Brasília, 30. April 2026 Bolsonaro Haftverkürzung durch brasilianischen Kongress Der brasilianische Kongress hat die Haftstrafe für den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro wegen eines versuchten Staatsstreichs deutlich reduziert und damit ein Veto seines Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva aufgehoben.

Haftstrafe von 27 auf zwei Jahre reduziert

Der ehemalige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der im September des Vorjahres wegen eines versuchten Staatsstreichs schuldig gesprochen wurde, sieht sich einer drastischen Verkürzung seiner Haftstrafe gegenüber. Das Oberste Gericht hatte ihn ursprünglich zu 27 Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Durch die neue Gesetzgebung wird diese Strafe auf etwas mehr als zwei Jahre reduziert.

Bolsonaro, der seit November 2025 im Alter von 71 Jahren seine Strafe verbüßt, befindet sich derzeit aus gesundheitlichen Gründen unter Hausarrest. Ohne die Gesetzesänderung hätte er erst im Jahr 2033 Anspruch auf eine Strafminderung gehabt. Die Initiative zur Haftverkürzung war im Dezember von Präsident Lula zunächst per Veto blockiert worden, doch der Kongress setzte sich nun darüber hinweg.

Hintergrund des versuchten Staatsstreichs

Bolsonaro wird vorgeworfen, nach seiner Wahlniederlage gegen Lula im Jahr 2022 einen Putschversuch geplant zu haben. Dabei soll er mit Militärs und Verbündeten zusammengearbeitet haben, um die Regierung seines Nachfolgers zu stürzen. Am 8. Januar 2023 stürmten Anhänger Bolsonaros Regierungsgebäude in Brasília, darunter das Parlament, den Obersten Gerichtshof und den Präsidentenpalast. Die Szenen erinnerten an den Angriff von Unterstützern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington zwei Jahre zuvor.