Brückenschaden bei Opladen legt Strecke Köln–Wuppertal–Hagen nach Sanierung lahm
Wuppertal, 13. Juli 2026
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Kurzfassung
Kurz nach dem Ende einer fünfmonatigen Generalsanierung ist die wichtige Bahnstrecke Köln–Wuppertal–Hagen durch einen Brückenschaden bei Opladen schwer gestört. Fernverkehr und Regionalverkehr sind betroffen, zahlreiche Züge fallen aus oder werden über weite Umwege umgeleitet.
Auf der wichtigen Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen ist es am ersten Werktag nach dem Ende einer rund fünfmonatigen Generalsanierung zu massiven Zugausfällen und Verspätungen gekommen, weil bei einer Routinekontrolle ein Schaden an einem tragenden Bauteil einer Brücke bei Opladen entdeckt wurde.
Fünf Monate Bauzeit – und dann der Schaden
Die Deutsche Bahn hatte die Strecke am Freitagabend um 22:00 Uhr offiziell wieder freigegeben, nachdem sie seit Anfang Februar für die Generalsanierung vollständig gesperrt war. Das Unternehmen hatte versprochen, dass der Zugverkehr nach der Sanierung „verlässlicher und leistungsfähiger“ werde und dass sich Störungen und Verspätungen „deutlich reduzieren“ sollten. Doch schon am folgenden Werktag zeigte sich, dass diese Ankündigungen vorerst nicht eingelöst werden können.
Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde der Schaden an einem tragenden Bauteil der Brücke bei Opladen bei einer „routinemäßigen Prüfung“ festgestellt. Daraufhin könne die Strecke nur eingleisig freigegeben werden, sagte das Unternehmen. Eins der beiden Gleise auf der Brücke sei „aus Sicherheitsgründen“ nicht für Züge nutzbar. Diese Einschränkung soll nach derzeitigem Stand bis Montagmorgen, 8:00 Uhr, bestehen bleiben.
Eingleisiger Betrieb aus Sicherheitsgründen
Nach Angaben der Bahn war die betroffene Brücke im Zuge der Korridorsanierung nicht erneuert worden, weil frühere Inspektionen – zuletzt Ende 2025 – keine Schäden gezeigt hätten. Zum Ausmaß des Schadens und zur voraussichtlichen Dauer der Reparaturen wollte das Unternehmen zunächst keine Angaben machen und verwies auf eine Mitteilung „sobald verlässliche Aussagen möglich sind“.
Unabhängig vom Brückenschaden gilt auf der gesamten 65 Kilometer langen Strecke zwischen Köln und Hagen weiterhin eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung. Wie die Bahn erklärte, müsse „das neue Schotterbett durch das Gewicht der Züge erstmal fest geruckelt werden“, bevor höhere Geschwindigkeiten zugelassen werden könnten. Auf der 25 Kilometer langen Teilstrecke zwischen Wuppertal und Hagen gilt nach Angaben des Berichts ein Tempolimit von 70 km/h.
Tempolimit auf 65 Kilometern
Laut WDR-Informationen konnte die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Strecke Wuppertal–Hagen am Berichtstag möglicherweise schon zur Mittagszeit wieder aufgehoben werden. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass die Einschränkung bis Dienstag, 5:00 Uhr, bestehen bleiben würde. Ursprünglich sollte der Zugbetrieb auf der Strecke bereits am Freitagabend wieder reibungslos laufen.
Der gesamte Fern- und Regionalverkehr ist von den Einschränkungen betroffen. Bei der Deutschen Bahn fallen am ersten Werktag nach der monatelangen Sanierung viele Züge aus oder sind verspätet. Wie zuginfo.nrw berichtet, kommt es wegen der eingleisigen Befahrbarkeit des Brückenabschnitts bei Opladen zu Verspätungen und Teilausfällen.
Auswirkungen auf Regional- und Fernverkehr
Auf der Linie RE4 wird der Verkehr laut zuginfo.nrw zwischen Dortmund Hbf und Düsseldorf Hbf in beiden Richtungen umgeleitet. Die Züge fahren statt über Hagen und Wuppertal die Strecke über Bochum, Essen und Duisburg. Züge der Linie RE7 Richtung Hagen Hbf fahren die gewohnte Strecke; in Richtung Krefeld Hbf werden sie über Wuppertal Hbf, Düsseldorf Hbf und Neuss Hbf mit Zusatzhalt in Wuppertal-Vohwinkel umgeleitet, die Halte Solingen Hbf, Opladen, Köln Messe/Deutz, Köln Hbf und Dormagen entfallen.
Der RE13 aus Venlo beginnt und endet in Düsseldorf Hbf, wodurch es zu Teilausfällen zwischen Düsseldorf Hbf und Hamm (Westf) Hbf kommt. Auf der Linie RE13 fallen zwischen Düsseldorf und Hamm alle Züge aus. Bei der RB48 fahren Züge von Köln in Richtung Wuppertal mit Verspätung, in Gegenrichtung fallen sie teilweise aus.
Im Fernverkehr beginnen und enden einige Züge in Hamm – dadurch entfallen Halte in Köln, Solingen, Wuppertal und Hagen. Knapp jeder zweite ICE-Zug von und nach Berlin über diese Strecke wird am Montagmorgen laut Bericht gestrichen und fährt stattdessen ab Hamm statt ab Köln. Alle IC-Züge auf der Relation Dortmund–Köln–Karlsruhe sind zwischen Dortmund und Köln gestrichen.
Zusätzlich verschärft wurde die Lage durch eine Oberleitungsschädigung am Samstagmittag auf dem Abschnitt zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal Hbf, der zeitweise komplett gesperrt werden musste. Gegen 16:00 Uhr am Samstag war der Schaden behoben und der Verkehr konnte auf diesem Teilstück wieder aufgenommen werden.
S-Bahn-Strecke bis September gesperrt
Parallel dazu sind die teilweise parallel verlaufenden S-Bahn-Gleise von Düsseldorf über Wuppertal nach Hagen gesperrt. Auf den Linien S7, S8, S9, S28, S68 und RE49 fahren zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Hagen nur Ersatzbusse statt Züge. Mit einer kurzen Unterbrechung fahren dort bis Anfang September keine Züge. Die S5 verkehrt zwischen Dortmund Hbf und Hagen Hbf, und ein Ersatzbus SEV S9 verbindet Hagen Hbf mit Wuppertal-Vohwinkel. Die Bahn begründet das mit „Nacharbeiten zur Generalsanierung“, bei denen Gleise, Weichen und Brücken erneuert, Lärmschutzwände errichtet und Bahnhöfe modernisiert würden.
WDR-Bahnexperte Niklas Hoth zog eine deutliche Bilanz. Nach fünf langen Monaten der Generalsanierung dieser wichtigen Strecke Hagen–Wuppertal–Köln gerate die Wiederinbetriebnahme „zum kompletten Fiasko“, stellte er fest. Knapp 800 Millionen Euro hat die Bahn in die Generalsanierung investiert. Fernzüge waren während der monatelangen Bauphase weiträumig umgeleitet worden, Pendler im Regionalverkehr mussten auf Ersatzbusse umsteigen, die deutlich länger unterwegs waren als sonst die Züge.
Reaktionen und Expertenurteil
Bereits am vorherigen Wochenende hatten zudem zwei Brandanschläge auf die Strecke zwischen Düsseldorf und Köln in Nordrhein-Westfalen den Betrieb zusätzlich belastet. Die Bahn führt die Unregelmäßigkeiten auf den laufenden Bauprozess der Generalsanierung zurück.
Reisende reagierten verärgert. Nils aus Wuppertal, dessen Zug nach Düsseldorf bereits 30 Minuten Verspätung hatte, sagte, das Chaos sei „nicht wirklich überraschend“ – er habe „ehrlicherweise schon damit gerechnet“. Auf die Frage nach Alternativen meinte der sichtlich genervte junge Mann: „Vielleicht fahre ich doch mit dem Auto“.
Der Beitrag wurde am 12. Juli 2026 um 16:56 Uhr unter dem Titel „Das müssen Bahnreisende zum Bahnchaos rund um Wuppertal jetzt wissen“ veröffentlicht und basiert nach Angaben der Redaktion auf einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn, Informationen von zuginfo.nrw, dem WDR-Bahnexperten Niklas Hoth sowie einem Interview mit Bahnreisenden. Der Bericht wurde am 13. Juli 2026 im Programm des Deutschlandfunks ausgestrahlt.
Fragen & Antworten
Was ist der Grund für das Bahnchaos zwischen Köln, Wuppertal und Hagen?
Bei einer routinemäßigen Prüfung wurde ein Schaden an einem tragenden Bauteil einer Brücke bei Opladen entdeckt, weshalb die Strecke nur eingleisig befahren werden kann. Die Deutsche Bahn führt Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten der Generalsanierung als Ursache an.
Welche Züge sind von den Ausfällen betroffen?
Betroffen sind sowohl der Fernverkehr – darunter ICE-Verbindungen zwischen Köln und Hannover/Berlin sowie IC-Züge zwischen Dortmund und Karlsruhe – als auch zahlreiche Regional- und S-Bahn-Linien wie RE4, RE7, RE13, RB48, S5 und S9.
Wie lange sollen die Einschränkungen noch andauern?
Der eingleisige Betrieb bei Opladen soll nach derzeitigem Stand bis Montagmorgen, 8:00 Uhr, bestehen bleiben. Die parallel gesperrten S-Bahn-Gleise zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Hagen sollen mit kurzer Unterbrechung bis Anfang September ohne Zugverkehr bleiben.
Bahnchaos Wuppertal Hagen: Brücke Opladen sorgt für Ausfälle | nachrichten360