Trump verhängt 50-Prozent-Zölle auf kanadische Importe – Streit mit Nachbarland verschärft sich
Washington, 21. Juli 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat per Executive Order einen 50-Prozent-Zoll auf zahlreiche kanadische Importe angeordnet, darunter Hockeyschläger, Wein und Zement. Die Maßnahme soll am 19. August in Kraft treten und betrifft nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar.
US-Präsident Donald Trump hat am Montag einen Zoll von 50 Prozent auf zahlreiche Importe aus Kanada angeordnet, der nach Angaben des Weißen Hauses in 30 Tagen in Kraft treten soll.
Höhe und Umfang der Zölle
Der am Montag unterzeichnete Erlass sieht laut einer Mitteilung des Weißen Hauses vor, dass die zusätzlichen Abgaben auf kanadische Produkte am 19. August wirksam werden. Betroffen ist nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer ein Warenwert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Als Begründung nannte das Weißen Haus eine "diskriminierende Behandlung" amerikanischer Produkte durch Kanada.
Konkret sollen nach US-Angaben unter anderem Hockeyschläger, Wein und Zement von den neuen Zöllen erfasst werden. Ausgenommen sind laut AP Energieprodukte, Kalidünger, Fisch sowie kritische Mineralien.
Trump begründete die Maßnahme zum einen mit dem Vorwurf, Kanada benachteilige US-Autos, Alkohol und Milchprodukte. Zum anderen verwies er auf die Waldbrände in Kanada, deren Rauch in der vergangenen Woche weite Teile des Nordostens der USA beeinträchtigt habe. Trump erklärte, die durch die Brände verursachte Luftverschmutzung verursache hohe Kosten in den USA, die "zwangsläufig" zu den bestehenden Zöllen auf kanadische Einfuhren hinzugerechnet werden müssten.
Waldbrände als zusätzliche Begründung
Die AP zitierte einen Regierungsbeamten, wonach Trump seine Berater angewiesen habe, zusätzliche Zölle gegen Kanada zu prüfen. Laut demselben Beamten ist einer der Gründe für die neuen Zölle, dass die kanadischen Waldbrände die Luftqualität in den USA beeinträchtigt hätten.
Für Freitag wurde in Washington, D.C. eine temporäre Warnung vor schlechter Luftqualität ausgesprochen, da ein Geruch von Bränden in der Luft lag. In weiten Teilen des Nordostens der USA waren in der Vorwoche Rauchschwaden zu sehen, die auf Dutzende Waldbrände im Nachbarland Kanada zurückgingen.
Bereits frühere Drohungen
Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern sind nicht neu. Trump hatte Kanada bereits wenige Tage zuvor auf seiner Plattform Truth Social mit höheren Zöllen gedroht – aus einem anderen Anlass. In der Vergangenheit hatte Trump wiederholt mit Zöllen gedroht, sie aber letztlich nicht umgesetzt.
Trump unterzeichnete den Erlass am Montag. Das Weiße Haus kündigte die Anordnung am selben Tag an. Eine Sprecherin erklärte, die USA reagierten "auf Kanadas diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte".
Trumps Zollpolitik und die Rolle des Obersten Gerichtshofs
Der Handelskonflikt belastet die Beziehungen der beiden Nachbarstaaten seit geraumer Zeit. Trump wirft Kanada und anderen Ländern wiederholt ein Handelsungleichgewicht zulasten der USA vor. Mit den neuen Zöllen verfolgt er nach eigenen Angaben das Ziel, die Bedingungen für den Export amerikanischer Autos nach Kanada zu verbessern.
Die Zölle gelten als eines der zentralen Instrumente von Trumps zweiter Amtszeit. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA musste Trump jedoch Teile seiner Zollpolitik zurücknehmen, da das Gericht ihm untersagte, ein Notstandsgesetz zur Verhängung von Zöllen auf Einfuhren aus vielen Ländern heranzuziehen. Seither versucht Trump, Zölle über alternative Wege durchzusetzen.
Der Bericht wurde am 21. Juli 2026 im Deutschlandfunk ausgestrahlt. Die Maßnahme könnte laut AP die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern weiter verschlechtern und zudem negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.
Ausnahmen für strategische Güter
Die konkrete Liste der betroffenen Waren ist breit gefächert. Sie reicht von Konsumgütern wie Wein und alkoholischen Getränken über Sportartikel wie Hockeyschläger bis hin zu Baustoffen wie Zement. Damit trifft der Zoll sowohl alltagsnahe Produkte als auch Industriegüter.
Bemerkenswert ist die ungewöhnliche Begründung über die Waldbrände. Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Rauchentwicklung in den US-Bundesstaaten entlang der kanadischen Grenze thematisiert und Kanada dafür verantwortlich gemacht. Die Verknüpfung eines handelspolitischen Instruments mit einem Umweltphänomen ist unüblich und dürfte in Ottawa auf Kritik stoßen.
Ausnahmen wurden für strategisch wichtige Güter vereinbart. Energieprodukte, Kalidünger, Fisch und kritische Mineralien sind von den 50 Prozent Zoll nicht betroffen. Kanada ist ein wichtiger Lieferant dieser Rohstoffe für die US-Industrie, insbesondere für die Landwirtschaft und die Energieversorgung.
Beobachter weisen darauf hin, dass Trump in der Vergangenheit mehrfach mit hohen Zöllen gedroht hat, ohne sie am Ende umzusetzen. Ob die nun angekündigten 50 Prozent tatsächlich am 19. August in Kraft treten, ist daher nicht gesichert.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Der Streit zwischen Washington und Ottawa schwelt bereits seit Monaten. Trump hatte Kanada wiederholt als unfairen Handelspartner dargestellt und mit Strafzöllen gedroht. Die nun unterzeichnete Anordnung markiert eine deutliche Verschärfung des Konflikts.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten laut der AP beide Seiten treffen. Kanada ist der zweitgrößte Handelspartner der USA, ein Zoll in dieser Höhe dürfte die gegenseitigen Handelsströme erheblich verändern und auch Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben.
Fragen & Antworten
Welche kanadischen Produkte sind von den 50-Prozent-Zöllen betroffen?
Nach Angaben der US-Regierung sind unter anderem Hockeyschläger, Wein und Zement von den neuen Zöllen betroffen. Ausgenommen sind Energieprodukte, Kalidünger, Fisch und kritische Mineralien.
Warum begründet Trump die Zölle mit den kanadischen Waldbränden?
Trump erklärte, der Rauch der Waldbrände habe die Luftqualität in den USA beeinträchtigt und hohe Kosten verursacht. Diese Kosten müssten zu den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden.
Wann sollen die neuen Zölle in Kraft treten?
Laut dem Weißen Haus treten die Zölle 30 Tage nach Unterzeichnung des Erlasses in Kraft, das wäre der 19. August 2026.
Trump 50% Zölle Kanada: Hockeyschläger und Wein betroffen | nachrichten360