Gabriel Felbermayr, neues Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, rechnet mit erheblichen Preisanstiegen für Flugtickets infolge des Iran-Krieges.
Auswirkungen auf den Treibstoffmarkt
Die Blockade der Straße von Hormus durch den anhaltenden Konflikt im Iran wird nach Einschätzung Felbermayrs zu Engpässen bei Kerosin und Diesel auf dem globalen Markt führen. Dies sei eine direkte Folge der unterbrochenen Lieferketten, die für Europa und andere Regionen erhebliche Konsequenzen habe. Der WIFO-Chef betonte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, dass die Verknappung des Flugtreibstoffs unmittelbar auf die Ticketpreise durchschlagen werde.
Felbermayr, der erst kürzlich in den deutschen Sachverständigenrat berufen wurde, sieht hier eine langfristige Belastung für die Luftfahrtbranche. „Die Nachfrage nach Flugdienstleistungen wird sinken, wenn die Preise steigen“, so seine Prognose. Dies könne sogar dazu führen, dass einige Flugverbindungen ganz gestrichen werden müssten, falls die Nachfrage unter eine wirtschaftlich tragfähige Schwelle falle.
Politische Handlungsempfehlungen
Statt einer Senkung der Kraftstoffsteuern plädiert Felbermayr dafür, staatliche Mittel gezielt einzusetzen, um die Stromkosten zu senken. „Es wäre sinnvoller, die Energiewende zu beschleunigen, anstatt kurzfristige Entlastungen bei fossilen Brennstoffen zu subventionieren“, erklärte er gegenüber dem Deutschlandfunk. Diese Maßnahme könnte seiner Ansicht nach die strukturellen Probleme am Energiemarkt langfristig entschärfen.

