Das ungarische Parlament in Budapest hat am Montag mit 139 Ja-Stimmen und 6 Gegenstimmen eine Verfassungsänderung beschlossen, die die sofortige Beendigung der Amtszeit von Präsident Tamás Sulyok vorsieht.

Mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit der regierenden Tisza-Partei verabschiedete die Nationalversammlung am Montag die 17. Änderung des ungarischen Grundgesetzes, die unter anderem die Absetzung von Staatspräsident Tamas Sulyok vorsieht. 139 Parlamentarier stimmten für die Änderungen, so dass die notwendige Zweidrittelmehrheit zustande kam. Sechs enthielten sich. Die Fraktion von Orbans Partei Fidesz blieb der Abstimmung fern.

Ministerpräsident Péter Magyar, dessen bürgerliche Tisza-Partei sich selbst als proeuropäisch und konservativ charakterisiert, hatte die Verfassungsänderung vorgeschlagen und damit ein zentrales Wahlkampfversprechen eingelöst. Die Fraktion von Fidesz boykottierte die Abstimmung. Damit die Neuregelungen in Kraft treten können, muss Sulyok sie gegenzeichnen.