Weltweit hat mindestens eine Million Frauen und Mädchen seit Anfang 2025 den Zugang zu lebenswichtiger humanitärer Hilfe verloren, weil Geberländer die Auslandshilfen drastisch gekürzt haben.

Rekordrückgang bei der Entwicklungshilfe

Das geht aus einem neuen Bericht der UNO-Frauenorganisation UN Women hervor, der am Freitag in Genf vorgestellt wurde. Die Leiterin der Abteilung für humanitäre Hilfe bei UN Women, Sofia Calltorp, sprach vor der Presse von „höchst beunruhigenden“ Erkenntnissen. Die genannte Zahl von einer Million betroffener Frauen und Mädchen sei „nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Calltorp.

Hintergrund der Entwicklung ist ein beispielloser Einbruch bei den internationalen Entwicklungsausgaben. Wie aus Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, sind die Ausgaben für Entwicklungshilfe im Jahr 2025 um fast ein Viertel gesunken. Es handelt sich damit um den stärksten je verzeichneten Rückgang binnen eines einzigen Jahres.

Auswirkungen in den Krisengebieten

Die Kürzungen treffen nach Darstellung von UN Women vor allem Frauenorganisationen, die in den Brennpunkten humanitärer Krisen arbeiten. Calltorp betonte, viele der von Schließung bedrohten Organisationen arbeiteten „an vorderster Front in den komplexesten und gefährlichsten Krisen der Welt“, etwa in Afghanistan, dem Gazastreifen, der Demokratischen Republik Kongo, dem Sudan und dem Jemen.