Viktor Orbán, der scheidende ungarische Ministerpräsident, hat angekündigt, sein Mandat im neuen Parlament nicht anzutreten, nachdem seine Partei Fidesz bei der Wahl am 12. April eine deutliche Niederlage erlitten hat.
Hintergrund der Wahlniederlage
Die Parlamentswahl in Ungarn am 12. April markierte einen historischen Wendepunkt. Orbáns Partei Fidesz, die seit 16 Jahren die ungarische Politik dominiert hatte, gewann nur 52 der 199 Sitze. Die oppositionelle Partei Tisza unter Führung von Péter Magyar erreichte hingegen eine verfassungsändernde Mehrheit von 141 Sitzen.
Orbán, der seit 2010 ununterbrochen als Ministerpräsident amtierte, galt als einer der autoritärsten Regierungschefs in der EU. Seine engen Beziehungen zum Kreml und seine Blockadehaltung gegenüber Sanktionen gegen Russland sowie Hilfslieferungen für Ukraine sorgten international für Kontroversen.
Reaktionen auf Orbáns Entscheidung
Der politische Analyst Gabor Török kritisierte Orbán scharf und warf ihm vor, den Bezug zur Realität verloren zu haben. „Nach dieser Niederlage zeigt Orbán einmal mehr, dass er die politische Landschaft nicht mehr versteht“, so Török.
Orbáns Ankündigung, auf sein Mandat zu verzichten, wird als symbolischer Rückzug aus der aktiven Politik gewertet. Obwohl er weiterhin eine einflussreiche Figur innerhalb der Fidesz-Partei bleiben dürfte, markiert dieser Schritt das Ende einer Ära in der ungarischen Politik.

