Ein Team der Medizinischen Universität Wien hat in einer groß angelegten Genomstudie 27 Erbgutabschnitte identifiziert, die mit einer Anfälligkeit für ein Ungleichgewicht der inneren Uhr in Verbindung stehen.

Die Ergebnisse wurden am Mittwoch im Fachmagazin „eBioMedicine" publiziert. Das Forschungsteam um Eva Schernhammer und Magdalena Zebrowska vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien analysierte dafür genetische Daten von 312.935 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der UK-Biobank, einer der größten biomedizinischen Forschungsdatenbanken weltweit. Bei der UK-Biobank handelt es sich um eine britische Kohortenstudie, in der über viele Jahre hinweg Gesundheits- und Erbgutdaten Hunderttausender Menschen gesammelt wurden.

Im Zentrum der Untersuchung stand der sogenannte „Circadian Imbalance Index". Dieser Index war in einer früheren Studie des gleichen Teams entwickelt worden und bündelt mehrere Merkmale, die Hinweise auf ein Ungleichgewicht der inneren Uhr geben. Darin erfasste Merkmale sind etwa ein Abendchronotyp (die Neigung, später im Tagesverlauf aktiv und müde zu werden), eine ungewöhnlich kurze oder lange Schlafdauer, eine stärkere Neigung zu negativer Emotionalität (Neurotizismus), ein atypischer Koffeinkonsum sowie niedrige Vitamin-D-Werte.