Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah tritt in Kraft, Gespräche zwischen USA und Iran in der Schweiz verschoben
Bern, 18 Juni 2026
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Kurzfassung
Die USA haben eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon verkündet. Zugleich wurden die für die Schweiz geplanten Direktgespräche zwischen den USA und dem Iran verschoben, weil noch zu viele Fragen offen seien.
Bern, 18 Juni 2026
Die Vereinigten Staaten haben am Donnerstag eine Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz bekannt gegeben, während parallel dazu die für das Wochenende in der Schweiz geplanten Direktgespräche zwischen den USA und dem Iran verschoben wurden.
Waffenruhe tritt in Kraft
Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah trat noch am Donnerstagabend in Kraft, wie ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung am späten Nachmittag mitteilte. „Das jedenfalls meldete ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung am späten Nachmittag“, berichtete Nahost-Korrespondent Thomas Gutersohn, der die neueste Entwicklung einordnet. Katar und die USA vermittelten in dieser Sache.
Ein israelischer Militärsprecher bestätigte die Meldungen aus dem Weissen Haus. Er erklärte, man befinde sich in einer Waffenruhe, solange die Hisbollah nicht von sich aus angreife. Zugleich betonte er, Israel sei jederzeit bereit, die Kämpfe wieder aufzunehmen, und die israelischen Truppen blieben weiterhin im Süden Libanons stationiert. „Diese Meldungen aus dem Weissen Haus wurden durch einen israelischen Militärsprecher bestätigt“, heißt es in der Analyse.
Israels Position zur Waffenruhe
Die Hisbollah selbst hat sich noch nicht geäussert, da ihre Kanäle oft etwas langsamer arbeiten und sich die Führung versteckt hält und nicht digital kommuniziert. Die militante Organisation ist nach Einschätzung der Analyse die effektive Kriegspartei und nicht der Staat Libanon. Israel befindet sich bereits länger in einer Waffenruhe mit dem Staat Libanon, die bisher jedoch nicht viel gebracht hat.
Noch am Morgen des Tages, an dem die Waffenruhe verkündet wurde, war der Süden Libanons heftig von der israelischen Armee beschossen worden. Das libanesische Gesundheitsministerium zählte 47 Tote durch die israelische Angriffe im Süden des Landes. Das israelische Militär verzeichnete vier tote Soldaten und Soldatinnen aus den Gefechten.
Opfer und Folgen der Kämpfe
Parallel zur Waffenruhe im Libanon kam es zu einer Verschiebung der geplanten Direktgespräche zwischen den USA und dem Iran. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte am Freitag mit, dass die für das Wochenende in der Schweiz vorgesehenen Gespräche zwischen den USA, dem Iran, Katar und Pakistan verschoben worden seien. Das EDA erklärte: „The planned talks between the U.S., Iran, Qatar and Pakistan have been postponed … Preparatory work on the Bürgenstock [a luxury resort on a mountain next to Lake Lucerne] will continue. No further information can be provided at this time,“.
Der Bürgenstock, ein luxuriöses Resort auf einem Berg am Vierwaldstättersee, sollte als Verhandlungsort dienen. Die Schweizer Behörden hielten jedoch an ihren Vorbereitungen fest und wollten am Treffen festhalten. Die Verschiebung wurde von der US-Seite mit Hinweis auf noch offene Fragen begründet. „Es gebe noch zu viel vorher zu klären“, hieß es aus Washington.
Verschiebung der Gespräche in der Schweiz
JD Vance hatte am Donnerstag angekündigt, an den direkten Gesprächen in der Schweiz am Wochenende teilnehmen zu wollen. JD Vance hielt zum Zeitpunkt seiner Stellungnahme das Amt des US-Vizepräsidenten inne. Die Verschiebung kam daher für die diplomatischen Beobachter überraschend.
Die USA und der Iran hatten zuvor eine vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts erzielt, bevor die Gespräche verschoben wurden. Die direkten Verhandlungen zur Ausarbeitung der Details dieser Vereinbarung konnten jedoch nicht wie geplant beginnen. „Talks between the USA and Iran stalled before they had even started“, fasste die Analyse den Stand zusammen.
Hindernisse auf dem Verhandlungsweg
Der andauernde Konflikt zwischen Israel und die Hisbollah war ein Hindernis auf dem Weg zu ersten Gesprächen zwischen dem Iran und den USA auf dem Bürgenstock. Es wird gemunkelt, dass der fortlaufende gegenseitige Beschuss der israelischen Armee und der Hisbollah der Grund dafür war, dass die Konferenz auf dem Bürgenstock abgesagt oder zumindest verschoben wurde.
Nun haben offenbar sowohl Washington gegenüber Tel Aviv als auch Teheran gegenüber der Hisbollah ein Machtwort gesprochen, sodass die Kämpfe im Libanon den Verhandlungen nicht mehr im Wege stehen sollen. Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah ist Teil eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran, das auch die Beendigung der Kämpfe zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel vorsieht.
Die Waffenruhe-Vereinbarung steht im Kontext einer breiteren diplomatischen Initiative, an der neben den USA und dem Iran auch Katar und Pakistan beteiligt sind. Diese vier Akteure waren als Teilnehmer der geplanten direkten Gespräche in der Schweiz vorgesehen. Die Verschiebung der Gespräche wirft Fragen über den Zeitplan und die Erfolgsaussichten der diplomatischen Bemühungen auf.
Aus Sicht von Beobachtern markiert die Waffenruhe einen möglichen Wendepunkt in einem Konflikt, der zuvor durch anhaltende Gewalt und gegenseitige Angriffe gekennzeichnet war. Die gleichzeitige Verschiebung der Gespräche zwischen den USA und dem Iran zeigt jedoch die Fragilität des diplomatischen Prozesses. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Waffenruhe hält und ob die Gespräche in der Schweiz zeitnah nachgeholt werden können.
Ausblick auf den diplomatischen Prozess
Das EDA betonte, dass die Vorbereitungsarbeiten am Bürgenstock fortgesetzt würden. Die Schweiz hatte sich als Gastgeber der Gespräche positioniert und wollte an dem geplanten Treffen festhalten. Die Verschiebung bedeutet nicht den Abbruch der diplomatischen Initiative, sondern lediglich eine zeitliche Verzögerung.
Die Analyse von Nahost-Korrespondent Thomas Gutersohn ordnet die Entwicklung in den Kontext der regionalen Dynamik ein. Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah sowie die parallelen Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran stellten einen vielschichtigen Versuch dar, die Gewalt in der Region einzudämmen.
Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob die nun ausgehandelte Waffenruhe tatsächlich hält und ob die verschobenen Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz nachgeholt werden können. Die Beteiligten – darunter die Schweiz als Gastgeber, Katar als Vermittler und Pakistan als weiterer Teilnehmer – stehen vor der Herausforderung, die diplomatischen Bemühungen wieder in Gang zu bringen.
Die Tatsache, dass die Waffenruhe-Vereinbarung erst nach heftigen Gefechten am selben Tag zustande kam, unterstreicht die Schwierigkeit des diplomatischen Prozesses. Die libanesische Bevölkerung im Süden des Landes hatte an diesem Tag 47 Tote zu beklagen, während auf israelischer Seite vier Soldaten und Soldatinnen getötet wurden. Die humanitären Kosten des Konflikts machen deutlich, wie dringend eine nachhaltige Lösung ist.
Insgesamt zeigt die Entwicklung vom Donnerstag, dass diplomatische Initiativen im Nahen Osten oft fragil sind und von verschiedenen regionalen Akteuren abhängen. Die Verschiebung der Gespräche in der Schweiz und die gleichzeitige Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah verdeutlichen die Komplexität der diplomatischen Landschaft und die vielen Akteure, die in den Prozess involviert sind.
Fragen & Antworten
Was wurde zwischen Israel und der Hisbollah vereinbart?
Die USA haben eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon verkündet, die noch am Donnerstagabend in Kraft trat. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung bestätigte die Vereinbarung am späten Nachmittag.
Warum wurden die Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz verschoben?
Die für das Wochenende geplanten Direktgespräche zwischen den USA, dem Iran, Katar und Pakistan am Bürgenstock in der Schweiz wurden verschoben, weil aus Sicht der USA noch zu viele Fragen zu klären waren. Das Schweizer EDA bestätigte die Verschiebung am Freitag.
Wer hat die Waffenruhe vermittelt?
Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah wurde von Katar und den USA vermittelt. Ein katarischer Diplomat bestätigte die Vereinbarung, während die US-Regierung die Ankündigung am Donnerstag öffentlich machte.
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