Die Ärztekammer hat am Dienstag einen dringenden Appell an die Spitalsträger gerichtet, mehr Basisausbildungsplätze für angehende Ärzte bereitzustellen, um eine drohende Versorgungskrise abzuwenden.
Kritische Lage in den Spitälern
Neben den 1.300 notwendigen neuen Stellen im niedergelassenen Bereich sei man bereits in den Spitälern mit einer akuten Ärzteknappheit konfrontiert, erklärte Johannes Steinhart, Präsident der Ärztekammer. Die kommende "Pensionierungswelle der Babyboomer", auf die seit 15 Jahren hingewiesen werde, verschärfe das Problem zusätzlich. "Wir laufen sehenden Auges in einen Notstand in der Versorgung", warnte Steinhart.
Allein in Wien fehlten derzeit über 600 Plätze für Jungmediziner, die ihre Ausbildung abschließen. "Die Wartezeit beträgt über 20 Monate", so Steinhart. Bis Ende 2027 seien alle Spitäler mehr oder weniger ausgebucht. "Das bedeutet, sie schließen im Juli ab und dürfen dann über eineinhalb Jahre auf eine Stelle warten", erklärte Anant Thind, stellvertretender Vorsitzender der ÖH Med Wien. In Deutschland oder der Schweiz würden dagegen mit entsprechenden Stellen geworben.
