Trump wirbt am Mount Rushmore für Patriotismus und warnt vor einer kommunistischen Bedrohung
Washington, 04. Juli 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat am Vorabend des 250. Unabhängigkeitstages der Vereinigten Staaten am Mount Rushmore in South Dakota eine Rede gehalten und vor einer angeblichen kommunistischen Bedrohung gewarnt. In Washington wurde unterdessen wegen extremer Hitze eine für den Morgen geplante Parade abgesagt; am Abend ist ein Rekordfeuerwerk geplant.
US-Präsident Donald Trump hat am Freitagabend (Ortszeit) am Mount Rushmore in South Dakota gesprochen und im Vorfeld des 250. Unabhängigkeitstages der Vereinigten Staaten vor einer "Wiederkehr der kommunistischen Bedrohung" gewarnt.
Ort und Zeit der Rede
Trump sprach zu Anhängern vor dem in den Fels gehauenen Denkmal mit den Köpfen der Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Der Auftritt war für 21:45 Uhr US-Ostküstenzeit geplant, was 3:45 Uhr MESZ am Sonntag entspricht. Trump hatte bereits im Vorfeld angekündigt, er wolle "eine richtig lange Rede halten, nur um zu zeigen, dass ich alles schaffen kann".
Inhaltlich zeichnete Trump das Bild einer angeblich fundamental bedrohten amerikanischen Identität. Die USA befänden sich demnach am Vorabend eines großen Jahrestages, an dem ihre Identität erneut angegriffen werde, sagte Trump laut den vorliegenden Berichten: "Da wir uns diesem großartigen Jahrestag nähern, sehen wir, dass unsere amerikanische Identität erneut angegriffen wird." Er sprach von einem "unbestreitbaren Versuch", den Ausnahmecharakter der USA zu verändern und die Amerikaner von ihrer Geschichte zu entfremden.
Warnung vor kommunistischer Bedrohung
Trump, der nach Angaben des Artikels 80 Jahre alt ist, nutzte die Rede auch für verbale Angriffe auf die oppositionellen Demokraten und auf Einwanderer. Er bezeichnete innenpolitische Gegner als "Radikale und Extremisten" und warnte vor einer "Wiederkehr der kommunistischen Bedrohung". Zugleich sagte er: "Man kann Kommunist sein oder Patriot" und stellte diese beiden Optionen als unvereinbar dar.
Die Wortwahl ist nicht neu: In den vergangenen Wochen hatte Trump den Begriff "Kommunismus" wiederholt gegen den linken Flügel der Demokratischen Partei eingesetzt. Diese Rhetorik fällt in eine Phase, in der demokratische Kandidatinnen und Kandidaten bei Vorwahlen vor den Kongresswahlen im November Erfolge erzielt haben. Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die Feiern zum 250. Jahrestag als parteiisches Spektakel im Wahlkampf zu instrumentalisieren.
Religion, Sprache und nationale Identität
Trump begründete seine Sichtweise auch mit einer Deutung der amerikanischen Geschichte: Die Rechte der Amerikaner seien von Gott verliehen worden, "der uns erschaffen hat". Die USA seien ein Land, das Gott anrufe. Er betonte zugleich, dass in den Vereinigten Staaten Englisch gesprochen werde, weil dies die Sprache der Gründungsväter sei. Im Bericht wird angemerkt, dass Trump dabei nicht erwähnte, dass viele Menschen in den USA auch Spanisch sprechen.
Bei der Frage der Einwanderung formulierte Trump: "Man muss nicht hier geboren sein, aber man muss lieben, was wir aufgebaut haben." Auch Einwanderer ordnete er in seine Warnung vor einer "kommunistischen Bedrohung" ein, indem er Neuankömmlinge ansprach, deren Ideen angeblich im Widerspruch zur amerikanischen Lebensweise stünden.
Über die Rolle der USA in der Welt sagte Trump: "Kein anderes Land hat dieser Welt mehr Gutes gebracht als die Vereinigten Staaten von Amerika." Er rief dazu auf, Freiheiten im Sinne der Gründungsväter zu verteidigen. Es war bereits Trumps zweite Rede vor dem Mount Rushmore: Etwa sechs Jahre zuvor, am Unabhängigkeitstag, hatte er die Kulisse für eine Ansprache gegen Teilnehmende einer landesweiten Protestbewegung gegen Rassismus genutzt.
Hitzewelle in Washington
Die zentrale Feier zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 findet am Samstag in Washington statt. Ursprünglich war für den Morgen eine große Parade geplant, die jedoch wegen einer Hitzewelle im Osten der Vereinigten Staaten abgesagt wurde. In Washington herrschen seit Tagen Temperaturen um 40 Grad Celsius; in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit wurde die gefühlte Temperatur mit bis zu 43 Grad angegeben.
Für den späten Samstagabend ist in Washington ein großes Feuerwerk angekündigt. Nach den vorliegenden Angaben sollen 850.000 Raketen gezündet werden – womit ein neuer Weltrekord aufgestellt werden könnte. Das Spektakel ist von mehreren Standorten aus geplant. Am Freitag waren wiederholt Kampfjets mit lautem Getöse über die Hauptstadt hinweggeflogen; am Samstag wurde weiterer Flugverkehr erwartet. Vor Trumps Auftritt sollten Militärkapellen bekannte Hits spielen.
Trump steht derzeit unter erheblichem innenpolitischem Druck. Seine Zustimmungswerte sind nach dem Bericht seit Längerem niedrig. Eine "Great American State Fair" in Washington zog demnach nur wenige Besucherinnen und Besucher an und wurde wegen leerer Ränge verspottet. Kritikerinnen und Kritiker werfen Trump unter anderem seine Einwanderungspolitik, seine Versuche zur Ausweitung der Präsidialbefugnisse und den wachsenden Reichtum seiner Familie vor.
Innenpolitischer Druck
Zusätzlicher Belastungsfaktor ist der Krieg gegen den Iran, der in der Bevölkerung auf deutliche Kritik stößt. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner gelten als kriegsmüde, während die Regierung ein Kriegerethos beschwört. In diesem Spannungsfeld fiel die Rede am Mount Rushmore, die von Anhängern als Bekenntnis zur nationalen Identität und von Kritikern als Wahlkampfveranstaltung gedeutet wurde.
Internationale Reaktionen
Auch aus dem Ausland gab es Reaktionen. Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte Trump laut Regierungssprecher Stefan Kornelius telefonisch zum bevorstehenden Jahrestag und hob die besondere Verbundenheit zwischen Deutschen und Amerikanern hervor. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb, die Ideale des 4. Juli – Freiheit, Recht und Selbstbestimmung – "haben Weltgeschichte geschrieben", und fragte: "Stimmt die Richtung? Und die Antwort gibt nie ein einzelner, sondern das Volk von Freien und Gleichen." Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach laut seinem Büro ebenfalls telefonisch mit Trump und bezeichnete die USA als Garantin globaler Freiheit.
Papst Leo XIV. rief die USA zur Rückkehr zu ihren Gründungsprinzipien auf. Er betete, dass "die hohen Ideale, die zu Beginn der Unabhängigkeitserklärung verankert wurden, auch weiterhin das Gedeihen der Nation in Einheit, Gerechtigkeit und Frieden leiten mögen". Amerika solle dem Traum treu bleiben, der ihm den Titel "Land of the Free and Home of the Brave" eingebracht habe.
Ausblick auf die Kongresswahlen
Die Kongresswahlen im November gelten als wichtiger Stimmungstest. Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die Jubiläumsfeiern als parteiisches Spektakel vor den Midterms zu nutzen. Trump selbst inszenierte sich am Mount Rushmore als Verteidiger einer bedrohten Nation und band Religion, Sprache und Einwanderungspolitik zu einer einheitlichen Erzählung zusammen.
Die Berichterstattung über die Rede basiert unter anderem auf Agenturmeldungen von AFP, Reuters und dpa. Inhaltlich zeichnete sich die Ansprache durch eine deutliche Polarisierung aus: Trump rief zur Verteidigung der Gründungsfreiheiten auf und warnte zugleich mit scharfen Worten vor einem kommunistischen Einfluss, den er sowohl im politischen Gegner als auch unter Einwanderern verortete.
Fragen & Antworten
Was hat Donald Trump am Mount Rushmore gesagt?
Trump hat am Vorabend des 250. Unabhängigkeitstages der USA vor einer "Wiederkehr der kommunistischen Bedrohung" gewarnt und innenpolitische Gegner als "Radikale und Extremisten" bezeichnet. Zugleich rief er dazu auf, Freiheiten im Sinne der Gründungsväter zu verteidigen.
Warum wurde die Parade in Washington abgesagt?
Die für Samstagmorgen in Washington geplante Parade wurde wegen einer Hitzewelle im Osten der Vereinigten Staaten abgesagt. In der Hauptstadt herrschen seit Tagen Temperaturen um 40 Grad Celsius.
Wie haben das Ausland und der Papst auf den Jahrestag reagiert?
Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte Trump telefonisch, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verwies auf die Ideale des 4. Juli, und Papst Leo XIV. rief die USA zur Rückkehr zu ihren Gründungsprinzipien auf.
Trump Mount Rushmore: Kommunismus-Warnung vor 250. Jubiläum | nachrichten360