Eine vierköpfige Familie aus Hamburg ist in einem Hotel in Istanbul durch eine Vergiftung mit Insektiziden ums Leben gekommen. Gegen sechs Angeklagte, darunter der Hotelbesitzer und der Leiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma, läuft nun ein Prozess.

Prozessbeginn unter emotionalen Vorzeichen

Der Prozess um den Tod der Familie hat unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit begonnen. Die vier Familienmitglieder waren während ihres Aufenthalts in Istanbul durch das Giftgas Phosphin vergiftet worden, das im Hotel zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt worden war. Die genauen Umstände, wie es zu der tödlichen Exposition kam, sind noch unklar.

Die Anklage wirft den sechs Angeklagten fahrlässige Tötung vor. Unter den Beschuldigten sind neben dem Hotelbesitzer auch Mitarbeiter der Schädlingsbekämpfungsfirma, die für die Anwendung des Insektizids verantwortlich waren. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete, dass die Ermittlungen ergeben hätten, dass das Gas in falscher Dosierung oder ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt worden sei.

Hintergründe und Ermittlungen

Die Familie aus Hamburg hatte das Hotel in Istanbul während eines Urlaubsaufenthalts gebucht. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) waren die Eltern und ihre beiden Kinder innerhalb weniger Stunden nach der Exposition mit dem Giftgas gestorben. Phosphin, das zur Bekämpfung von Insekten und Nagetieren verwendet wird, kann für Menschen bereits in geringen Konzentrationen tödlich sein.