In Istanbul hat der Prozess gegen sechs Angeklagte begonnen, nachdem eine vierköpfige Familie aus Hamburg während ihres Urlaubs in der Türkei durch ein giftiges Insektizid ums Leben kam.
Hintergrund des Falls
Die Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei kleinen Kindern, wurde zunächst mit Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert und verstarb später. Ein Gutachten ergab, dass die Todesursache eine Vergiftung durch ein Insektizid war, das zur Bekämpfung von Bettwanzen eingesetzt worden war.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten „fahrlässige Tötung mit Vorsatz“ vor, was eine Haftstrafe von bis zu 22,5 Jahren nach sich ziehen kann. Die Schädlingsbekämpfungsfirma habe das Insektizid Aluminiumphosphid verwendet, das nicht für die Bekämpfung von Bettwanzen zugelassen ist, und dabei notwendige Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt.
Vorwürfe und Anklage
Die Anklage vertritt die Auffassung, dass das Hotel das falsche Insektizid eingesetzt habe, was zur Vergiftung der Familie führte. Die Firma habe weder die erforderlichen Genehmigungen besessen noch angemessene Schutzmaßnahmen ergriffen.
Yasar Balci, der Anwalt und Freund der Familie, äußerte sich kritisch: „eine ganze Familie sei aufgrund einer Verkettung von Vernachlässigungen ausgelöscht worden“. Die Familie des Verstorbenen, darunter der Bruder und die Eltern, nehmen am Prozess teil und fordern die Höchststrafe für die Angeklagten.

