Ottawa, 22 August 2026
Nach dem Scheitern von Verhandlungen haben die USA neue Zölle auf kanadische Waren verhängt, die nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten deutlich mehr Branchen betreffen als frühere Zollrunden.
Die neuen US-Zölle gegen Kanada treten in Kraft, nachdem bilaterale Verhandlungen ohne Ergebnis geblieben sind. Nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer richtet sich die Maßnahme gegen Importe, die nach Auffassung der US-Regierung unfaire Handelspraktiken aufweisen. Kanadas Premierminister Mark Carney hatte im Vorfeld Gegenzölle angekündigt, sollte Washington die Maßnahmen nicht zurücknehmen.
Im Zentrum der jüngsten Eskalation steht ein Konflikt, der sich über Monate hingezogen hat. Kanada und die USA verhandelten über Zugangsmärkte, Zollkontingente und Regulierungsfragen. Die Gespräche scheiterten nach Darstellung beider Seiten an unterschiedlichen Vorstellungen über die Reichweite eines möglichen Abkommens. «Frühere Zollrunden konzentrierten sich stark auf Stahl, Aluminium, Automobile und Holz. Diese Runde weitet den Streit auf kleinere Hersteller, Konsumgütermarken, Einzelhändler und Baustofflieferanten aus», schreibt Andreas Schotter, Professor für internationale Wirtschaft an der kanadischen Wirtschaftshochschule Ivey.
