Zwei seit Donnerstag vermisste Bergsteiger sind am Montag tot aus einer rund 20 Meter tiefen Gletscherspalte am Gran Paradiso im Aostatal geborgen worden.

Ausgangslage: Verschollen seit Donnerstag

Die beiden Alpinisten waren am Donnerstag von der Schutzhütte Vittorio Emanuele II zu einer Tour in den italienischen Alpen aufgebrochen und nicht in die Unterkunft zurückgekehrt. Wie der alpine Rettungsdienst des Aostatals mitteilte, waren die beiden Alpinisten in eine etwa 20 Meter tiefe Spalte gestürzt.

Mehrere Hubschrauberflüge hatten zuvor im Rahmen der Suche keine Ergebnisse gebracht. Erst am Montag entdeckten die Rettungskräfte die Gletscherspalte und bargen die beiden Verstorbenen.

Fund am Montag

Zu den Opfern wurden zunächst keine näheren Angaben veröffentlicht, auch deren Herkunftsland wurde nicht bekannt gegeben. Die italienische Bergrettung bestätigte lediglich den Fund und das Ende des Sucheinsatzes.

Hintergrund: Der Gran Paradiso

Die Schutzhütte Vittorio Emanuele II liegt am Gran Paradiso, dem mit 4.061 Metern höchsten Gipfel der Grajischen Alpen. Das Massiv gehört vollständig zum Nationalpark Gran Paradiso und ist ein beliebtes Ziel für Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus ganz Europa.

Der Unfall wirft Fragen nach den Umständen des Sturzes in die Gletscherspalte auf. Gletscherspalten sind in der Höhe oft von frisch gefallenem Schnee überdeckt und für Alpinistinnen und Alpinisten schwer zu erkennen. Erfahrungsgemäß steigt das Risiko solcher Stürze in der Sommersaison, wenn Tourengeherinnen und Tourengeher in größerer Zahl unterwegs sind.

Sicherheit im Hochgebirge

Auch die alpine Rettung im Aostatal warnt seit Jahren vor den Gefahren von Spaltenstürzen. Neben der reinen Bergung komme es auf eine lückenlose Ausrüstung mit LVS-Gerät, Seil und Steigeisen sowie auf eine sorgfältige Tourenplanung an. Nicht alle Bereiche rund um den Gran Paradiso seien derzeit in gleichem Maße lawinen- und spaltenfrei, hieß es.

Die italienische Nachrichtenagentur APA und andere italienische Medien berichteten am Montag über den Fund. KURIER-Schlagzeile dazu: „Zwei Bergsteiger tot aus Gletscherspalte geborgen – Leichen in rund 20 Metern Tiefe am Gran Paradiso entdeckt."

Der Gran Paradiso gehört zu den meistbegangenen Viertausendern der Alpen. Seine Normalwege führen über Gletscher und sind nur mit entsprechender Hochtourenerfahrung und Seilführung zu begehen. Die Schutzhütte Vittorio Emanuele II auf etwa 2.730 Metern Höhe dient dabei als klassischer Stützpunkt.