Berlin, 24 August 2026

Annalena Baerbock wird nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung eine Professur an der Columbia-Universität in New York übernehmen, wie mehrere deutsche Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichten.

Hintergrund: Warum die Professur eigens geschaffen wurde

Annalena Baerbock wechselt im September an die Columbia-Universität in New York. Wie die Nachrichtenagentur dpa und weitere Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichten, übernimmt die ehemalige Außenministerin dort eine Professur für berufliche Praxis („Prof. of Professional Practice“). Die Professur ist den Angaben zufolge eigens für sie geschaffen worden.

Hintergrund ist laut übereinstimmenden Berichten, dass Baerbock keinen akademischen Titel besitzt, der sie für eine reguläre Professur qualifizieren würde. Der Titel „Professor of Professional Practice“ werde an der Columbia-Universität gezielt für Expertinnen und Experten mit herausragenden beruflichen Leistungen außerhalb der Wissenschaft vergeben. Damit wird laut den Berichten eine Lücke im üblichen Berufungsverfahren geschlossen.

An der Columbia-Universität soll Baerbock den Themenschwerpunkt internationale Beziehungen und globale Regierungsführung („international relations and global governance“) betreuen. Wie aus den Berichten hervorgeht, ist der Wechsel an die Universität mit dem Ende ihrer Tätigkeit an der UN-Generalversammlung verknüpft: Sobald das Mandat ausläuft, ende – wie bei allen Diplomatinnen und Diplomaten üblich – jede Verbindung zu den Vereinten Nationen und damit auch zum Auswärtigen Amt und zum deutschen Steuerzahler.

Folgen des Endes des UN-Mandats

Die Berufung kommt nur wenige Monate nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung. In den Berichten heißt es, Baerbock habe das Amt in New York turnusgemäß innegehabt. Mit dem Wechsel nach dem Ende des Mandats verlasse sie den UN-Posten und damit auch jede formelle Bindung an die deutsche Regierung.

In Berlin wird der Schritt laut den Medien als logische Konsequenz aus dem Ende des UN-Mandats bewertet. Kritische Stimmen aus der Opposition hatten in der Vergangenheit wiederholt hinterfragt, wer die Kosten eines solchen Wechsels trägt. Die Berichte stellen dazu klar: Mit Abschluss der Tätigkeit für die Vereinten Nationen entfalle jede Verbindung Baerbocks zur UN, zum Auswärtigen Amt und damit zur öffentlichen Hand in Deutschland.

Die Columbia-Universität gehört zu den renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten und ist im New Yorker Stadtteil Manhattan beheimatet. Sie verfügt bereits über mehrere Einrichtungen, die sich mit internationaler Politik und Regierungsführung befassen. Mit Baerbocks Berufung soll dieses Profil laut den Berichten weiter gestärkt werden.

Columbia als Standort für internationale Politik

Aus dem Umfeld der Bundesregierung hieß es, man sehe den Wechsel gelassen. Der Wechsel sei mit den internationalen Gepflogenheiten für ehemalige UN-Amtsträger vereinbar. Baerbock habe sich während ihrer Amtszeit international profiliert; eine Tätigkeit im akademischen Bereich sei ein häufiger Folgeschritt.

Ungeklärt ist bislang, wann genau Baerbock ihre Lehrtätigkeit in New York aufnehmen wird. Die Berichte sprechen von September, ohne ein genaues Datum zu nennen. Auch zur Dauer der Anstellung und zur konkreten Ausgestaltung der Professur wurden zunächst keine weiteren Details bekannt.

Die Berufung Baerbocks reiht sich in eine Reihe prominenter Wechsel ehemaliger deutscher Politikerinnen und Politiker in internationale akademische oder institutionelle Rollen ein. Beobachter werten den Schritt als Zeichen dafür, dass New York für ehemalige Amtsträger aus Europa ein wichtiger Standort bleibt – auch über die unmittelbare UN-Tätigkeit hinaus.