USA feiern 250. Unabhängigkeitstag – Hitze und Unwetter setzen Jubiläumsfeiern in Washington zu
5.7.2026
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Kurzfassung
Zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten haben am Wochenende in Washington, New York und Chicago Feiern stattgefunden – begleitet von einer Hitzewelle und einem Unwetter, das die National Mall zwischenzeitlich evakuieren ließ. US-Präsident Donald Trump will dort am späten Samstagabend (Ortszeit) eine Rede halten, deren Durchführung lange ungewiss war.
Die Vereinigten Staaten haben am Wochenende mit Paraden, Schiffskonvois und Großveranstaltungen ihren 250. Unabhängigkeitstag gefeiert, während eine schwere Hitzewelle und ein Unwetter am Samstagabend (Ortszeit) die Feierlichkeiten auf der National Mall in Washington zeitweise unterbrachen.
Hintergrund: 250 Jahre Unabhängigkeit
Am 4. Juli 1776 hatten sich 13 nordamerikanische Kolonien von Großbritannien gelöst und die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet. Die USA feiern Geburtstag: Vor 250 Jahren unterschrieben die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung. In der Hauptstadt Washington trat US-Präsident Donald Trump im Umfeld der Jubiläumsfeiern verstärkt öffentlich auf und nutzte seine Reden auch dazu, die aus seiner Sicht Erfolge seiner zweiten Amtszeit hervorzuheben.
Der Präsident steht jedoch innenpolitisch massiv unter Druck. Vor allem am Iran-Krieg stossen sich viele Menschen im Land; seine Zustimmungswerte sind schon lange niedrig. In der Vergangenheit hielten sich US-Präsidenten bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag politisch meist zurück. Trump wird jedoch vorgeworfen, dass er zunehmend die Grenze zwischen staatlichem Gedenken und Wahlkampf verwischt.
Trump kündigte seinen Auftritt auf der teilweise abgesperrten National Mall als „die spektakulärste Trump-Kundgebung von allen" an. Er postete auf seiner Plattform Truth Social, er werde seine Rede halten, egal wann. Er wolle „eine richtig lange Rede halten, nur um zu zeigen, dass ich alles schaffen kann". Später schrieb er dort: „Gewitter bringen Glück. Sie machen Veranstaltungen auch ein bisschen aufregender."
Trumps Auftritt und Wahlkampfvorwürfe
Die «Great American State Fair» auf der National Mall, der Rasenfläche zwischen Kapitol und Washington-Denkmal, war von der Trump-Regierung geplant und wurde am Samstagabend (Ortszeit) wegen einer Unwetterwarnung evakuiert. Die Menschen seien aufgefordert worden, in naheliegenden Gebäuden Schutz zu suchen. Die Veranstalter riefen die Gäste auf, in umliegenden Museen, Ministerien und anderen öffentlichen Gebäuden Unterschlupf zu suchen.
Tausende Besucher mussten zeitweise das Festgelände verlassen. Eine für den Vormittag in Washington geplante große Parade war bereits abgesagt worden. Auch in anderen Städten entlang der Ostküste wurden Veranstaltungen verschoben oder abgesagt. Im Osten der USA sorgte extreme Hitze mit Temperaturen über 40 Grad für Beeinträchtigungen; Washington ächzte seit Tagen unter sengender Hitze um die 40 Grad.
Hitzewelle und erste Absagen
Die Evakuierung verlief teilweise chaotisch. Menschen zogen durch die Straßen in der Nähe des Weißen Hauses und der National Mall. Andere stürmten durch die Eingänge und skandierten „Trump, Trump", während wiederum andere versuchten, Schutz vor Blitzen zu suchen. Einige Anwesende weigerten sich, den abgesperrten Bereich während der Evakuierung zu verlassen. Gewalttätige Zwischenfälle wurden der Polizei zufolge jedoch nicht gemeldet.
Am Samstagabend (Ortszeit) wurde ein großes Feuerwerk und eine Rede des US-Präsidenten Donald Trump erwartet. Sein Auftritt war ursprünglich für 21.45 Uhr US-Ostküstenzeit geplant (3.45 Uhr MESZ), wurde dann auf 23 Uhr (5 Uhr deutscher Zeit) verschoben. Nach rund zwei Stunden wurden die Menschen wieder zurück auf das Gelände gelassen, später wurden sie über Lautsprecher aufgefordert, sich vor einer Bühne auf der National Mall zu versammeln.
Unwetter unterbricht die Feier auf der National Mall
Bei der Veranstaltung an der National Mall sollte es neben Konzerten auch eine Rede von US-Präsident Donald Trump geben. Zehntausende Menschen hatten sich dort versammelt, trotz Temperaturen bis zu 39 Grad, um eine Flugshow mit Kampfjets zu sehen und anschließend Trumps Rede zu hören. Ob die Rede stattfinden kann, war zeitweise ungewiss.
Vizepräsident Vance wies unterdessen Kritik an den Vereinigten Staaten zurück. In einer Rede im New Yorker Hafen warf er Kritikern vor, sie würden das Wesen Amerikas missverstehen. Zugleich rief er die Bürger auf, eine – so wörtlich – „zweidimensionale Sichtweise" auf ihr Land abzulehnen. Viele Amerikaner sind kriegsmüde, während die US-Regierung das Kriegerethos beschwört.
Parade in New York und maskierte Extremisten
Im New Yorker Hafen fand eine Windjammerparade statt. Ein Schiff der Feuerwehr von New York ließ im Vorfeld von «Sail250» Wasserfontänen aufsteigen. Jets überflogen die Freiheitsstatue während der Schiffsparade im Hafen von New York. Unter den Besuchern in Washington befanden sich auch hunderte Anhänger der rechtsextremen Organisation „Patriot Front", die mit der U-Bahn in die Stadt kamen. Wie auf Bildern zu sehen war, waren die Mitglieder der Gruppe zumeist mit weißen Tüchern vermummt. Im Rahmen der Feierlichkeiten marschierten Dutzende maskierte Anhänger dieser rechtsextremen Gruppierung. Die Polizei betonte das Recht auf Meinungsfreiheit und griff nicht ein.
Auch in Chicago und New York sind Feuerwerke geplant. Das mehrwöchige Jubiläumsprogramm umfasst religiöse Veranstaltungen mit vorwiegend konservativen christlichen Rednern sowie Sportereignisse, darunter Kampfsport-Wettbewerbe auf dem Gelände des Weißen Hauses anlässlich von Trumps 80. Geburtstag. Kritiker werfen den Organisatoren vor, mit sogenannten «Freedom Trucks» eine übermäßig religiöse Version der US-Geschichte zu verbreiten und Themen wie Sklaverei und rassistische Ungerechtigkeit auszublenden.
Kritik am Jubiläumsprogramm
Die «Great American State Fair» wurde vorübergehend geschlossen, nachdem mehrere Menschen kollabiert waren. Die Rekordhitze hatte bereits zur Absage mehrerer Paraden und anderer Veranstaltungen in der Region geführt. Wegen einer Hitzewelle mussten mehrere Veranstaltungen abgesagt werden. Für den Abend war eine Sturmwarnung ausgegeben worden, nachdem extreme Hitze mit Temperaturen bis an die 40 Grad geherrscht hatte.
Die National Mall wurde wegen einer Sturmwarnung evakuiert; die Menschen suchten Schutz in nahegelegenen Gebäuden. Auch nach dem Unwetter setzte sich das Programm fort. Diese Nachricht wurde am 05.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Trump bekräftigte, seine Rede unter allen Umständen halten zu wollen. Er werde „eine richtig lange Rede halten, nur um zu zeigen, dass ich alles schaffen kann". Sein Auftritt war ursprünglich für 21.45 Uhr US-Ostküstenzeit geplant, Aktuell sei sie für 23 Uhr (5 Uhr deutscher Zeit) geplant. Ob die Rede stattfinden kann, ist derzeit ungewiss.
Fragen & Antworten
Warum wurde die National Mall am Samstagabend evakuiert?
Wegen einer Sturmwarnung mit starken Windböen und Regen mussten die Menschen die Fläche räumen und in umliegenden Gebäuden Schutz suchen; nach rund zwei Stunden durften sie zurückkehren.
Wer marschierte als «Patriot Front» durch Washington?
Dutzende maskierte Anhänger der rechtsextremen Gruppierung „Patriot Front" zogen im Rahmen der Feierlichkeiten mit, die Polizei betonte das Recht auf Meinungsfreiheit und griff nicht ein.
Welche Kritik wird am Jubiläumsprogramm geübt?
Kritiker werfen den Organisatoren vor, mit den «Freedom Trucks» eine übermäßig religiöse Version der US-Geschichte zu verbreiten und Themen wie Sklaverei und rassistische Ungerechtigkeit auszublenden.
USA 250 Jahre: Jubiläum in Washington unterbrochen | nachrichten360