Waldbrände in Spanien und Frankreich: Zehntausende Menschen müssen Häuser verlassen
Madrid, 23. Juli 2026
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Kurzfassung
Schwere Waldbrände wüten derzeit in Spanien und Frankreich. Wegen der Flammen mussten Zehntausende Menschen ihre Wohnungen und Campingplätze verlassen, mehrere Gemeinden stehen unter Ausgangssperre. Die Behörden warnen vor extremer Hitze und einer sich zuspitzenden Lage in ganz Südeuropa.
Wegen massiver Waldbrände sind in Spanien und Frankreich Zehntausende Menschen aus Gemeinden, Stadtteilen und Campingplätzen evakuiert worden, während die Behörden in beiden Ländern die höchste Warnstufe ausriefen.
Evakuierungen und Ausgangssperre bei Madrid
Im Südwesten von Madrid wurden am Mittwoch mehrere Gemeinden in der spanischen Hauptstadtregion evakuiert. Wegen des Brandes in der Gemeinde Almorox seien die Gemeinden Encinar del Alberche, Ribera del Alberche und Rincón del Alberche geräumt und die Gemeinde Villa del Prado unter Ausgangssperre gestellt worden, teilte der spanische Rettungsdienst am Abend im Onlinedienst X mit. Almorox liegt in der Region Kastilien-La Mancha, etwa 70 Kilometer südwestlich von Madrid. Die Guardia Civil filmte spanische Polizisten, die Anwohner evakuierten und kontrollierten, dass niemand zurückblieb.
Die Behörden forderten die Anwohner auf, "bei Fahrten äußerste Vorsicht walten zu lassen, da die Sicht durch den Rauch stark eingeschränkt ist". Der Zivilschutz rief Anwohnerinnen und Anwohner mit Atemwegserkrankungen zudem auf, nachts die Fenster zu schließen, um die Belastung zu verringern. Der spanischen Guardia Civil zufolge wurden mehrere Verkehrsachsen gesperrt. Die Bevölkerung wurde zu größter Vorsicht gemahnt.
Größtes Feuer nordöstlich der Hauptstadt
Ein zweiter großer Brand befindet sich auf der anderen Seite Madrids in der Provinz Guadalajara, etwa 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Er hat seit vergangenem Donnerstag 32.000 Hektar Land verwüstet. Die spanischen Provinz Guadalajara treffen die Waldbrände besonders schwer. Über 30.000 Hektar sind seit letzter Woche verbrannt. Dieser Feuerkomplex entwickelte sich nach Angaben der Einsatzkräfte zum größten Waldbrand des Sommers in Spanien.
Auch in der südspanischen Provinz Almería, vor allem im Ort Los Gallardos, starben bei einem schweren Waldbrand mehrere Menschen. 13 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, darunter zwölf Ausländer - sieben Todesopfer aus Großbritannien, drei aus Belgien und jeweils eines aus Frankreich, den USA und Spanien. Bei diesem Brand, der als einer der verheerendsten in der jüngeren Geschichte Spaniens gilt, brannten 7.000 Hektar Land nieder.
Opfer in Almería und Rekordwerte
Insgesamt sind seit dem 1. Januar in Spanien bereits fast 120.000 Hektar verbrannt, wie aus der europäischen Datenbank zu Waldbränden (Effis) hervorgeht. Das Risiko weiterer Brände wird in Spanien als extrem hoch eingestuft. Spanien erlebt derzeit seine dritte Hitzewelle des Jahres, die Behörden sprechen von einer neuen Welle mit steigenden Temperaturen. Spaniens staatlicher Wetterdienst Aemet warnte bei Temperaturen über 41 Grad Celsius vor "erheblicher oder sogar außergewöhnlicher Gefahr".
In Südfrankreich brach am Mittwoch ein Großbrand in der Nähe des Beckens von Arcachon aus. Der am Mittwoch in der Ortschaft Saumos ausgebrochene Brand werde mit einem Großaufgebot von 500 Feuerwehrleuten, vier Löschflugzeugen und 150 Einsatzfahrzeugen bekämpft, wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte. Seit dem Wochenende seien die Einsatzkräfte wegen mehr als tausend Bränden zu Löscharbeiten ausgerückt. Die Brände würden durch sehr hohe Temperaturen von örtlich über 40 Grad und sehr trockenen Boden begünstigt.
Frankreich: Großbrand am Atlantik
Bereits am Mittwoch mussten rund 700 Bewohnerinnen und Bewohner zwei Stadtteile des Ortes Le Porge verlassen. Am Donnerstagmorgen wurden zudem sechs Campingplätze und eine FKK-Anlage im Norden von Cap Ferret geräumt. Auch der dortige Campingplatz mit rund 3.500 Urlaubern wurde geräumt. Insgesamt sind nach Behördenangaben etwa 12.000 Touristen und Einheimische in Sicherheit gebracht worden.
In der Nähe von Bordeaux wurden 12.000 Touristen und Einheimische evakuiert. Fast 20.000 Menschen wurden vorsorglich aus der Küstengegend an der französischen Atlantikküste bei Bordeaux in Sicherheit gebracht. Die Betroffenen wurden zum nahegelegenen Urlaubsort Lacanau dirigiert. Wie die Präfektin des Département Gironde betonte, gilt für die Region die höchste Waldbrandwarnstufe. Wie die Präfektin des Département Gironde betonte, gilt für die Region die höchste Waldbrandwarnstufe.
Bislang sei niemand verletzt worden, es seien jedoch bereits 2.000 Hektar Land verbrannt. Allerdings starben am Rande des Einsatzes zwei Feuerwehrleute in der Nähe des Flughafens Bordeaux, nachdem sie von den Flammen in ihrem Löschfahrzeug eingeschlossen worden waren. Auch Campingplätze wurden geräumt, und Wegen der Waldbrände in Südfrankreich mussten Anwohner ihre Häuser verlassen. Wegen der Waldbrände in Südfrankreich mussten Anwohner ihre Häuser verlassen.
Rekordjahr bei verbrannter Fläche
Frankreich meldete am Dienstag einen traurigen Rekord an verbrannter Fläche in diesem Jahr: Mehr als 42.000 Hektar Land gingen zwischen Januar und Mitte Juli in Flammen auf. Damit wurde ein früherer Höchststand vom gleichen Zeitraum im Jahr 2022 übertroffen. Im Juni hatte Frankreich während einer Hitzewelle bereits mehr als 5.700 hitzebedingte Todesfälle registriert. Die Rekordmarke von 2022 sei damit überboten worden, teilten die Behörden mit.
Nicht nur Spanien und Frankreich sind betroffen. Auch in Italien und auf Sizilien brennen Wälder. Im Zentrum der Insel mussten wegen eines seit Tagen wütenden Feuers demnach rund hundert Bewohnerinnen und Bewohner sowie 22 Patienten einer Klinik in Sicherheit gebracht werden. In Palermo mussten mehr als 100 Menschen evakuiert werden, weil sich ein Waldbrand bis an die Stadtgrenze ausbreitete. Ein Sprecher des italienischen Zivilschutzes bezeichnete die Lage auf Sizilien als "ernst".
Italien und Sizilien unter Druck
Italiens Gesundheitsministerium hat für mehrere Großstädte die höchste Warnstufe Rot ausgerufen, darunter Rom, Neapel, Catania, Cagliari und Palermo. Das bedeutet, dass akute Gesundheitsgefahr nicht nur für Ältere und Kranke, sondern auch für junge und gesunde Menschen besteht. Die Hitzewelle hält die Feuerwehr in Südeuropa auf Trab. In Teilen Europas wurden Spitzenwerte von bis zu 46 Grad Celsius gemessen. In Italien wurde mit 46,2 Grad Celsius die höchste Temperatur des Landes registriert.
Auch die Wasserstände in Italien sinken dramatisch. Der Wasserpegel des Gardasees fiel innerhalb von zwei Wochen von 95 auf 83 Zentimeter. Der längste Fluss Italiens, der Po, weist örtlich eine Wassertemperatur von 32 Grad Celsius auf. Die Behörden in Spanien und Italien haben wegen Hitze und Bränden die höchste Alarmstufe ausgerufen. Hitzewelle und Trockenheit begünstigen die schnelle Ausbreitung der Flammen.
Ausblick: keine Entwarnung in Sicht
Die anhaltende Hitze und die damit verbundene Waldbrandgefahr treffen Südeuropa in diesem Sommer mit ungewöhnlicher Wucht. Mehrere Länder haben einander Unterstützung bei den Löscharbeiten zugesagt. Die Situation bleibt nach Einschätzung der Wetterdienste angespannt, da für die kommenden Tage keine durchgreifende Wetteränderung in Sicht ist. In Spanien steigen die Temperaturen derzeit wieder, es beginnt eine neue Hitzewelle. Auch in Spanien bei Madrid brennen Wälder, und Gemeinden werden evakuiert.
Fragen & Antworten
Welche Gemeinden wurden bei Madrid evakuiert?
Wegen des Brandes in der Gemeinde Almorox wurden Encinar del Alberche, Ribera del Alberche und Rincón del Alberche geräumt; in Villa del Prado gilt eine Ausgangssperre.
Wie viele Menschen sind in Frankreich betroffen?
In der Nähe von Bordeaux und an der Atlantikküste wurden rund 12.000 bis 20.000 Touristen und Anwohner in Sicherheit gebracht, darunter 3.500 Urlauber eines Campingplatzes in Le Porge.
Warum brennen die Wälder in Südeuropa so stark?
Laut Behörden begünstigen Temperaturen über 40 Grad Celsius, eine anhaltende dritte Hitzewelle in Spanien und sehr trockener Boden die schnelle Ausbreitung der Flammen.