Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund in Deutschland sympathisieren laut einer aktuellen Auswertung von Dezim zunehmend mit keiner der etablierten Parteien, wobei die SPD in dieser Gruppe besonders stark an Zuspruch verliert.

Hintergrund der Erhebung

Das Meinungsforschungsinstitut Dezim hat in einer Auswertung untersucht, wie Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund derzeit zu den großen Parteien in Deutschland stehen. Das Ergebnis: Immer mehr Menschen aus dieser Gruppe geben an, mit keiner der etablierten Parteien zu sympathisieren. Die SPD, die lange als natürliche Anlaufstelle für Teile dieser Wählerschaft galt, verliert dabei überdurchschnittlich stark.

Die Co-Autorin der Dezim-Publikation, Friederike Römer, führt die sinkende Sympathie für die SPD in dieser Gruppe nicht allein auf migrationsspezifische Faktoren zurück. Dass die SPD bei den Menschen mit Migrationshintergrund inzwischen als weniger wählbar gilt als noch vor einigen Jahren, sei sicher auch auf eine "grundsätzliche Entfremdung" der Partei von ihrer klassischen Wählerklientel zurückzuführen, die sich auch bei Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund beobachten lasse, sagt Römer. Da gehe es um Wohnen oder andere soziale Themen.