Formel-1-Vergleich Las Vegas: Liberty Media zahlt 2,6 Mio | nachrichten360
Vergleich nach Las-Vegas-Debakel: Liberty Media zahlt 2,6 Millionen Euro an Formel-1-Fans
Las Vegas, 24. Juli 2026
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Kurzfassung
Liberty Media hat sich mit rund 32.000 enttäuschten Fans des Formel-1-Rennens von Las Vegas auf einen Vergleich in Höhe von etwa 2,6 Millionen Euro geeinigt. Hintergrund ist eine Sammelklage wegen eines defekten Kanaldeckels, der den Auftakt des Grand Prix im November 2023 abrupt beendet hatte.
Der kommerzielle Rechteinhaber der Formel 1, Liberty Media, hat sich mit rund 32.000 enttäuschten Fans des Grand Prix von Las Vegas auf einen Vergleich in Höhe von etwa 2,6 Millionen Euro geeinigt, nachdem ein defekter Kanaldeckel den Auftakt des Rennens im November 2023 nach wenigen Minuten abgebrochen hatte.
Liberty Media und der Las Vegas Grand Prix haben sich mit den klagenden Fans auf einen Vergleich geeinigt, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Die Einigung beläuft sich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA auf umgerechnet rund 2,6 Millionen Euro. Eine abschließende Anhörung vor dem US-Bezirksgericht von Nevada ist für den 4. November terminiert.
Damit findet ein Streit ein vorläufiges Ende, der die Formel 1 seit ihrer Rückkehr in die Wüstenmetropole begleitet. Im November 2023 war auf dem berühmten Las Vegas Strip das erste freie Training nach rund 19 Minuten abgebrochen worden, weil sich ein Kanaldeckel auf der Strecke gelöst hatte. Der Schaden an den Boliden zog weitreichende Konsequenzen nach sich.
Chaos auf dem Strip
Nach dem Vorfall mussten sämtliche Kanaldeckel auf der gesamten Strecke entfernt und die Löcher mit Sand und Asphalt aufgefüllt werden. Die Arbeiten dauerten so lange, dass die zweite Trainingseinheit erst mit einer Verspätung von zweieinhalb Stunden beginnen konnte. Die Fan-Zonen rund um den Strip waren zu diesem Zeitpunkt bereits geräumt worden.
Der Veranstalter begründete die Räumung der Fan-Zonen vor allem mit dem Arbeitsschutz der Mitarbeiter sowie der Sorge um die öffentliche Sicherheit. Eine Rückerstattung der Ticketpreise wurde den zahlenden Besuchern jedoch nicht angeboten. Stattdessen hatte Liberty Media bereits kurz nach dem Vorfall Merchandise-Gutscheine im Wert von rund 183 Euro an jene Fans ausgegeben, die Tickets für mehrere Hundert Dollar ausschließlich für den Eröffnungstag erworben hatten.
Sammelklage mit großer Reichweite
Die Enttäuschung darüber mündete in einer Sammelklage, die von einer in Las Vegas ansässigen Kanzlei eingebracht wurde. Insgesamt meldeten die Kläger rund 32.000 Fans als mögliche Anspruchsberechtigte an – eine Zahl, die in US-Medien mehrfach aufgegriffen wurde. „Von etwa 32.000 Fans ist die Rede, die ihre Ansprüche geltend machen könnten“, heißt es in den Berichten.
Der ursprüngliche Schadenersatz, der kurz nach dem Rennen aufgerufen worden war, lag nach Angaben der Klägerseite noch deutlich höher. „Der kurz nach dem Rennen aufgerufene Schadenersatz lag noch bei umgerechnet etwa einer Milliarde Euro“, zitiert die APA die zugrundeliegenden Forderungen. Am Ende einigten sich die Parteien auf einen Bruchteil dieser Summe.
Liberty Media ist Inhaber der kommerziellen Rechte an der Formel 1 und trete darüber hinaus auch als Veranstalter des Rennens in Nevada selbst auf, berichten die US-Medien. „Das US-Unternehmen, das das Rennen in Nevada auch selbst veranstaltet“, heißt es dazu im Wortlaut. Im Rahmen des Vergleichs räumten weder Liberty Media noch der Las Vegas Grand Prix ein Verschulden ein.
Einigung am Rande des Ungarn-Rennens
Die Bekanntgabe der Einigung erfolgte am Rande des Formel-1-Rennens in Ungarn. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich der Veranstalter zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens. „Wir freuen uns, dass diese Angelegenheit zu einer fairen Lösung für die Fans geführt hat und nun den Weg in die Zukunft ebnet“, ließ Liberty Media ausrichten.
Für die Fans bedeutet der Vergleich, dass sie einen Teil ihrer Kosten erstattet oder anderweitig kompensiert bekommen sollen. Über die genaue Verteilung der 2,6 Millionen Euro und die formalen Bedingungen wird das US-Bezirksgericht von Nevada in der Anhörung am 4. November entscheiden. Bis dahin bleibt die endgültige Wirkung der Einigung offen.
Der Vorfall hatte das ohnehin stark polarisierende Rennen in Las Vegas von Beginn an in ein schlechtes Licht gerückt. Die Formel 1 war erst im November 2023 an den Strip zurückgekehrt, nachdem das Rennen dort zuvor jahrelang nicht ausgetragen worden war. Die Premiere galt als sportlicher und kommerzieller Meilenstein – der missglückte Auftakt überschattete diese Erzählung jedoch nachhaltig.
Folgen für das Image der Formel 1
In den Tagen nach dem Abbruch waren neben den Sicherheitsmaßnahmen auch die Reaktionen der Beteiligten in die Kritik geraten. Die Kombination aus abruptem Rennstopp, langen Wartezeiten und geräumten Fan-Zonen hatte unter den Besuchern für erheblichen Unmut gesorgt. Viele der zahlenden Gäste sahen sich schlecht informiert und im Stich gelassen.
Die Sammelklage erhielt zusätzliches Gewicht, weil die Kläger nicht nur Konsumenten vertraten, sondern auch auf die besondere Stellung von Liberty Media als Rechteinhaber und Veranstalter in Personalunion hinwiesen. Diese Doppelfunktion hatte in der Folge die Frage aufgeworfen, inwieweit das Unternehmen für die Sicherheit der Rennstrecke und das Erlebnis der Fans verantwortlich war.
Liberty Media, ein US-Konzern mit Sitz in den Vereinigten Staaten, sieht sich durch die nun erzielte Einigung zumindest juristisch aus der Schusslinie. „Liberty Media und der Las Vegas Grand Prix räumten im Rahmen des Vergleichs keine Schuld ein“, halten die Berichte fest. Gleichzeitig räumt das Unternehmen mit der Zahlung einen pragmatischen Weg zur Beendigung des Verfahrens.
Blick auf den 4. November
Beobachter werten die Größenordnung des Vergleichs als vergleichsweise gering. Während die ursprüngliche Forderung bei rund einer Milliarde Euro lag, fließen nun lediglich 2,6 Millionen Euro – ein Bruchteil. Die Differenz dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass eine individuelle Schadensberechnung für jeden der rund 32.000 Fans schwierig durchzusetzen gewesen wäre.
Unabhängig von der juristischen Aufarbeitung hat der Vorgang die Wahrnehmung der Formel 1 in Las Vegas nachhaltig geprägt. Sowohl die Rennleitung als auch die Veranstalter mussten in der Folgezeit ihre Sicherheits- und Kommunikationsprozesse überarbeiten, um das Vertrauen der Zuschauer zurückzugewinnen. Die kommenden Auflagen werden zeigen, ob diese Lehren tatsächlich gezogen wurden.
Bis zur abschließenden Entscheidung des Gerichts am 4. November bleibt der Vergleich formal vorläufig. Sollte das US-Bezirksgericht von Nevada die Einigung bestätigen, wäre der Weg für eine endgültige Beilegung der Sammelklage frei. Bereits jetzt signalisieren die beteiligten Anwälte auf beiden Seiten, dass sie den ausgehandelten Kompromiss mittragen wollen.
Die Formel 1 setzt unterdessen ihren Rennkalender fort und bereitet das nächste Las Vegas Grand Prix vor. Ob die sportliche und kommerzielle Aufholjagd gelingt, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie die kommenden Ausgaben des Rennens technisch und organisatorisch abgesichert werden.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Vergleich zwischen Liberty Media und den Fans einen langwierigen Konflikt beendet, der den Auftakt der Formel 1 in Las Vegas überschattet hatte. Die Summe von 2,6 Millionen Euro ist für Liberty Media überschaubar – für die betroffenen Fans dagegen ein Zeichen, dass ihre Beschwerden ernst genommen wurden.
Fragen & Antworten
Worum geht es in dem Vergleich zwischen Liberty Media und den Formel-1-Fans?
Liberty Media hat sich mit rund 32.000 Fans des Grand Prix von Las Vegas auf einen Vergleich in Höhe von etwa 2,6 Millionen Euro geeinigt, nachdem ein defekter Kanaldeckel das erste freie Training im November 2023 nach 19 Minuten beendet hatte.
Wie hoch war die ursprüngliche Schadenersatzforderung?
Die Kläger hatten kurz nach dem Rennen rund eine Milliarde Euro gefordert. Am Ende einigten sich die Parteien auf etwa 2,6 Millionen Euro, ohne dass Liberty Media ein Verschulden einräumte.
Wie geht es mit der Sammelklage weiter?
Eine abschließende Anhörung vor dem US-Bezirksgericht von Nevada ist für den 4. November angesetzt. Erst dort soll die Einigung formal bestätigt werden.