar und damit rund 46 Prozent des gesamten Privatvermögens in Deutschland.
Beim durchschnittlichen Vermögen pro erwachsene Person belegt Deutschland Platz 14, mit umgerechnet durchschnittlich rund 304.000 Euro beziehungsweise 346.613 Dollar pro Kopf. Den Spitzenplatz hält die Schweiz mit 910.382 Dollar (798.160,62 Euro) pro Erwachsenem, gefolgt von den USA und Luxemburg.
Durchschnitt und Verteilung
Die regionalen Unterschiede sind nach UBS-Angaben zum Teil auf die Abwertung des US-Dollars zurückzuführen, die Vermögenszuwächse außerhalb der USA rechnerisch verstärkt habe. Eine Million Dollar entspricht nach den Angaben des Berichts rund 880.000 Euro.
„Eine kleine Gruppe besonders wohlhabender Personen kann den durchschnittlichen Wohlstand einer ganzen Nation leicht in die Höhe treiben und dadurch den Eindruck erwecken, dass es den Einwohnern besser geht, als dies tatsächlich der Fall ist", warnte die UBS. Im Hintergrund des Berichts steht der Hinweis: „Vermögen generiert Rendite – und diese Rendite wiederum schafft neues Vermögen."
Auf die Durchschnittssumme käme man beispielsweise, wenn fünf Personen nur 3.000 Euro Vermögen hätten und fünf Personen 605.000 Euro. Diese Gegenüberstellung illustriert die verzerrende Wirkung, die einzelne Spitzenvermögen auf den statistischen Mittelwert haben.
Ungleichheit und Verteilungswirkung
Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich nach UBS-Einschätzung weiter. Der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung gehöre gerade einmal ein Prozent des globalen Vermögens. Fast zehn Prozent der Deutschen hatten im vergangenen Jahr dagegen weniger als 10.000 Dollar Vermögen.
Die UBS wies zudem darauf hin, dass geopolitische Spannungen, Handelsstreitigkeiten, Kriege und Energiekrisen das Weltgeschehen bestimmen und vermögende Privatpersonen diese Situation aktiv nutzen. „Diese Situation nutzen Investoren und vermögende Privatpersonen aktiv. Sie kaufen und verkaufen ihre Anlagen in erhöhtem Tempo, schichten ihre Portfolios um, realisieren Gewinne und steigern so ihren Reichtum."
Folglich erzielten große Banken wie die UBS oder die US-Bank JPMorgan in den vergangenen Quartalen Rekorderträge. Auch in der Schweiz konzentriert sich Vermögen stark: Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt rund 45 Prozent des steuerbaren Vermögens.
Rolle des Finanzsystems
Beim Median liegen die USA hingegen weit hinten in der weltweiten Rangliste. Auch das durchschnittliche Vermögen pro Kopf schließt Immobilien ein, worauf die UBS ebenfalls hinweist. Die Summe des Vermögens pro erwachsene Person ist in Deutschland also nicht ohne weiteres mit verfügbarem Einkommen gleichzusetzen.
„Allerdings wächst das Vermögen nicht überall gleich schnell. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report der UBS", fasst die Analyse zusammen. Der Bericht ist die zentrale Datenquelle für die jährliche Vermögensverteilung in mehr als fünfzig Ländern.
Die Nachricht wurde am 30.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet, die zugrundeliegende Auswertung stammt aus dem UBS Global Wealth Report 2026. Eine Einschätzung lieferte SRF-Wirtschaftsredaktor Sven Zaugg.
Eine kleine Gruppe besonders reicher Menschen könne den durchschnittlichen Wohlstand einer Nation leicht in die Höhe treiben und den Eindruck erwecken, dass es den Einwohnern besser gehe, als es tatsächlich der Fall sei, hieß es in dem Bericht.
Einordnung der Daten
Gerade in der oberen Vermögensklasse fällt der Zuwachs überproportional aus: „Zuwächse verbuchten vor allem die Segmente mit über fünf Millionen Dollar." Das verstärkt die ungleiche Verteilung zusätzlich.
Für Deutschland bedeutet dies eine wachsende Zahl an Personen oberhalb der Millionengrenze bei einer gleichbleibend starken Konzentration des Gesamtvermögens auf wenige Prozent der Bevölkerung.
Die UBS-Daten liefern damit ein differenziertes Bild: Während die Zahl der Millionäre in Deutschland steigt, bleibt die Vermögensverteilung laut Bericht insgesamt sehr ungleich.
„Weltweit stiegen fast eine Million Menschen zu Millionären (in US-Dollar) auf, fast die Hälfte davon in den USA." Diese Verschiebung prägt auch die globale Vermögensstruktur.
Fragen & Antworten
Wie viele Dollar-Millionäre leben laut UBS in Deutschland?
Nach Berechnungen der UBS gab es in Deutschland im vergangenen Jahr rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre, ein Prozent mehr als 2024.
Welchen Platz belegt Deutschland beim Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem?
Deutschland liegt in der UBS-Statistik auf Platz 14 mit durchschnittlich rund 346.613 US-Dollar beziehungsweise umgerechnet etwa 304.000 Euro pro Erwachsenem.
Wie ungleich ist das Vermögen in Deutschland verteilt?
Laut UBS besitzen die reichsten 3,9 Prozent der Erwachsenen in Deutschland rund 46 Prozent des gesamten Privatvermögens, während fast zehn Prozent der Deutschen weniger als 10.000 Dollar Vermögen haben.
Millionäre in Deutschland: UBS-Zahlen 2026 im Überblick | nachrichten360