Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle in der Demokratischen Republik Kongo ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf über 900 gestiegen, während der seltene Bundibugyo-Virusstamm, für den es keinen Impfstoff gibt, den Ausbruch antreibt.
Seit Beginn des Ausbruchs starben nach Regierungsangaben 204 Infizierte – ein deutlicher Anstieg von rund 30 Todesfällen und über 100 zusätzlichen Infektionen im Vergleich zum Vortag. Von den 91 laborbestätigten Fällen seien zehn tödlich verlaufen, teilte das Gesundheitsministerium in Kinshasa am Sonntagabend mit.
Auch im Nachbarland Uganda wurden am Montag zwei neue Ebola-Fälle gemeldet, die mit dem Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung stehen. Damit steigt die Zahl der bestätigten Fälle dort auf sieben. Bei den Erkrankten handelt es sich um Angestellte einer privaten Klinik in der Hauptstadt Kampala.
Die Gesundheitsbehörden Ugandas berichteten zudem von einer Frau aus der Demokratischen Republik Kongo, die per Flugzeug nach Kampala gereist war, in einer Privatklinik wegen Bauchbeschwerden behandelt wurde und später wieder zurückflog; ihre Probe wurde positiv getestet.
Unerkannter Beginn und seltener Erreger
Der aktuelle Ausbruch wird durch den seltenen Bundibugyo-Virustyp verursacht, für den es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Die kongolesische Regierung erklärte, das zuständige Labor in Bunia nahe der Grenze zu Uganda habe den Erreger zunächst nicht identifizieren können. Erst nach Untersuchungen in einem Labor in Kinshasa wurde der Stamm erkannt.
Die ersten Ebola-Fälle waren Mitte Mai laborbestätigt worden, obwohl der Ausbruch bereits Wochen zuvor unerkannt begonnen haben dürfte. Kurz nach der Bestätigung rief die WHO eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite aus.