US-Repräsentantenhaus stimmt für permanente Sommerzeit – Senat muss nun entscheiden
Washington, 15. Juli 2026
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Kurzfassung
Das US-Repräsentantenhaus hat mit deutlicher Mehrheit für die Einführung einer permanenten Sommerzeit gestimmt. Nun muss der Senat über den Gesetzentwurf entscheiden, den Präsident Donald Trump unterstützt. Sollte das Gesetz in Kraft treten, würde die für Anfang November geplante Rückkehr zur Normalzeit ausfallen.
Das US-Repräsentantenhaus hat am Dienstag (Ortszeit) mit 308 zu 117 Stimmen für die Einführung einer permanenten Sommerzeit gestimmt, womit die aktuell geltende Sommerzeit zur dauerhaften Normalzeit werden soll.
Nächster Schritt im Senat
Nach dem Votum im Repräsentantenhaus liegt das Gesetzgebungsverfahren nun beim US-Senat, der als nächste parlamentarische Kammer über den Entwurf entscheiden muss. Stimmt auch die zweite Kongresskammer zu und unterzeichnet Präsident Donald Trump das Gesetz, würde die Zeitumstellung in den Vereinigten Staaten grundlegend neu geregelt. US-Präsident Donald Trump unterstützt die Maßnahme, mit der die aktuell geltende Zeit zur Normalzeit werden soll.
Konkret sieht der Entwurf vor, dass die Sommerzeit nicht mehr wie bisher zwischen Anfang März und Anfang November gilt, sondern ganzjährig bestehen bleibt. Damit würde die für Anfang November geplante Rückkehr zur Normalzeit ausfallen, sofern der Gesetzesentwurf in Kraft tritt. Die Sommerzeit deckt derzeit also rund zwei Drittel des gesamten Jahres ab und soll künftig das ganze Kalenderjahr umfassen.
Ausnahmen für einzelne Bundesstaaten
Der Entwurf enthält eine Ausstiegsklausel, die es den einzelnen US-Bundesstaaten erlaubt, sich dauerhaft von der permanenten Sommerzeit zu befreien. Damit könnten einzelne Staaten weiterhin ihre eigene Zeitregelung beibehalten. Bereits heute beobachten nicht alle US-Bundesstaaten und Territorien die Sommerzeit. So gibt es in Arizona (mit Ausnahme der Navajo-Gebiete), Hawaii und Überseegebieten wie Puerto Rico keine Sommerzeit.
Geschichte der Sommerzeit in den USA
Die Sommerzeit wurde in den USA in den 1960er Jahren eingeführt. In den 1960er Jahren eingeführt, wurde ihre Dauer sukzessive ausgedehnt. Ursprünglich galt sie nur von Ende April bis Ende Oktober. In den darauffolgenden Jahren setzte man darauf, die Dauer der ursprünglich von Ende April bis Ende Oktober geltenden Sommerzeit schrittweise auszudehnen. Heute umfasst sie rund zwei Drittel des gesamten Jahres.
Das gescheiterte Experiment von 1974/75
Es ist nicht der erste Versuch, in den USA eine ganzjährige Sommerzeit einzuführen. Während der ersten Ölkrise sollte es 1974/75 versuchsweise eine permanente Sommerzeit geben, doch wurde das Experiment nicht durchgehalten. Nach Protesten wurde das Experiment zwischen Oktober 1974 und Februar 1975 unterbrochen. Die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen zeigen, dass ein solcher Schritt in der Bevölkerung durchaus umstritten sein kann.
Parallelen zur EU-Debatte
International sorgt das Thema Zeitumstellung ebenfalls seit Jahren für Diskussionen. Eine von der EU-Kommission diesbezüglich veranstaltete Befragung zeigte eine deutliche Unterstützung der Bürger dafür, die saisonale Umstellung in Europa abzuschaffen. Allerdings konnten sich die Regierungen der EU-Staaten bislang nicht auf eine gemeinsame Position einigen: Die Regierungen der EU-Staaten kommen aber bei der Suche nach einer Alternativlösung auf keinen gemeinsamen Nenner. Eine EU-weite Abschaffung der Zeitumstellung ist damit bisher nicht zustande gekommen.
Umfrage: Mehrheit gegen Zeitumstellung
Eine im März in Österreich durchgeführte Marktumfrage liefert aufschlussreiche Daten zur Stimmung in der Bevölkerung. Demnach möchten 26 Prozent eine dauerhafte Normalzeit, 54 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich, dass die Sommerzeit für immer beibehalten wird, und nur 20 Prozent eine Fortsetzung der saisonalen Zeitumstellung. Vier Fünftel der Befragten lehnen demnach den zweimal jährlichen Wechsel ab.
In den USA hatte das Repräsentantenhaus am Dienstag (Ortszeit) mit einer deutlichen Mehrheit für die Einführung einer permanenten Sommerzeit gestimmt. Die breite Zustimmung von 308 Abgeordneten bei 117 Gegenstimmen deutet auf einen parteiübergreifenden Konsens in der Volksvertretung hin. Sollte der am Dienstag beschlossene Gesetzesentwurf in Kraft treten, würde die Anfang November geplante Rückkehr zur Normalzeit ausfallen.
Die Debatte über Vor- und Nachteile einer festen Sommerzeit wird in den USA wie auch in Europa seit Langem geführt. Befürworter argumentieren mit längeren Tageslichtphasen am Abend und einem geringeren Energieverbrauch, während Kritiker gesundheitliche Auswirkungen und einen gestörten Biorhythmus anführen. Die Tatsache, dass bereits jetzt Arizona, Hawaii und Puerto Rico dauerhaft auf die Sommerzeit verzichten, verdeutlicht, dass innerhalb der USA unterschiedliche Vorstellungen über die optimale Zeitregelung bestehen.
Der weitere Gesetzgebungsprozess bleibt abzuwarten. Sollte der Senat dem Entwurf zustimmen, wäre dies der erste erfolgreiche Versuch, eine permanente Sommerzeit in den USA einzuführen, nachdem der Versuch von 1974/75 an Protesten gescheitert war. Die im Entwurf vorgesehene Ausstiegsklausel für einzelne Bundesstaaten könnte den Gesetzgebungsprozess erleichtern, da sie denjenigen Staaten entgegenkommt, die ihre bisherige Zeitregelung beibehalten möchten.
Mit dem Votum im Repräsentantenhaus hat das Vorhaben eine wichtige Hürde genommen. Ob das Gesetz tatsächlich in Kraft tritt, hängt nun maßgeblich vom Votum im Senat sowie von der Unterzeichnung durch Präsident Trump ab. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die USA nach dem gescheiterten Experiment von 1974/75 nun erstmals eine dauerhafte Sommerzeit einführen werden.
Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass solche Vorhaben nicht ohne Widerstände durchzusetzen sind. Der Versuch einer permanenten Sommerzeit in den Jahren 1974 und 1975 scheiterte an den Protesten der Bevölkerung. Auch die EU-Kommission sah sich in den vergangenen Jahren mit einer ähnlichen Herausforderung konfrontiert: Die Regierungen der EU-Staaten kommen aber bei der Suche nach einer Alternativlösung auf keinen gemeinsamen Nenner. Eine EU-weite Abschaffung der Zeitumstellung ist bisher ausgeblieben.
Für die Bürgerinnen und Bürger in den USA würde die Umstellung bedeuten, dass sie künftig keine zweimal jährliche Zeitumstellung mehr vornehmen müssten, sofern ihr Bundesstaat die permanente Sommerzeit übernimmt. Die im Entwurf vorgesehene Opt-out-Klausel gibt jedoch jedem Staat die Möglichkeit, sich gegen die Sommerzeit zu entscheiden. Damit könnten einzelne Staaten weiterhin ihre eigene Zeitregelung beibehalten.
Die breite Zustimmung im Repräsentantenhaus und die Unterstützung durch Präsident Trump deuten darauf hin, dass das Vorhaben in Washington eine politische Mehrheit besitzt. Ob diese Mehrheit ausreicht, um das Gesetz durch den Senat zu bringen, bleibt abzuwarten. Sollte der Gesetzesentwurf in Kraft treten, würde die Anfang November geplante Rückkehr zur Normalzeit ausfallen und die Sommerzeit dauerhaft gelten.
Das Thema Zeitumstellung berührt Millionen von Menschen in den USA und darüber hinaus. Die Diskussion über Vor- und Nachteile einer festen Zeitregelung wird seit Jahrzehnten geführt, ohne dass bislang eine endgültige Lösung gefunden wurde. Die nun erzielte breite Zustimmung im Repräsentantenhaus könnte ein Wendepunkt in dieser Debatte sein.
Fragen & Antworten
Wie hat das US-Repräsentantenhaus über die permanente Sommerzeit abgestimmt?
Das US-Repräsentantenhaus hat am Dienstag (Ortszeit) mit 308 zu 117 Stimmen für die Einführung einer permanenten Sommerzeit gestimmt.
Welche US-Bundesstaaten beobachten bereits jetzt keine Sommerzeit?
Arizona (mit Ausnahme der Navajo-Gebiete), Hawaii und Überseegebiete wie Puerto Rico beobachten keine Sommerzeit.
Warum scheiterte der erste Versuch einer permanenten Sommerzeit in den USA?
Infolge der ersten Ölkrise sollte es 1974/75 versuchsweise eine permanente Sommerzeit geben, doch wurde das Experiment nach Protesten zwischen Oktober 1974 und Februar 1975 unterbrochen.
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