Großbrand nordöstlich von Madrid: Rund 13.000 Hektar Wald zerstört – Hunderte Menschen evakuiert
Madrid, 19. Juli 2026
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Kurzfassung
Nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid wütet seit Donnerstag ein großer Waldbrand, der bereits rund 13.000 Hektar Wald vernichtet hat. Mehr als 500 Einsatzkräfte und 25 Löschflugzeuge kämpfen gegen die Flammen, rund 800 Menschen wurden vorsorglich aus 20 Gemeinden evakuiert.
Ein großer Waldbrand nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid hat seit Donnerstag rund 13.000 Hektar Fläche vernichtet; mehr als 500 Einsatzkräfte und 25 Löschflugzeuge kämpfen gegen die Flammen, und rund 800 Menschen wurden aus 20 Gemeinden vorsorglich evakuiert.
Das Feuer war am Donnerstag in einem bewaldeten und bergigen Gebiet der Provinz Guadalajara ausgebrochen, etwa 80 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Madrid. Nach Angaben der spanischen Behörden hat es sich seitdem rasant ausgebreitet und ist auch am Sonntag weiterhin nicht unter Kontrolle. Die Flammen fraßen sich nach Berichten des staatlichen Fernsehsenders RTVE allein in der Nacht auf Sonntag weitere 14 Kilometer voran.
Ausmaß und Verlauf
Nach Angaben der Umweltministerin von Kastilien-La Mancha, Mercedes Gómez, ist es den Einsatzkräften bisher gelungen, das Feuer nahe der Stadt Guadalajara von Ortschaften fernzuhalten. "Bisher sei es gelungen, das Feuer nahe der Stadt Guadalajara von Ortschaften fernzuhalten", sagte Gómez. Vorsichtshalber seien aber 20 Gemeinden mit insgesamt rund 800 Einwohnerinnen und Einwohnern evakuiert worden.
Die Löscharbeiten konzentrieren sich nach Behördenangaben auf das Anlegen von Brandschneisen, um die Ausbreitung zu stoppen. Mehr als 500 Einsatzkräfte sind nach Angaben der Regionalverwaltung mit dieser Aufgabe beschäftigt. Die Bodentruppen werden unter anderem von der Militärischen Notfalleinheit (UME) unterstützt.
Aus der Luft versuchen 25 Löschflugzeuge, den Brand zu bekämpfen, wie Gómez sagte. Ergänzt wird der Lufteinsatz durch zahlreiche Löschhubschrauber. Die Kombination aus Bodentruppen und Luftunterstützung gilt als Standardvorgehen bei derartigen Großschadenslagen in Spanien.
Mit der zunehmenden Ausbreitung verschärft sich auch die Lage für Anwohnerinnen und Anwohner in den angrenzenden Gemeinden. Sollte das Feuer die derzeitigen Eindämmungslinien durchbrechen, müssten nach Einschätzung von Rettungskräften weitere Evakuierungen angeordnet werden.
Löscharbeiten am Boden und aus der Luft
Parallel zu dem Großbrand bei Guadalajara kämpfen Einsatzkräfte in der Region Aragonien weiter gegen einen weiteren Waldbrand. Der am Donnerstag bei Ores in der Provinz Saragossa ausgebrochene Brand sei inzwischen "weitgehend unter Kontrolle", teilte die dortige Regionalregierung mit. Rund 14.400 Hektar wurden dort nach Angaben von Aragoniens Regionalpräsident Jorge Azcón vernichtet. Mehr als 1.100 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser verlassen.
Der Brand bei Ores in Aragonien
Auf nationaler Ebene verdeutlichen die Brände die prekäre Lage im Waldbrandsommer 2026. Seit Jahresbeginn haben grossflächige Feuer in Spanien bereits mehr als 80.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. Das waren fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Die Behörden blicken mit Sorge auf die Erfahrungen des Vorjahres. Damals hatte sich die verbrannte Fläche in Spanien sprunghaft erhöht – von rund 47.000 Hektar Ende Juli auf 380.000 Hektar bis Anfang August, als die schlimmsten Brände des Jahres wüteten. Meteorologinnen und Meteorologen warnen vor einer Fortsetzung der extremen Hitzebedingungen.
Erst in der vergangenen Woche hatte ein Feuer in der südspanischen Region Andalusien 13 Menschen das Leben gekostet. Bei den Opfern handelt es sich mehrheitlich um ältere, in der Provinz Almería wohnende Ausländer – darunter sieben Briten und drei Belgier. 7.000 Hektar Land brannten dort nieder. Der Brand gilt als einer der tödlichsten Waldbrände Spaniens der vergangenen Jahre.
Bisherige Bilanz des Jahres und tödlicher Brand in Andalusien
Nicht nur Spanien ist betroffen: Auch im nordafrikanischen Algerien haben Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen rund 70 Waldbrände gezählt – angefeuert von einer Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 49 Grad Celsius. Die Brände wüteten in neun der rund 70 Provinzen des Landes, besonders betroffen sei Skikda an der Mittelmeer-Küste. Die algerische Staatsagentur APS berichtete, dass die Löscharbeiten andauerten; Berichte über Opfer habe es zunächst nicht gegeben. Mehr als 40 der Brände seien nach Angaben des algerischen Zivilschutzes inzwischen unter Kontrolle.
Internationale Brände: Algerien und Kanada
Auch in Kanada war die Lage am Wochenende angespannt: Mit Stand Samstag waren mehr als 900 aktive Waldbrände registriert. Wegen des Rauches, der in den Nordosten der USA gezogen war, kam es zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen Washington und Ottawa. US-Präsident Donald Trump drohte dem nördlichen Nachbarn, den USA müssten die durch die Luftverschmutzung entstandenen Kosten in den US-Metropolen ersetzt werden. Zeitweise schien auch eine Beeinträchtigung des Finales der Fußball-WM im MetLife Stadium in New Jersey möglich, am Sonntag wurde jedoch bekanntgegeben, dass die Partie bei klarem Wetter stattfinden könne.
Klimawandel als Hintergrundfaktor
Klar ist laut Weltklimarat (IPCC) aber: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen, Hitze und Dürre häufiger und intensiver. Damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für großflächige, schwer zu kontrollierende Waldbrände in Südeuropa, wie die diesjährige Saison exemplarisch zeigt.
Die spanischen Einsatzkräfte setzen derweil ihre Strategie der Brandschneisen fort, um den Brand bei Guadalajara einzudämmen. Sollte das Feuer in den kommenden Tagen nicht deutlich an Schwung verlieren, dürfte sich die Evakuierungszone weiter vergrößern. Auch der Blick nach Aragonien zeigt, dass vergleichbare Brände noch lange nach dem ersten Ausbruch nicht endgültig eingedämmt sind.
Die Behörden riefen Anwohnerinnen und Anwohner in den betroffenen Regionen dazu auf, Absperrungen zu respektieren und Hinweise der Sicherheitskräfte zu befolgen. Wegen der starken Rauchentwicklung empfahlen Gesundheitsbehörden, Fenster geschlossen zu halten und Aufenthalte im Freien zu vermeiden.
Mit Blick auf das Wochenende und den weiteren Verlauf sei die Lage "ernst, aber unter Kontrolle der Einsatzkräfte", zitierte RTVE eine Sprecherin der Regionalregierung. Wie lange die Löscharbeiten noch andauern werden, hängt nach Einschätzung von Fachleuten entscheidend vom Wind und von sinkenden Temperaturen ab.
Fragen & Antworten
Wann und wo brach der Waldbrand nordöstlich von Madrid aus?
Das Feuer war am Donnerstag in einem bewaldeten und bergigen Gebiet der Provinz Guadalajara ausgebrochen, etwa 80 Kilometer nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid.
Wie viel Fläche ist bisher verbrannt, und wie viele Menschen sind evakuiert?
Nach Behördenangaben sind rund 13.000 Hektar Land verbrannt; vorsorglich wurden 20 Gemeinden mit insgesamt rund 800 Einwohnerinnen und Einwohnern evakuiert.
Gibt es Todesopfer durch den aktuellen Brand bei Guadalajara?
Todesopfer durch den laufenden Brand bei Guadalajara wurden bisher nicht gemeltdet; bei einem separaten Waldbrand in Andalusien in der Vorwoche starben nach offiziellen Angaben jedoch 13 Menschen.