Budapest, 16 Juni 2026

Das ungarische Parlament hat am Montagabend mit Zweidrittelmehrheit der Tisza-Partei eine Verfassungsänderung verabschiedet, die die Amtszeit eines Ministerpräsidenten auf maximal acht Jahre oder zwei Legislaturperioden begrenzt und rückwirkend bis zur ersten demokratischen Wahl 1990 gilt.

Die Novelle, eingebracht als Einzelantrag zweier Tisza-Abgeordneter und nicht als Regierungsentwurf, zielt de facto auf eine einzelne Person: Viktor Orbán, der Ungarn insgesamt 20 Jahre regiert hat. Orbán war am Wochenende zuvor auf einem Fidesz-Parteitag als Parteivorsitzender bestätigt worden; die neue Regelung verhindert seine Rückkehr in das Amt des Ministerpräsidenten. Die Tisza-Partei unter Péter Magyar hatte Mitte April mit 53 Prozent der Stimmen die größte parlamentarische Mehrheit seit der politischen Wende errungen; in aktuellen Umfragen liegt ihre Zustimmung bei über 70 Prozent.