Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Dienstag die einstweilige Verfügung eines Bundesgerichts gegen Alabamas umstrittenen Kongresswahlkreiszuschnitt aufgehoben und damit den Weg für eine Karte freigemacht, die sechs republikanisch geprägte und einen demokratisch geprägten Wahlkreis vorsieht.

Hintergrund des Streits um die Wahlkreise

Mit der Entscheidung setzt das Gericht den Kongresswahlkreiszuschnitt von 2023 wieder in Kraft, den die Republikaner in Alabama durchgesetzt hatten. Zuvor hatte ein dreiköpfiges Richtergremium auf Bundesebene die Karte als diskriminierend eingestuft und ihre Anwendung mit einer einstweiligen Verfügung blockiert. Der Supreme Court hob diese Verfügung nun auf und ordnete an, dass die untere Instanz das Thema vor dem Hintergrund einer früheren Entscheidung des Gerichts zum Wahlrechtsgesetz weiter prüft.

Der Streit um die Wahlkreise in Alabama dauert bereits seit Jahren. Nach der Volkszählung von 2020 hatte der Bundesstaat 2021 eine neue Karte eingeführt, die trotz eines afroamerikanischen Bevölkerungsanteils von mehr als einem Viertel nur einen Wahlkreis mit schwarzer Bevölkerungsmehrheit vorsah. Wählerinnen und Wähler klagten daraufhin wegen einer unzulässigen Verdünnung ihrer Stimmen gegen den Zuschnitt und beriefen sich auf den Voting Rights Act und die US-Verfassung.