Wien, 03 Juli 2026

Die österreichische Bundesregierung hat am Freitag ihre geplante Gesundheitsreform vorgestellt und gegen Kritik aus den eigenen Reihen verteidigt, während die SPÖ-Landeshauptleute von Kärnten und Burgenland, Daniel Fellner und Hans Peter Doskozil, scharfen Protest auf Facebook formulierten.

Die Reform war nach Angaben der Regierung ein Jahr lang gemeinsam von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen erarbeitet worden. Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) wies den Vorwurf zurück, dass die Reform keine wesentlichen Kompetenzverschiebungen mit sich bringe. „Es ist uns nicht darum gegangen, den Wettbewerb der Kompetenzverschiebungen zu gewinnen, sondern eine gute Versorgung für die Patienten sicherzustellen“, sagte sie bei dem Medientermin.

Kern der Reform sind rund 75 neue Facharztzentren, die bis 2040 nach dem Vorbild bestehender Primärversorgungseinheiten entstehen sollen. In diesen Zentren sollen Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen und andere Gesundheitsdienstleister kooperieren. Das soll die Spitäler entlasten. Das erste Facharztzentrum soll aber noch in der laufenden Legislaturperiode eröffnet werden.

Inhalt der Reform

Die Regierung versicherte zugleich, dass kein Spitalsstandort geschlossen werden soll. Vielmehr sollen die kleinen Häuser aufgewertet oder zu den geplanten neuen Facharztzentren bzw. andere Versorgungseinrichtungen umgewandelt werden. Hintergrund ist die Überlegung, dass kleine Standorte nicht auf die nötige Fallzahl kommen, um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten. Einzelordinationen wird es aber weiterhin geben.