Arbeiterkammer: Handytarife bleiben stabil, alte Verträge können aber zur Kostenfalle werden
Wien, 26. Juni 2026
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Kurzfassung
Die Arbeiterkammer hat 199 Tarife von 27 Anbietern geprüft und stellt fest: Die Handytarife sind gegenüber 2025 weitgehend stabil geblieben. Verbraucherschützerin Gabriele Zgubic warnt jedoch davor, jahrelang beim selben Vertrag zu bleiben, da Wertsicherungsklauseln die Kosten schleichend erhöhen können.
Die Handytarife bei 27 österreichischen Anbietern sind im vergangenen Jahr weitgehend stabil geblieben, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Prüfung der Arbeiterkammer (AK) von 199 Tarifen zeigt.
Die Arbeiterkammer (AK) hat die Preisentwicklungen von 199 Tarifen bei 27 Anbietern in den vergangenen zwölf Monaten untersucht und kommt zu dem Ergebnis: „Laut AK-Preismonitor blieben die Handytarife bei 27 Anbietern im vergangenen Jahr weitgehend stabil". Die Tarife selbst erhöhten sich gegenüber 2025 kaum. Lediglich der Diskonter spusu biete hier einen gegenüber dem Vorjahr um 2 Euro günstigeren Tarif an.
Nutzungsverhalten kaum verändert
Das Nutzungsverhalten der Kundinnen und Kunden hat sich laut AK im Untersuchungszeitraum kaum verändert. „Im Schnitt werden pro Monat rund 175 Minuten, 6 bis 8 SMS und 10 Gigabyte (GB) ohne Flatrate" verbraucht. Wer eine Flatrate nutzt, konsumiert im Schnitt deutlich mehr Daten: „und 33 GB mit Flatrate verbraucht".
Auf der Kostenseite gibt es aus Sicht der Verbraucherschützerinnen positive Entwicklungen. Bei Neuverträgen verzichteten mittlerweile alle Anbieter auf das Servicepauschale, und fast alle Anbieter haben auch die Aktivierungskosten gestrichen. 2024 hatten sie noch sieben von 26 untersuchten Anbietern in Rechnung gestellt, 2025 nur noch drei kleinere. Heuer forderte nur noch ein kleinerer Anbieter 14,90 Euro für das Freischalten. Zwei weitere hätten die Gebühr in Höhe von 1,99 Euro bzw. 25 Euro aufgrund von laufenden Aktionen nicht verrechnet.
Wegfall von Aktivierungs- und Servicepauschalen
Trotz der stabilen Tarife warnt die AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic vor versteckten Risiken langjähriger Verträge: „Auch wenn die Handypreise auf den ersten Blick stabil erscheinen, kann ein alter Vertrag schnell zur Kostenfalle werden... Wer jahrelang beim selben Vertrag bleibt, verschenkt oft Geld." Die Erklärung liege in sogenannten Wertsicherungsklauseln. „Doch langjährige Verträge könnten durch Wertsicherungsklauseln Jahr für Jahr teurer werden."
Bei sieben Anbietern hatten laut Preis-Check viele Tarife sogenannte Wertsicherungsklauseln, bei 20 Anbietern gab es keine. Die AK hält fest: „Bei den Großen A1, Magenta und Drei seien diese Preisanpassungen 'weiterhin üblich'." Diskonter wie yesss!, Hofer Telekom (HoT), spusu sowie die seit 2026 neuen Anbieter Hörbi und Yellow verzichteten hingegen darauf.
Wertsicherungsklauseln als versteckte Kostenfalle
Zgubic empfiehlt daher einen aktiven Tarifwechsel. „Wer wechselt, kann den Teuerungsanpassungen entgehen, Servicepauschale sparen, mehr Datenvolumen und schnelleren Mobilfunkstandard 5G nutzen". Ein Tarifwechsel kann sich bei Altverträgen lohnen, weil dadurch Teuerungsanpassungen und Servicepauschalen vermieden und oft mehr Leistung zum gleichen oder niedrigeren Preis genutzt werden kann.
Neben dem klassischen Anbieterwechsel gibt es am Markt auch neue Player. Die seit 2026 neuen Anbieter Hörbi und Yellow treten ohne Wertsicherungsklauseln an. Die AK sieht darin eine Reaktion auf den Wettbewerbsdruck, dem die etablierten Anbieter mit ihren Klauseln ausweichen wollen.
Neue Anbieter ohne Wertsicherungsklauseln
Die Verbraucherschützerin betont zudem, dass die Prüfung kein Einzelfall sei. „Wer jahrelang beim selben Vertrag bleibt, verschenkt oft Geld", wird Zgubic in der Mitteilung zitiert. „Dabei stehen vor allem Preisdaten im Zuge der US-Konsumausgaben im Fokus" – dieser Satz bezieht sich allerdings auf eine andere Meldung und ist hier nicht einschlägig.
Die AK rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, ihre bestehenden Verträge regelmäßig zu prüfen. Selbst wenn die monatlichen Grundkosten stabil wirken, summieren sich Wertsicherungsklauseln über mehrere Jahre deutlich. Ein einfacher Tarifvergleich, etwa mit dem AK-Preismonitor, könne zeigen, ob ein Wechsel günstiger wäre.
Empfehlung: regelmäßig Tarife vergleichen
Zgubic kündigte an, dass die AK die Entwicklung der Handytarife weiter beobachten werde. „so die AK" in der Mitteilung. Die Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützer sehen insbesondere die Wertsicherungsklauseln der großen Anbieter kritisch und fordern deren Abschaffung.
Insgesamt zeigt der aktuelle AK-Check, dass der Markt für Handytarife in Österreich für Neukundinnen und Neukunden derzeit vergleichsweise günstige Konditionen bietet. Wer noch keinen Vertrag hat oder einen neuen abschließen möchte, profitiert von den weggefallenen Aktivierungs- und Servicepauschalen sowie von der größeren Tarifauswahl durch neue Anbieter.
Für Bestandskundinnen und Bestandskunden mit alten Verträgen gilt hingegen: Sie zahlen oft mehr als nötig. Die Differenz zwischen einem alten Vertrag mit Wertsicherungsklausel und einem aktuellen Tarif mit mehr Leistungen könne laut AK pro Jahr mehrere Dutzend Euro betragen.
Fazit: Neue Kunden profitieren, alte zahlen oft zu viel
Die Arbeiterkammer hat ihren Bericht am Donnerstag veröffentlicht. Zgubic erklärte darin die wesentlichen Punkte. Mit ihrer Warnung richtet sie sich ausdrücklich an alle, die seit mehreren Jahren denselben Handytarif nutzen.
Die Ergebnisse beruhen auf der AK-Preismonitor-Erhebung und decken den Zeitraum der vergangenen zwölf Monate ab. Die 27 untersuchten Anbieter decken sowohl die großen Netzbetreiber als auch Diskonter und neue Marktteilnehmer ab.
Fragen & Antworten
Wer ist Gabriele Zgubic und in welcher Funktion hat sie die Warnung ausgesprochen?
Gabriele Zgubic ist Konsumentenschützerin der Arbeiterkammer (AK). Sie hat die Warnung vor Kostenfallen bei alten Handytarifen am Donnerstag in einer Mitteilung der AK veröffentlicht.
Was sind Wertsicherungsklauseln und bei welchen Anbietern kommen sie vor?
Wertsicherungsklauseln sind vertragliche Regelungen, die Preise automatisch an die Inflation oder andere Indizes anpassen. Laut AK-Check haben sieben von 27 Anbietern solche Klauseln, darunter vor allem die großen Anbieter A1, Magenta und Drei.
Welche neuen Anbieter sind seit 2026 am österreichischen Handymarkt?
Seit 2026 sind Hörbi und Yellow als neue Mobilfunkanbieter in Österreich tätig. Beide verzichten laut AK auf Wertsicherungsklauseln in ihren Tarifen.
Handytarife 2026: AK-Check zeigt stabile Preise und | nachrichten360