Vermittler schlagen neue zehntägige Waffenruhe zwischen USA und Iran vor
Washington, 21. Juli 2026
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Kurzfassung
Während die US-Militärschläge gegen den Iran seit zehn Nächten andauern, haben Katar, Ägypten, Pakistan und weitere regionale Vermittler beiden Seiten eine zehntägige Waffenruhe vorgeschlagen. US-Präsident Donald Trump empfängt heute den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus.
Katar, Ägypten, Pakistan und weitere regionale Vermittler haben den USA und dem Iran einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, während US-Präsident Donald Trump am Dienstag Libanons Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus empfängt.
Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler haben den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet. Das erfuhr das US-Nachrichtenportal "Axios" aus Quellen. Auch das "Wall Street Journal" berichtete über den Vorschlag. Die US-Regierung prüfe den Vorschlag derzeit und habe Israel aufgefordert, Maßnahmen zu vermeiden, die das diplomatische Fenster schließen könnten, zitierte Axios US-Regierungsvertreter.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen vereinbart, das den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen soll. Auch Teheran fühlt sich inzwischen nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. Die Führung in Teheran verlangt für ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Washington nicht nur unter anderem die eigene Kontrolle über die Straße von Hormus, sondern auch ein dauerhaftes Ende des militärischen Konflikts zwischen dem Erzfeind Israel und der mit ihr verbündeten Hisbollah. Die USA, die in dem Konflikt vermitteln, fordert genauso wie der Verbündete Israel eine Entwaffnung der Hisbollah, was diese ablehnt.
Militärische Lage und US-Angriffe
Die Militärschläge der USA im Iran dauern seit nunmehr zehn Nächten an. Iranische Medien berichteten zuvor über Explosionen unter anderem im Raum Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman, der Stadt Schiras im zentralen Süden, bei der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas. Ziel seien wieder militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, erklärte das US-Central-Command. Das US-Militär will mit den Angriffen Irans Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Energiehandel wichtigen Straße von Hormus unterbinden.
US-Medien berichten, dass die USA vielmehr weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegen. Der iranische Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb dazu auf X, dies zeige, dass es den USA nicht ernst damit sei, den Krieg beenden zu wollen. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump kürzlich aber für beendet erklärte.
Angriffe auf Schifffahrt und Kuwait
Im Golf vom Oman bleibt die Lage auf See angespannt. Er sei vor der Küste des Omans von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Erst am Vortag war dort ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang seiner Küste nehmen. Nur diese Route sei sicher.
Derweil geriet auch der Golfstaat Kuwait erneut unter iranischen Beschuss. Die Armee des Landes meldete in der Nacht auf X die Abwehr "feindlicher Raketen- und Drohnenattacken". Kuwait wird wie auch andere Länder der Region, die US-Militärbasen beherbergen, immer wieder Ziel iranischer Gegenschläge. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb US-Präsident Trump: "Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!"
Diplomatie um Libanon und Hisbollah
Bei dem ersten Besuch eines libanesischen Staatschefs im Weißen Haus seit 2009 empfängt Trump heute Libanons Präsidenten Joseph Aoun. Seit April führen Israel und der Libanon zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte politische Gespräche, wobei die libanesische Regierung keine Kriegspartei ist. Die Hisbollah-Miliz ist an den Gesprächen nicht beteiligt. Aoun erhofft sich von Trump ein Einwirken auf Israel, seine Truppen vollständig aus dem Südlibanon abzuziehen.
Am Montag wurden erste sogenannte Pilotzonen im Südlibanon etabliert. Sie gelten als Testlauf für einen weiteren Abzug der Israelis. Die libanesischen Streitkräfte sollen dort die Kontrolle übernehmen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Trotz der Waffenruhe greift Israel weiterhin Ziele in dem nördlichen Nachbarland an. Beobachtern zufolge könnte der israelische Abzug noch Monate oder länger dauern. Einen Zeitplan gibt es nicht.
Sorgen der Vermittler
Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf die Vermittler.
Inhaltlich verknüpfen die Vorschläge zwei Schauplätze: die laufenden US-Angriffe auf iranische Militäranlagen und die schwelenden Spannungen zwischen Israel, dem Libanon und der Hisbollah. Sollte die zehntägige Waffenruhe greifen, würde sie erstmals seit dem Ende der April-Vereinbarung wieder einen Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran herstellen. Eine Annahme durch den Iran gilt allerdings als ungewiss, da Teheran zusätzlich die Kontrolle über die Straße von Hormus und ein Ende des Israel-Hisbollah-Konflikts verlangt.
Ausblick auf Verhandlungen
Die Vermittlungsdiplomatie läuft parallel zu einer sichtbaren militärischen Aufrüstung der US-Seite in der Region. Die Verlegung zusätzlicher Kampf- und Tankflugzeuge signalisiert nach Lesart der Vermittler eher eine Eskalationsbereitschaft als Verhandlungswillen. Beobachter werten die gleichzeitige Entsendung von Kampfjets und das Vorlegen eines Waffenruheentwurfs als widersprüchliches Signal an Teheran.
Wie es weitergeht, hängt nach Einschätzung der Vermittler an zwei Faktoren: Ob Teheran die zusätzlichen Forderungen – Hormus-Kontrolle und Hisbollah-Konfliktende – fallen lässt, und ob Washington den Militärdruck während der Verhandlungen aufrechterhält. Eine Antwort auf den zehntägigen Waffenruhevorschlag steht bislang aus.
Auch die Lage im Libanon bleibt offen. Der israelische Rückzug aus den Pilotzonen im Süden hat begonnen, doch ein verbindlicher Zeitplan fehlt. Präsident Aouns Besuch in Washington ist der erste eines libanesischen Staatschefs seit 2009, was die diplomatische Bedeutung des Treffens unterstreicht.
Fragen & Antworten
Wer hat den zehntägigen Waffenruhevorschlag unterbreitet?
Den Vorschlag haben Katar, Ägypten, Pakistan und weitere regionale Vermittler beiden Kriegsparteien unterbreitet, wie das US-Portal Axios und das Wall Street Journal unter Berufung auf Quellen berichteten.
Welche Bedingungen stellt der Iran für ein Ende des Krieges?
Die Führung in Teheran verlangt unter anderem die eigene Kontrolle über die Straße von Hormus sowie ein dauerhaftes Ende des militärischen Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah.
Warum trifft sich Trump mit dem libanesischen Präsidenten?
US-Präsident Donald Trump empfängt Libanons Präsidenten Joseph Aoun am Dienstag im Weißen Haus, den ersten Besuch eines libanesischen Staatschefs seit 2009; Aon erhofft sich dabei Trumps Einwirken auf Israel zum vollständigen Truppenabzug aus dem Südlibanon.