Kiew, 20 August 2026

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Behördenangaben am Mittwoch zwölf Menschen getötet worden.

## Was ist neu seit 20.08.2026

Der Angriff traf Kiew und das umliegende Gebiet Kiew in der Nacht auf Mittwoch. Nach Angaben der Behörden kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Einsatzkräfte waren in den betroffenen Stadtteilen im Dauereinsatz. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte die hohe Opferzahl und kündigte weitere Informationen zur Identifizierung der Getöteten an.

Die ukrainische Luftabwehr versuchte nach Angaben des Verteidigungsministeriums, den Beschuss abzufangen. Die Behörden sprachen von einer koordinierten Angriffswelle mit Drohnen und Raketen. Augenzeugen berichteten von Explosionen in mehreren Stadtbezirken. Die Rettungsdienste waren nach Angaben lokaler Stellen mit Großaufgebot im Einsatz.

Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff und forderte erneut westliche Unterstützung bei der Luftverteidigung. Er verwies auf den Bedarf an Abfangsystemen vom Typ Patriot. Selenskyj sagte: „Und solange die Ukraine nicht über ausreichende Raketenabwehr verfügt, wird Russland nicht ernsthaft über Frieden nachdenken." Die Ukraine arbeite zwar an einer eigenen Raketenabwehr, dennoch brauche das Land die Abfangraketen vom Typ Patriot.

## Reaktionen und politische Konsequenzen

Die russische Seite äußerte sich nach Kenntnis der Nachrichtenagenturen zunächst nicht direkt zu den Angriffen. Moskau hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur und Hauptstadtziele durchgeführt. Die ukrainische Führung wertet diese Angriffe als gezielte Eskalation gegen die Zivilbevölkerung.

Unabhängig davon ermitteln ukrainische Antikorruptionsbehörden gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung. Die Staatsanwaltschaft zur Korruptionsbekämpfung und das nationale Antikorruptionsbüro teilten mit: „Ermittler gingen gegen eine kriminelle Vereinigung vor, die mutmaßlich von einem amtierenden und einem ehemaligen Abgeordneten angeführt werde." Einzelheiten zu möglichen Verbindungen zwischen den Ermittlungen und dem Angriff wurden nicht genannt.

## Auswirkungen auf die Infrastruktur

Die Stromausfälle betrafen nach Angaben der Stadtverwaltung mehrere tausend Haushalte in den Außenbezirken. Energieversorger arbeiteten an der Wiederherstellung der Netze. Krankenhäuser seien auf Notstromaggregate umgestellt worden, hieß es aus dem Gesundheitswesen.

Internationale Reaktionen auf den Angriff ließen nicht lange auf sich warten. Mehrere europäische Hauptstädte verurteilten die Attacke und kündigten humanitäre Hilfe an. Die Diskussion über zusätzliche Patriot-Lieferungen an die Ukraine gewann nach Angaben von Diplomaten an Dringlichkeit.

Klitschko rief die Bevölkerung auf, Luftschutzräume aufzusuchen und Anweisungen zu befolgen. Die Nacht sei „eine der schwierigsten seit Wochen" gewesen. Schulen und öffentliche Einrichtungen in den betroffenen Vierteln blieben am Folgetag geschlossen.

Die Gesamtzahl der Verletzten wurde von den Behörden mit Stand des Vormittags noch nicht abschließend beziffert. Rettungskräfte suchten weiterhin in den Trümmern nach Überlebenden. Die Staatsanwaltschaft kündigte Ermittlungen zur Identifizierung der Angriffsart und der Herkunft der eingesetzten Waffen an.

Der Angriff verdeutlicht die anhaltende Verwundbarkeit der ukrainischen Hauptstadt trotz westlicher Unterstützung. Analysten werten die Attacke als Teil einer Strategie, zivile Infrastruktur und die Moral der Bevölkerung zu schwächen. Die Forderung nach zusätzlichen Patriot-Systemen steht im Zentrum der laufenden diplomataten Gespräche.